Ein Abschied mit viel Musik und persönlichen Worten: Auf dem Schulhof in Meyerode verabschiedeten die Schülerinnen und Schüler der drei Grundschulstandorte ihren Schulleiter. Jede Jahrgangsstufe hat einen eigenen Beitrag vorbereitet – mit persönlichen Texten, Liedern wie "Ich bin 'ne Karnevalsmaus" und sogar der Hymne des 1. FC Köln.
Gerd Habsch erinnert sich zurück, wie alles angefangen hat: "Zum Schulleiter kommt man oft wie die Jungfrau zum Kind. Mein Vorgänger hat mich gefragt, ob das nichts für mich wäre. Erst habe ich gesagt: Auf keinen Fall, ich bleibe Lehrer. Dann sollte ich es ein Jahr ausprobieren – und aus einem Jahr wurden schließlich 17."
In den vergangenen Jahren habe sich der Schulalltag deutlich verändert – sowohl bei der Förderung von Kindern mit besonderem Unterstützungsbedarf als auch durch die Digitalisierung. "Als ich angefangen habe, war man froh, ein Schwarz-Weiß-Kopiergerät zu haben. Heute hat jeder Lehrer ein Tablet und schickt seine Druckaufträge direkt zum Drucker. Und auch Künstliche Intelligenz wird künftig sicher eine Rolle spielen. Da müssen wir schauen, wie wir damit umgehen."
Die Abschiedsfeier – ein bewegender Moment. Nicht nur für Gerd Habsch. Irene Willems ist seit 1990 Kindergärtnerin in Meyerode. Sie ist, wie sie sagt, vom alten Inventar. "Er ist wie ein Familienvater für unsere drei Schulen. Jeder darf so sein, wie er ist. Jeder soll aber auch seine Aufgaben erfüllen."
Auch Grundschullehrerin Elena Mreyen hat Gerd Habsch von Anfang an ins Herz geschlossen. "Wir haben ihn alle sehr geschätzt, weil er so menschlich ist. Er hatte immer ein offenes Ohr für uns. Er war immer sofort zur Stelle und wir werden ihn sehr vermissen."
Was Gerd Habsch jedoch am meisten in Erinnerung bleiben wird, sind die Menschen und die Zusammenarbeit. "Das Schönste waren immer die Begegnungen – mit den Kindern, den Kolleginnen und Kollegen, aber auch mit den anderen Schulleitern. Wenn man zusammenarbeitet und im Gespräch bleibt, kann man unglaublich viel erreichen. Dafür bin ich sehr dankbar."
Ganz ruhig wird der Ruhestand aber nicht. Sport, Zeit mit der Familie und der Hausbau seiner Tochter stehen bereits auf dem Programm. Darüber hinaus soll er das Bügeln lernen – so will es zumindest seine Frau.
Gerd Habsch gehört damit zu mehreren Schulleitern in der Region, die zum neuen Schuljahr wechseln. In seine Fußstapfen wird Manuela Reuter treten. An der Paul-Gerardy-Grundschule Lascheid/Oudler übernimmt Catherine Ellenbecker die Leitung von Klaus Knauf. Neuer Schulleiter der Grundschule Elsenborn wird Siegfried Mreyen als Nachfolger von Manuel Justen. Und auch an der Grundschule der Stadt St. Vith scheidet Kathleen Schaus als Schulleiterin aus. Wer ihre Nachfolge übernimmt, steht derzeit noch nicht fest.

Dogan Malicki
Alles Gute, Gerd! Die Schule wird dir fehlen, aber wahrscheinlich nur in den nächsten Monaten. Denn dein Un-Ruhestand scheint vorprogrammiert. Und noch eins: Es gibt Bügelmaschinen...