Die Betten und die Trennwände stehen noch, Matratzen und Decken sind zusammengerollt und gestapelt, aber es ist still geworden in der Sporthalle von Malmedy, seitdem die Evakuierten weg sind. Nur das Team des Roten Kreuzes ist noch vor Ort. Dazu gehört auch Yanis Vandermeysbruggen aus Eupen.
Der 18-Jährige ist einer der vielen Freiwilligen, die seit dem Ausbruch des Vennbrandes im Einsatz sind. "Am Samstag habe ich zuerst in Jalhay angefangen. Dort haben wir für die Feuerwehrleute Betten aufgebaut, damit sie sich ausruhen konnten. Dann kam die Meldung, dass wir in Malmedy ein Aufnahmezentrum öffnen müssen, weil verschiedene Orte und Straßen evakuiert werden müssen."
In Zwölf-Stunden-Schichten haben die Freiwilligen verschiedener Lokalsektionen des Roten Kreuzes sich um die Menschen gekümmert, die ihre Häuser wegen des Vennbrandes verlassen mussten. Yanis hat vor allem die Fahrten vom und zum Sportzentrum übernommen, Material transportiert und Personen befördert und sich um die praktische Versorgung gekümmert.
"Wir haben aus Bibliotheken Bücher und Spiele bekommen, Fernsehsender eingerichtet, damit die Leute sich tagsüber beschäftigen konnten. Für Verpflegung war natürlich auch gesorgt. Die Leute konnten hier schlafen und auch duschen. Wir wussten ja nicht, wie lange das dauert."
Für die Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten, hatte das Rote Kreuz einen psychologischen Dienst vor Ort eingerichtet, "weil viele Leute unter Schock waren", berichtet Yanis. "Die meisten sind mit nichts angekommen. Viele haben es gerade mal geschafft, nur ihr Haustier mitzunehmen. Es war schon sehr belastend für die Leute und auch für uns, das zu sehen.
Doch am Ende haben sich alle mit einem großen Gefühl von Erleichterung und Dankbarkeit aus Malmedy verabschiedet. "Es kamen viele positive Rückmeldungen von den Evakuierten, dass hier alles super gut geklappt hatte. Sie sagten, es war ein tolles Team hier, alle haben zusammen gegessen, jeder sprach mit jedem, und so wurde die Stimmung besser", erzählt Yanis.
Auch wenn die Evakuierungen vorerst beendet sind, bleiben Yanis und die anderen Freiwilligen auf Abruf. Egal wo und wann sie gebraucht werden - sie sind zur Stelle.
Michaela Brück







