Im großen Sitzungssaal des St. Vither Rathauses istam Freitag alles ein wenig anders als sonst. Dort, wo normalerweise Zuschauer und Presse bei Stadtratssitzungen Platz nehmen, stehen jetzt sechs blaue Blutabnahmeliegen. Das Blutspendeteam aus Lüttich hat sich im gesamten Rathaus eingerichtet.
Bereits kurz vor zehn Uhr warten die ersten Spenderinnen und Spender auf ihre Blutabnahme. Sie sind Teil des Blutspendemarathons, den die Rot-Kreuz-Lokalsektion St. Vith-Burg-Reuland gemeinsam mit der Klinik St. Josef organisiert hat.
Während draußen ein Informationszelt Passanten spontan zum Blutspenden motivieren soll, treten drinnen rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus sieben regionalen Unternehmen gegeneinander an.
Die Firmenchallenge soll zusätzliche Motivation schaffen. Auf die erfolgreichste Blutspende-Firma wartet am Ende sogar ein Fass Bier. Da überrascht es nicht, dass manche am liebsten gleich zweimal spenden würden. Doch hinter der Aktion steckt ein ernster Hintergrund.
Die Blutreserven sind knapp, besonders seltene Blutgruppen fehlen immer häufiger. Das bekommen auch die beiden Krankenhäuser in der Deutschsprachigen Gemeinschaft zu spüren. Gleichzeitig beobachten die Verantwortlichen, dass die Zahl der Blutspender seit Jahren zurückgeht. Viele langjährige Spender fallen altersbedingt weg oder dürfen wegen Medikamenten nicht mehr spenden.
Deshalb hoffen das Rote Kreuz und die Klinik vor allem auf neue, junge Spenderinnen und Spender – und darauf, dass Erstspender nach Aktionen wie dem Blutspendemarathon wiederkommen und dauerhaft Blut spenden gehen.
Wer am Ende die Firmenchallenge gewinnt, ist für die Organisatoren dabei eher nebensächlich. Gewonnen haben vor allem die Menschen, die irgendwann dringend auf eine Blutkonserve angewiesen sind.
Robin Emonts


