Zum Jahrestag kamen am Dienstagmorgen politische Vertreter aus der Europäischen Union, dem föderalen Parlament, der Wallonie und der Deutschsprachigen Gemeinschaft zusammen.
Mit dabei waren der wallonische Ministerpräsident Adrien Dolimont und EU-Kommissarin Hadja Lahbib. Im Mittelpunkt: Wiederaufbau, Hochwasserschutz und die Frage, wie die Region besser auf zukünftige Extremwetter vorbereitet werden kann.
"Als Kommissarin für Krisenvorsorge und -management freue ich mich zu sehen, dass die bereitgestellten Mittel hier genutzt wurden. Man muss wissen: Die Europäische Union hat Belgien nach der Katastrophe mit fast 88 Millionen Euro unterstützt, damit sich das Land wieder erholen kann, und um sich an den Klimawandel anzupassen", erklärte EU-Kommissarin Hadja Lahbib.
Die EU-Hilfen sollen nicht nur den Wiederaufbau ermöglichen, sondern auch dazu beitragen, Orte widerstandsfähiger gegen zukünftige Hochwasser zu machen. Das gilt auch für die Wallonische Region, erklärte der Ministerpräsident der Wallonischen Region, Adrien Dolimont.
"Wir müssen weiter am Krisenmanagement arbeiten. Es ist wichtig, rechtzeitig Warnungen zu erhalten, und ein gutes Monitoring und eine gute Nachverfolgung zu haben. Wir arbeiten auch an einer Reform des Versicherungssystems für Naturkatastrophen. Ziel ist es, die Verwaltung zu vereinfachen, damit sich die Betroffenen auf den Wiederaufbau konzentrieren können und nicht von bürokratischen Anforderungen überlastet werden. Wir wollen die Erfahrungen der Vergangenheit nutzen, damit sie nicht umsonst waren und die Zukunft verändern können."

Für viele Betroffene bleiben die Folgen der Flut bis heute spürbar. Nicht alle Schäden konnten ausgeglichen werden.
"Klar ist aber auch, dass viele Menschen nicht hinreichend entschädigt worden sind. Viele Menschen haben auch unabhängig vom Geld wertvolle immaterielle Gegenstände wie Fotos und Erinnerungen verloren, die nicht wieder zurückgebracht werden können. Deshalb wird sich diese Katastrophe auch ins Langzeitgedächtnis einprägen", ist Oliver Paasch, Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft, überzeugt.
In Eupen wurden seit der Flut zahlreiche Projekte umgesetzt. Doch für die Stadt geht es nicht nur um Schutzmaßnahmen, sondern auch darum, die Unterstadt wieder mit Leben zu füllen, weiß Eupens Bürgermeister Thomas Lennertz.
"Auch da haben wir in den letzten Monaten Entwicklungen gesehen. Am Scheiblerplatz hat sich neuer Kommerz angesiedelt, worüber wir sehr froh sind. Und wir denken auch, dass, wenn das Immobilienprojekt ehemals "Heck" beendet sein wird, der nächste Schub kommen wird, der wieder deutlich mehr Leben zurück in die Unterstadt bringen wird."
Der Besuch von politischen Vertretern aus Europa, dem föderalen Parlament, der Wallonie und Ostbelgien war auch ein Zeichen der Unterstützung. Fünf Jahre nach der Katastrophe ist vieles wieder aufgebaut. Die Erinnerung an die Flut bleibt jedoch bestehen und muss dabei helfen, den Schutz vor zukünftigen Hochwassern weiter auszubauen.
Fünf Jahre nach der Hochwasserkatastrophe von 2021 erinnern mehrere Gemeinden in der Region an die Opfer der Flut. In Eupen lädt die Stadt am Dienstag um 18 Uhr zu einer Gedenkfeier am Weserpavillon im Temsepark ein.
Dogan Malicki




Ist den Politikern denn eigentlich einmal aufgefallen, wie sich das Bild in der Unterstadt in den letzten 5 Jahren gewandelt hat. Damit meine ich nicht die Bauarbeiten. Die letzten verbliebenen Unterstädter, und dazu gehöre ich auch seit meiner Geburt, fühlen sich mittlerweile fremd im eigenen Viertel. Aber das kriegt man nur mit, wenn man in der Unterstadt wohnt. Diese Entwicklung macht uns Angst und verunsichert uns. SO wird es nicht mehr lange dauern, bis auch die letzten Unterstädter die Flucht ergreifen. Daran kann auch die bauliche Aufwertung der Unterstadt nichts ändern.