Es ist nicht so, als hätte niemand vor der hohen Brandgefahr im Hohen Venn gewarnt. So viel ist inzwischen deutlich. Der wallonische Ministerpräsident Adrien Dolimont hatte im zuständigen Ausschuss auch mehrmals darauf hingewiesen, dass die zuständigen Dienste das Risiko durchaus auf dem Schirm hatten.
Die Zeitung Le Soir hat jetzt interne E-Mails der Natur- und Forstverwaltung einsehen können. Demnach wurden die zuständigen Forstämter noch am 10. August nachdrücklich vor der Brandgefahr gewarnt, also vier Tage vor dem Ausbruch des Feuers. Vor allem am 13., 14. und 15. August sei das Risiko "hoch".
Mehr noch: In einem Anhang wird daran erinnert, dass der Einsatz von Landmaschinen Risiken mit sich bringe und deshalb empfohlen werde, entsprechende Arbeiten zu verschieben. In jedem Fall müsse man "doppelte Vorsicht" walten lassen.
"Warum hat man trotzdem die Mäharbeiten am 14. August genehmigt?", fragt sich also Le Soir. Eine Mitarbeiterin der Natur- und Forstverwaltung betont in diesem Zusammenhang, dass kein ausdrückliches Verbot bestanden habe.
Im Raum steht derzeit die Mutmaßung, wonach Mäharbeiten den Brand ausgelöst haben.
Roger Pint