Die Staatsanwaltschaft hat am Montagmorgen erste Informationen zum Polizeieinsatz am Scheiblerplatz in Eupen bekannt gegeben. Nach Angaben von der Sprecherin der Staatsanqaltschaft, Andrea Tilgenkamp, war am Sonntagabend gegen 18.30 Uhr ein Streit zwischen zwei Gruppen eskaliert.
Ausgangspunkt war ein Streit zwischen Kindern, deren Eltern sich anschließend einmischten. Die Kinder kannten sich aus der Schule und hatten zuvor gemeinsam gespielt. Als die Polizei vor Ort eintraf und versuchte, die Situation zu beruhigen, soll ein Mann aus der kurdisch-türkischstämmigen Gruppe sich mit einem Messer in der Hand auf die russischstämmige Gruppe zubewegt haben.
Daraufhin gab ein Polizist zwei Schüsse ab. Der 42-jährige Mann aus Eupen wurde getroffen und erlag später seinen Verletzungen.
Eine weitere Person wurde bei dem Versuch verletzt, den Mann mit dem Messer von einem Angriff auf die andere Gruppe abzuhalten.
Der Verletzte wurde in das Eupener Krankenhaus eingeliefert. Dort versammelte sich kurz darauf eine rund 60-köpfige Gruppe bestehend aus Familienmitgliedern und Freunden des Mannes. Die Polizei löste die Versammlung später friedlich auf.

Da der Schütze der Lokalen Polizei angehört, werden die Umstände des Schusswaffengebrauchs von einer Spezialeinheit der Föderalen Polizei, Comité P, untersucht. Eine weitere Untersuchung befasst sich mit dem ursprünglichen Streit und dem Messerangriff.
Am Montagnachmittag findet die Autopsie des Opfers in Lüttich statt. Daneben hat die Polizei 30 Zeugen identifiziert. Erste Zeugenaussagen wurden bereits aufgenommen, die Ermittlungen laufen.
Die Schilderung des Tathergangs durch die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Andrea Tilgenkamp, im Wortlaut:
Lindsay Ahn