Der Waldbrand in der Gemeinde Hürtgenwald ist laut der Aachener Zeitung nur noch rund 200 Meter vom Ortsteil Gey entfernt. In der Nacht mussten in Gey wegen des Feuers rund 1.800 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Stephan Cranen, der Bürgermeister von Hürtgenwald, betonte, dass die Bewohner sehr verständnisvoll gewesen seien.
Die vom Brand betroffene Waldfläche beträgt rund 300 Hektar. Neben der Feuerwehr sind auch Kräfte des Technischen Hilfswerks, des Roten Kreuzes und der Armee im Einsatz. Aus der Luft wird das Feuer mit Hilfe von fünf Hubschraubern bekämpft. Nach Angaben der Feuerwehr ist die Sicht für die Piloten aber wegen der Rauchentwicklung schlecht.
Kontrolliertes Gegenfeuer gelegt
Bei der Brandbekämpfung hat die Feuerwehr unter anderem ein kontrolliertes Gegenfeuer gezündet. Gleichzeitig erfolge die sogenannte mechanische Brandbekämpfung. "Wir fällen Bäume, wir bearbeiten den Boden, wir wässern den Boden. Das ist immer der klassische Ansatz dazu, Schneisen zu schlagen", so der Sprecher der Feuerwehr in Düren.
In Hürtgenwald werde diese Arbeit allerdings dadurch erschwert, dass der Boden stark von Weltkriegsmunition belastet sei. In der Nacht war auf der Fläche bereits Munition hochgegangen, Explosionen waren zu hören, sagte er.
Mittlerweile hat die Feuerwehr laut der Aachener Zeitung die Erlaubnis erhalten, Wasser aus allen Talsperren der Eifel zu entnehmen. Die Feuerwehr bezeichnete die Wasserversorgung als stabil.
Der Kreis Düren hat den Krisenstab einberufen. Er soll die aktuelle Lage und das weitere Vorgehen besprechen. In Teilen des Kreises Düren ist die Bevölkerung aufgerufen worden, wegen der Rauchentwicklung Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Klimaanlagen abzuschalten. Die Bundesstraße 399 ist wegen der Löscharbeiten gesperrt worden.
Ein weiteres Feuer, das am Donnerstagnachmittag an der Kohlebahn des Tagebaus Hambach ausgebrochen war, ist mittlerweile unter Kontrolle. Die Feuerwehr verhinderte, dass die Flammen auf Waldgebiete übergreifen.
dpa/az/vk/moko