Als im Juli 2021 die Flut kam, war Cornelia Weigand noch Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Altenahr. Seit Februar 2022 ist sie als parteilose Politikerin die Landrätin des Landkreises Ahrweiler. "Wir sind auf dem Weg. Wir sind auch ein ganzes Stück des Weges schon erfolgreich gegangen, aber wir haben auch noch einiges vor uns."
Durchdacht und zukunftsgerichtet
Das sei aber auch normal bei Großprojekten, die vernünftig geplant werden müssten, "damit hinterher auch etwas Durchdachtes dabei herauskommt", sagt Cornelia Weigand, "gut und zukunftsgerichtet, auch was die Anpassung an den Klimawandel angeht, was Resilienz angeht."
So sollen zum Beispiel die Schulen nach neuen pädagogischen Konzepten aufgebaut werden. "Und wir wollen die Chance bekommen, tatsächlich auch technischen Hochwasserschutz zu bauen, der gebietsübergreifend ist."
Viele Privatleute seien "zurück in ihren Häusern, viele Unternehmen wieder am Start. Es ist schon wieder eine wunderschöne Region", stellt die Landrätin fest. "Wir durften alle zusammen Mitte Dezember die Wiederinbetriebnahme unserer Bahnstrecke feiern. Das war für uns ein tolles Ereignis, weil damit ein Stück Lebensqualität verbunden ist."
Zweckverbände im Einzugsgebiet
Die Ahr hat ein Einzugsgebiet von 900 Quadratkilometern, verteilt auf mehrere Landkreise und die beiden Bundesländer Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Bei anderen Flussgebieten geht es sogar über die Staatsgrenzen: "Das Wasser fließt von oben nach unten und interessiert sich nicht, was das für ein Gebiet ist."
Das mache es schwierig, denn im Moment handele es sich um einen freiwilligen Zusammenschluss. "Und natürlich haben Oberliga und Unterliga andere Sorgen und Nöte." Cornelia Weigand wünscht sich, dass die Behörden und Körperschaften im jeweiligen Einzugsgebiet von Flüssen in Gewässerzweckverbänden zusammenarbeiten müssen. "Dann wären wir raus aus dieser Freiwilligkeit und aus dem Druck, dass sich dagegen die normale dörfliche oder städtische Entwicklung stellen müsste."
Das sei aber noch nicht wirklich gut gelöst. "Da sind wir auf dem Weg für uns und hoffentlich für viele andere auch. Aber da brauchen wir viele, die das genauso sehen und mit uns kämpfen auf allen Ebenen."
Stephan Pesch