Am Stand von "Agricall" in Halle 3 des Libramont Exhibition & Congress (LEC) wuseln die Mitarbeiter kurz vor Einlass der vielen Besucher bei der Landwirtschaftsmesse von Libramont. Sie gehen noch einmal die Fragebögen durch und testen die Tablets, auf denen interessierte Landwirte innerhalb von fünf bis zehn Minuten auf die Fragen von "AgriPuls" antworten können, einem Stimmungsbarometer, das (auf Französisch und Deutsch) auch online ausgefüllt werden kann auf der Webseite von Agricall.
"Mit dem Barometer wollen wir den Puls der Landwirte messen und uns mit ihren Lebensumständen, ihrem Wohlbefinden und ihrer Gesundheit befassen", erklärt Laurence Leruse, die verantwortliche Koordinatorin.

Den Berufsalltag besser verstehen
Neben einigen Fragen zur Person und zur betrieblichen Ausrichtung, die anonym behandelt werden, geht es um Themen wie Erschöpfung, Stress, Schlafqualität, Zufriedenheit, Arbeitsbelastung. Ziel ist nicht, eine individuelle Diagnose zu erstellen, sondern den Berufsalltag und die Lebenswirklichkeit der Landwirte besser zu verstehen.
"Wir möchten wirklich herausfinden, was die Landwirte im Alltag erleben,", sagt Laurence Leruse, "inwiefern ihre Arbeit ihnen Erfüllung bringt, aber auch, inwiefern ihre Arbeit ihnen manchmal zur Last fällt, wie groß die Belastung ist. Anhand dieser Aspekte werden wir versuchen, Schulungsangebote zu entwickeln, die darauf zugeschnitten sind."
Insofern fließen die Erkenntnisse aus der Umfrage dann schon auch in die tägliche Arbeit von "Agricall" ein. Seit 2001 begleitet die VoG Landwirte, die mit finanziellen, rechtlichen oder persönlichen Schwierigkeiten konfrontiert sind. "Auf Wunsch fahren wir zu den Betrieben, um ihnen Unterstützung zu bieten, ihnen zuzuhören und ihnen praktische Lösungen aufzuzeigen."
Juristen, Buchhalter, Psychologen ...
Das Team von "Agricall" ist interdisziplinär aufgestellt. Dazu zählen Juristen oder Buchhaltungsexperten und mit Sonia Brück auch eine zweisprachige Psychologin. Denn "Agricall" ist auch für die Landwirte in der Deutschsprachigen Gemeinschaft da. "Wir kommen auch gerne zu Betrieben in der Deutschsprachigen Gemeinschaft", sagt Laurence Leruse. "Wir haben eine Kollegin, die Deutsch spricht, und wir arbeiten mit der Verbraucherschutzzentrale in Eupen zusammen. Es ist uns sehr wichtig, dass unser Dienst unabhängig von der Sprache jedem zugänglich ist - kostenlos!"
Das Stimmungsbarometer "AgriPuls" soll übrigens mehrmals im Jahr durchgeführt werden. Schließlich handelt es sich beim Landwirt immer noch um einen Beruf, der von den Jahreszeiten geprägt wird.
Stephan Pesch









