Für den Weywertzer Fan Sandro Kreusch, der zu den wenigen ostbelgischen Anhängern der Roten Teufel beim 1:1 gegen Ägypten in Seattle gehörte, unterschied sich die Atmosphäre im Stadion deutlich von der europäischen Fankultur. "Ganz anders als in Europa - das hat nichts mit europäischer Fankultur zu tun. Halt typisch amerikanisch", beschreibt er seine Eindrücke.
Nach seiner Einschätzung seien "80 Prozent von den Leuten im Belgien-Trikot gar keine Belgier" gewesen. Zudem sei das gesamte Stadionerlebnis stark auf Konsum ausgerichtet. "Die Leute geben wahrscheinlich genauso viel aus an Pizza, Hotdogs, Popcorn, Bier und anderen Getränken wie für die Eintrittskarte", sagt Kreusch. Viele Besucher würden große Mengen Essen und Getränke mit ins Stadion nehmen. Sein Fazit: "Das Spiel ist eigentlich Nebensache".
Überrascht zeigte sich der Ostbelgier hingegen von der unkomplizierten Einreise in die USA. "Eigentlich hatte ich es so erwartet und so ist es auch gekommen", erklärt er. Entgegen vieler Berichte habe es keine Probleme gegeben. "Bei der Einreise haben wir keinerlei Schwierigkeiten gehabt. Alles lief wie am Schnürchen." Nach einem pünktlichen Abflug in Frankfurt sei die Reise sogar schneller als geplant verlaufen. Auch am Flughafen in Seattle habe alles reibungslos funktioniert. "Die Leute am Zoll waren sehr freundlich. Es wurden ein paar Fragen gestellt, die man ganz einfach beantwortet, und nach zwei, drei Minuten waren wir schon durch die Grenzkontrolle."
Positiv fiel ihm zudem die Organisation vor Ort auf. "Danach waren überall Volunteers an den Bahnhöfen und U-Bahn-Stationen, die einem geholfen haben, wenn man Fragen hatte." Sein Zwischenfazit: "Bisher hat alles reibungslos geklappt".
Auch finanziell hält sich die Reise für Kreusch bislang im Rahmen. Dank der Punkterangliste des belgischen Fußballverbands erhielt er Zugang zur günstigsten Ticketkategorie. "Wir konnten die günstigste Ticketkategorie bekommen, sprich 50 US-Dollar pro Ticket für die drei Gruppenspiele. Für ein WM-Spiel ist das noch recht günstig." Auch die Flugpreise seien nicht außergewöhnlich hoch gewesen. "Sie waren ganz normal, nicht teurer als sonst auch." Bei den Lebenshaltungskosten vor Ort sieht er ebenfalls keine großen Unterschiede zu Belgien: "Essen und Trinken sind ähnlich wie in Großstädten in Belgien, auch nicht teurer." Einen klaren Vorteil habe er allerdings bereits festgestellt: "Sprit ist auf jeden Fall halb so teuer wie in Belgien".
Christophe Ramjoie



Immer gut jemanden von hier zu Lande zu hören. Hört sich etwas anders an wie die oft negative Media Kommentare die oft verbreitet werden.