Fast 25 Jahre gibt es den Heilpflanzengarten Herba Sana in Elsenborn. Hier wächst alles, was typisch für die Gegend ist. Ein buntes Meer aus Heilpflanzen und Wildkräutern. Mal geordnet, meistens wild durcheinander. "Hier haben die Pflanzen das Sagen", erklärt Birgit Roehl von Herba Sana. Und das ist offensichtlich auch gut, so, denn der überbordende, grüne und bunte Dschungel summt und brummt was das Zeug hält - ein Zeichen, dass sich nicht nur Pflanzen hier wohlfühlen.
Trotz Hitze hat eine bunt gemischte Gruppe den Weg zum Workshop im Garten gefunden. Alle wollen wissen: Warum ist bitter besser? Kräuterexpertin Frauke Möschler weiß das ganz genau. "Bitter regt den Verdauungstrakt an, weil, wenn wir etwas Bitteres essen, will der Körper das ganz schnell wieder los werden, weil er denkt, dass das auch etwas Giftiges sein könnte."
Der Körper will bittere Lebensmittel los werden und damit das klappt, fährt er schwere Geschütze auf. Und ganz nebenbei wird unser Verdauungstrakt aufgeräumt. "Die Drüsen im Mund werden angeregt, der Speichelfluss kommt in Schwung, Magensaft und Gallenflüssigkeit werden produziert. All das hilft der Verdauung und sorgt dafür, dass Nährstoffe gut aufgenommen werden. Wenn wir wenig oder gar keine bitteren Sachen essen, bleibt das alles auf der Strecke."
Deshalb ist die halbe Miete auch, "bitter" zu schmecken und die bitteren Lebensmittel nicht etwa mit Zucker zu überdecken. Vor allem die Zunge sagt dem Körper, dass da etwas aufgeräumt werden muss. Leider ist das auch der Grund, warum bittere Lebensmittel zunehmend von unserem Speiseplan verschwinden: Bitteres Essen schmeckt vielen nicht. Kein Wunder - schon das Wort bedeutet im übertragenden Sinne, dass man etwas Schlimmes erlebt hat oder enttäuscht wurde.
Trotzdem lohnt es sich laut Frauke Möschler, ab und zu eine "bittere Pille" zu schlucken. "Ich habe gelernt, bittere Medizin hilft. Und genau darum geht es. Wenn wir nur noch essen, worauf wir spontan Lust haben, tun wir unserem Körper keinen Gefallen. Manchmal ist es gut, über seinen Schatten zu springen."
Am einfachsten ist das mit Wildkräutern. Löwenzahn, Schafgarbe oder die Wegwarte enthalten jede Menge Bitterstoffe. Die Pflanzen sind leicht zu erkennen und bei uns in der Region verbreitet. "Sie könnten zum Beispiel in der Garten gehen, sich ein paar Blätter Löwenzahn pflücken und in den Salat tun. Ein paar Blätter reichen, es muss nicht alles bitter schmecken."
Eine andere Möglichkeit sind Präparate wie zum Beispiel Tinkturen. Gekauft - oder einfach selbst gemacht. Das lernen auch die Teilnehmer im Workshop. Sammeln, hacken, mit Alkohol übergießen und vier bis sechs Wochen stehen lassen. So entsteht die selbstgemachte Entgiftungskur. Im Handumdrehen ist die ganze Gruppe um ein Glas voller Bitterstoffe und eine Gewissheit reicher: Bitter ist besser - auch wenn diese Wahrheit vielleicht nicht jedem schmeckt.
Der Herba Sana-Garten in Elsenborn ist vom 1. Juni bis zum 30. September täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Besucher können das Gelände auf eigene Faust mithilfe von verschiedenen Karten und Infoblättern erkunden. Der Eintritt ist frei. Mehr Infos und aktuelle Veranstaltungen gibt es auf der Herba-Sana-Webseite.
Anne Kelleter








Regelmäßig mische unter den Salat (Kopfsalat, Tomaten,rote Zwiebeln etc)
Kampfeberraute mit darunter. Hört sich komisch, iss aber so. 😉
Bekannt ist sie auch unter dem Namen Colakraut.
Zerreibt man die Blätter, die fast wie Nadeln oder Dill aussehen, gibt es einen richtig krassen Duft noch Cola, direkt gekaut ist das schon sehr bitter, deswegen siehe oben.