Ein Blick auf den Rasen des BRF-Funkhauses in Eupen und Tobias Winters von "Mein Rasen" weiß, was zu tun ist. Ähnlich wie viele anderen Rasenflächen in der Region wurde auch der Rasen am Kehrweg durch die Hitze und Trockenheit in Mitleidenschaft gezogen.
"Das Gras ist relativ vertrocknet, aber noch nicht ganz bis in die Triebgrunde rein, also man hat noch einen ganz leichten, grünen Schimmer, den man sieht", erklärt Winters. "Man sieht relativ viel Wildwuchs hier, die Wildkräuter bilden sich, weil sie die Hitze besser abkönnen, als der Rasen selber."
Wie der Experte betont, kann man verbrannten Stellen mit einfachen Mitteln vorbeugen - zum Beispiel indem man darauf achtet, den Rasen im Sommer nicht zu tief zu mähen.
"Wenn man zu tief mäht, hat die Fläche ein größeres Problem, Wasser zu speichern. Es verdunstet mehr Wasser und dadurch vertrocknet der Rasen auch schneller. Im Sommer sollte man mindestens vier bis fünf Zentimeter anheben. Besser ist natürlich noch, den Rasen noch höher zu lassen, so sechs bis sieben Zentimeter."
Doch nicht nur die Schnitthöhe spielt eine Rolle für die Rasengesundheit. Wer düngt, sollte auf einen kaliumbetonten Dünger setzen. Kalium hilft der Pflanze dabei, Wasser besser zu speichern. Mit Stickstoff sollte man dagegen sparsamer umgehen.
"Umso mehr Stickstoff wir aufwenden, umso besser wächst die Pflanze natürlich, aber umso mehr Wasser verbraucht die Pflanze auch. Zudem sollte man darauf achten, das richtige Saatgut zu verwenden. Wiesenrispe ist zum Beispiel ein sehr hitzeverträgliches Saatgut und auch Rohrschwingel ist eine Pflanze, die Hitze gut verträgt."

Damit der Rasen auch bei hohen Temperaturen weiter grün und stark bleibt, braucht er natürlich auch Wasser. Der Experte empfiehlt zehn bis 15 Liter pro Quadratmeter.
"Das aber nicht jeden Tag. Je nach Hitze reichen da alle zwei bis drei Tage aus, damit wir da in die Tiefe gehen können und dort dann auch bis in die tieferen Schichten Wasser bekommen", erklärt Winters.
Wer seinen Garten bewässert, sollte das aktuell nicht mit Trinkwasser tun. Einige Gemeinden haben in den vergangenen Tagen darauf aufmerksam gemacht, Trinkwasser zu sparen. Für Gartenarbeiten sollte deshalb Wasser aus Zisternen oder Regentonnen verwendet werden. Zudem empfiehlt der Experte, den Rasen früh morgens zu bewässern. In der Mittagshitze verdunstet das Wasser schnell und am Abend begünstigt Feuchtigkeit, dass im Garten Pilze wachsen.
Sind die Schäden bereits sichtbar, gibt es Möglichkeiten, den Rasen wieder aufzubauen. Zunächst wird abgestorbenes Gras entfernt und der Boden vorbereitet. Mit einer speziellen Walze wird die Fläche gelöchert, damit Wasser und Nährstoffe wieder besser in den Boden gelangen können.
Anschließend kommt ein Benetzungsmittel zum Einsatz. Es soll dafür sorgen, dass der Boden Wasser wieder gleichmäßiger aufnehmen kann und die Pflanzen auch in tieferen Bodenschichten wieder mit Feuchtigkeit versorgt werden. Dann folgt vorgekeimtes Saatgut. Die Mischung, die Tobias Winters benutzt, besteht aus zwei Dritteln Rasenerde, einem Drittel Rheinsand, sowie dem Saatgut und etwas Wasser.
"Das decken wir dann ab, stellen es dunkel drei bis vier Tage irgendwohin und wenn man die Zeit hat, sollte man es einmal am Tag noch durchmischen. Dann bekommen wir feine Wurzeln", so Winters.
Das vorgekeimte Saatgut wird mithilfe eines sogenannten Saatigels in den Boden eingearbeitet. Danach wird die Fläche gedüngt und mit Rasenerde abgedeckt. Dann heißt es vor allem: Die Oberfläche gleichmäßig feucht halten, damit das Saatgut keimen kann.
Lindsay Ahn



