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Faire Milch im "Boudin blanc": Fairebel und Salaisons de Malmedy starten Partnerschaft

04.06.202619:1305.06.2026 - 13:14
  • Fairebel
  • Malmedy
André Denis, Geschäftsführer von "Salaison de Malmedy", und Fairebel-Gründer Erwin Schöpges
André Denis, Geschäftsführer von "Salaison de Malmedy", und Fairebel-Gründer Erwin Schöpges (Bild: Gaby Zeimers/BRF)

Boudin blanc gehört in Belgien zu den beliebten Wurstspezialitäten. In Malmedy wird sie künftig mit Milch von Fairebel hergestellt. Die Bauernkooperative und die Salaisons de Malmedy haben ihre Zusammenarbeit am Donnerstag offiziell vorgestellt.

In der Produktionshalle des Wurstherstellers Salaisons de Malmedy dreht sich am Donnerstag alles um eine Zutat: die Milch. Denn die Weißwurst des Hauses wird jetzt mit Milch von Fairebel hergestellt.

Bei der Vorstellung in Malmedy sprechen die Partner von einer Zusammenarbeit, die handwerkliche Tradition und faire Landwirtschaft miteinander verbindet. Beide Unternehmen setzen nach eigenen Angaben auf regionale Rohstoffe und kurze Lieferwege.

Für André Denis, Geschäftsführer von "Salaison de Malmedy", war dies ein logischer Schritt. "In der Weißwurst sind 33 Prozent Milch enthalten, also haben wir uns gedacht, warum sollten wir nicht eine Zusammenarbeit mit Fairebel eingehen, anstatt eine gewöhnliche Milch für unsere Wurst zu nehmen. Uns verschafft das eine zusätzliche Sichtbarkeit durch Fairebel, und Fairebel kann seine Milch in unseren Weißwurstprodukten vermarkten."

Fairebel wurde während der Milchkrise 2009 gegründet. Die Genossenschaft zahlt ihren Mitgliedern einen höheren Milchpreis und finanziert diesen über den Verkauf ihrer Produkte. Jetzt verlässt Fairebel erstmals den reinen Milchbereich und kooperiert mit einem Fleischverarbeiter.

An die Idee habe man sich erstmal gewöhnen müssen, sagt Fairebel-Gründer Erwin Schöpges. "Wir hatten bisher Käse, Butter. Jetzt haben wir auch ein halbes Fleisch-Milch-Produkt. Und das ist wieder etwas Besonderes. Ich glaube, man muss neue Wege gehen. Wir haben es immer sehr schwer gegen unsere Konkurrenten, die multinationalen Konzerne, wie Campina, Arla, Lactalis, Danone, anzutreten. Da muss man sich neue Verbündete suchen, mit neuen Produkten, innovativ sein."

Die Fairebel-Kuh mit anderen Produkten der Marke: Milch, Kakao, Apfelsaft und dem "Boudin blanc"
Bild: Gaby Zeimers/BRF
Auto mit Fairebel-Logo vor dem Sitz von Salaisons de Malmedy
Bild: Gaby Zeimers/BRF
Trockenraum für die Würste bei Salaisons de Malmedy
Bild: Gaby Zeimers/BRF
André Denis, Geschäftsführer von "Salaison de Malmedy"
André Denis, Geschäftsführer von "Salaison de Malmedy" (Bild: Gaby Zeimers/BRF)
Mitarbeiter kippt das Fleisch in den Tank mit der Masse für die Weißwurst
Bild: Gaby Zeimers/BRF
Mitarbeiter vor dem Tank mit der Masse für die Weißwurst
Bild: Gaby Zeimers/BRF
Mitarbeiter vor dem Tank mit der Masse für die Weißwurst
Bild: Gaby Zeimers/BRF
Die Masse für die Weißwurst
Bild: Gaby Zeimers/BRF
Mitarbeiter von Fairebel und Salaison de Malmedy
Mitarbeiter von Fairebel und Salaison de Malmedy (Bild: Gaby Zeimers/BRF)
Verpackte "Boudin blanc" auf einem Fließband bei Salaisons de Malmedy
Bild: Gaby Zeimers/BRF
Verpackte "Boudin blanc" auf einem Fließband bei Salaisons de Malmedy
Bild: Gaby Zeimers/BRF

Am Verkaufspreis der Wurst soll sich zunächst nichts ändern. Entscheidend sei, dass Verbraucher bewusst zu regionalen Produkten greifen, hofft Schöpges. "Mit jedem Produkt geht eine gewisse Summe, fünf bis zehn Cent, in einen separaten Topf. Der wird hinterher an unsere Mitglieder gerecht verteilt. Er unterstützt die lokale Wirtschaft. Ich denke, es ist auch ein Schritt in eine bessere Welt, wo wir reinkommen müssen, in eine lokale Welt, wo einer dem anderen hilft."

Das Interesse an dem Modell reicht über Belgien hinaus. Derzeit gibt es fünf weitere Fairebel-ähnliche Milchkooperativen in Europa. Vertreter von D'Faire Mëllech aus Luxemburg und FaireFrance aus Frankreich waren eigens zur Präsentation nach Malmedy gekommen. Auch dort verfolgt man die neue Kooperation mit Interesse. Denn die Verbindung von regionalem Fleisch und fair vermarkteter Milch könnte auch in anderen Regionen Schule machen.

"Bei uns wäre das auch möglich. In den Ardennen ist die Weißwurst eine Spezialität der Region", schätzt Jean-Luc Pruvot, der Präsident von "Fairefrance". "Wir haben schon darüber nachgedacht."

Ob die Verbraucher die neue Weißwurst annehmen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Für Fairebel ist das Produkt jedoch mehr als eine neue Vermarktungsidee: Es soll zusätzliche Einnahmen für die Milchbauern schaffen und das Prinzip der fairen Wertschöpfung weiter stärken.

Danielle Warmerdam von D'Faire Méllech aus Luxemburg, Erwin Schöpges von Fairebel und Jean-Luc Pruvot von Fairefrance
Danielle Warmerdam von D'Faire Méllech aus Luxemburg, Erwin Schöpges von Fairebel und Jean-Luc Pruvot von Fairefrance (Bild: Gaby Zeimers/BRF)

Gaby Zeimers

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