"Wenn wir gegen Diskriminierung einstehen wollen, dürfen wir so eine wichtige Minderheit wie die Deutschsprachigen im Land nicht vergessen. Deshalb machen wir hier ein Büro auf. Das Ziel ist es, alles, was Unia macht - also Schulungen, Sensibilisierungskampagnen und Lobbyarbeit - auf Ebene der DG runterzubrechen", erklärt William Vorhagen. Seit September arbeitet er für Unia.
Vorhagen ist "lokaler Botschafter" des Zentrums für Chancengleichheit und soll das Büro in Eupen besetzen. In der DG präsent ist Unia schon länger. Bisher gab es regelmäßige Sprechstunden im Parlament der DG. Durch den Umzug ins Stadtzentrum soll das Angebot nun leichter zugänglich und vor allem ausgebaut werden.
Aus der DG gab es letztes Jahr rund 50 Meldungen von Diskriminierung bei Unia. Die meisten davon haben mit dem Merkmal Behinderung zu tun. Danach folgt Diskriminierung auf Basis von Alter oder Herkunft. "Das liegt unserer Ansicht nicht daran, dass es hier keinen Rassismus gibt, sondern daran, dass die Organisationen, die Menschen mit Behinderung vertreten, hier sehr stark sind, während es zum Thema Rassismus noch nicht so viel gibt."
"Unser Ziel ist es aber nicht, Meldungen zu generieren, um Meldungen zu generieren, sondern die Leute durch die erhöhte Sichtbarkeit von Vorfällen dazu zu ermutigen, Sachen zu melden, die sie erlebt oder beobachtet haben."
Wer von Diskriminierung betroffen ist oder einen Vorfall melden möchte, kann sich per Telefon oder Email bei William Vorhagen melden und einen Termin zur Beratung bekommen. Unia bietet für Einzelpersonen juristische Beratung und Mediation an.
"Wir sagen immer gern, dass wir die Fähigkeit haben, vor Gericht zu gehen und das ist auch wichtig. Aber die meisten Lösungen werden außergerichtlich erzielt und das bringt öfters auch bessere Resultate als gerichtlich erzwungene Lösungen." Dabei kümmert sich Unia um alle Fälle von Diskriminierung außer Fälle in Verbindung mit dem Thema Geschlecht, dafür ist in der DG Prisma zuständig.
"Belgienweit basieren die meisten gemeldeten Fälle von Diskriminierung auf dem Alter. Wenn zum Beispiel ein Arbeitnehmer zum Gespräch eingeladen wird und dann sagt man ihm, man suche für die Stelle eher ein jüngeres Profil, ist das Diskriminierung."
Künftig würde Unia auch gerne für Diskriminierung in Bezug auf Sprache zuständig werden. Das ist laut Gesetz zwar verboten, aber noch gibt es belgienweit keine offizielle Anlaufstelle dafür. Ausnahme ist der Ombudsdienst der DG, der wird aber nur für Bürger der DG und bei Fällen in Bezug auf öffentliche Institutionen tätig.
Neben der Beratung zum Thema Diskriminierung setzt sich Unia auch politisch für Chancengleichheit ein. In Der DG will Willam Vorhagen besonders das Thema "Wohnen" begleiten und Regierung und Parlament beim laufenden Gesetzgebungsprozess beraten.
Für die Zukunft plant Unia auch eine Anlaufstelle in der Eifel. Dort sollen wie früher in Eupen regelmäßige Sprechstunden angeboten werden. Konkreteres soll zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden.
Anne Kelleter


