Nach dem tödlichen Polizeischuss im Eupener Scheiblerpark hat das Gemeindekollegium die Bevölkerung zu Ruhe und Besonnenheit aufgerufen. Spekulationen sollen vermieden werden, um den laufenden Ermittlungen Raum zu geben.
Um einen sicheren und geordneten Start in das neue Schuljahr zu gewährleisten - von dem auch Kinder betroffen sind, die den Vorfall miterleben mussten -, kam die Stadt unter anderem mit Unterrichtsminister Jérôme Franssen, der SGU und der Französischen Schule zusammen.
Bildungsminister Jérôme Franssen erklärt, dass die Deutschsprachige Gemeinschaft vor allen Dingen einen unterstützenden Charakter hat. Beim Krisenstab im Eupener Rathaus wurde die Lage besprochen und das weitere Vorgehen für die Schulen abgestimmt. "Da haben wir natürlich zusammen mit den Schulleitungen und den verschiedenen Diensten der Gemeinde und der Polizei ausgetauscht und auch miteinander entschieden, wie wir das am Dienstag und dann auch in den nächsten Tagen in Angriff nehmen werden."
Das Gemeindekollegium traf unter anderem Vorkehrungen, um soziale Konflikte oder Auseinandersetzungen zum ersten Schultag zu verhindern, so Eupens Bürgermeister Thomas Lennertz: "Wir sind Schulträger der genannten Schulen. Viele der Kinder, die von dem Vorfall betroffen waren und diesen auch leider tragischerweise miterleben mussten, gehen zu diesen Schulen."
"Wir haben dann als Kollegium Maßnahmen besprochen - gemeinsam mit der Schule, gemeinsam mit den Sozialdiensten, gemeinsam mit dem Ministerium -, um dafür Sorge zu tragen, dass es dann mit Beginn des ersten Schultages zu keinen Auseinandersetzungen oder sozialen Konflikten kommt."
Psychologische Hilfe für die Bevölkerung
Die Stadt Eupen bietet der Bevölkerung auch psychologische Hilfe an. Dazu werden Sprechstunden in Zusammenarbeit mit dem Begleit- und Therapiezentrum (BTZ) geplant. Angesprochen, sind Personen, die durch die Vorfälle verunsichert oder verängstigt sind.
Auch an verschiedenen Eupener Schulen sind verstärkt Psychologen und Sozialarbeiter im Einsatz. Vor allem am Schulcampus in der Eupener Unterstadt ist am Dienstag eine sozialpädagogische Begleitung vor Ort, um Kindern und auch Lehrern bei der Verarbeitung des Gewaltvorfalls zu helfen.
Man sei in engem Kontakt mit dem Ministerium, mit psychosozialen Diensten und auch mit den Ermittlungsbehörden, sagte Eupens Bürgermeister Thomas Lennertz. Zum Ende der Woche ist eine Auswertung geplant.
Eupen: Tödlicher Polizeieinsatz nach Streit zwischen zwei Gruppen
mz
Ganz unabhängig von diesem tragischen Vorfall gibt es auch in Eupen ein seit Jahren steigendes „Unwohlsein“ (meine subjektive Wahrnehmung), was Fragen der Migration und vor allem Integration betrifft.
Die Stadt wäre gut beraten einmal eine aus allen Blickwinkeln schonungslose (statt beschönigende?) Bestandsaufnahme der Gründe und Ursachen für diesen Befund durchzuführen.
Eine vor 10 Jahren erstellt Broschüre „Migration in Eupen - Zahlen und Fakten. Ein Leitfaden zu Information und Verständnis“, scheint sowohl von den aktuellen Fakten als auch von der Lebenswirklichkeit und den Befindlichkeiten in Eupen längst überholt.
Der Vorfall im Scheiblerpark kann als weiterer Brandbeschleuniger mit unabsehbaren Folgen wirken. Oder als ultimativer Weckruf, nicht nur Vorurteilen oder Rassismus entgegen zu treten, sondern auch den Ängsten und diesem „Unwohlsein“ von Menschen, die sich zu Recht oder Unrecht mittlerweile fremd im eigenen Land fühlen die nötige Aufmerksamkeit zu schenken.
Ich kann mich dem Kommentar des Herrn Leonard nur anschließen.
Es liegt seit Jahren einiges im Argen und die Verantwortlichen machen Business as usual. Das kann nicht gut gehen und ich, und nicht nur ich erwarte, dass hier schnellstens auf allen Ebenen gehandelt wird
Dumm, was passiert ist.
Ich denke allerdings auch an den Polizisten, der da reingeraten ist.