Um vier Uhr morgens beginnt der Arbeitstag am Bauhof in Amel. Hier bereitet das Team des Verteilerdienstes GE Distribution Services jeden Morgen die Touren vor. Eine der insgesamt elf Zustellerinnen und Zusteller ist Lacia Bach. Sie kennt den Job: Zehn Jahre lang war sie bei der Post tätig und für diese auch in verschiedenen Eifelgemeinden im Einsatz. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Mario Thelen, ebenfalls ehemaliger Postmitarbeiter, hat sie bei der Planung der neuen Zustellrouten geholfen.
"Wir haben einen Entwurf bekommen vom GrenzEcho und das haben wir dann nochmal auseinandergekämmt und alles analysiert. Es ist nicht immer ganz einfach gewesen, weil man kleine Karten hat, man musste mit dem arbeiten, was da war. Es ist viel Tüftelei gewesen. Öfter gab es auch eine schlaflose Nacht dazwischen. Aber es hat auch viel Spaß gemacht", so Bach. "Eigentlich war nicht vorgesehen, dass ich hier anfange, aber dann ist plötzlich jemand abgesprungen und für mich macht sich der Job super, weil man immer früh unterwegs ist. Ich habe auch einen kleinen Sohn und für den bin ich dann den ganzen Tag Mama."
Hintergrund der eigenen Zustellung der Zeitung durch das GrenzEcho ist der Rückzug der Post aus der Zeitungszustellung. "Die belgische Post hat ja Mitte 2023 entschieden, die Zeitungen nicht mehr auszutragen, weil sie die Unterstützung des Staates nicht mehr kriegt. Dann haben wir gesagt, dass wir das selbst in die Hand nehmen", so Tim Verdin vom GrenzEcho. "Wir haben schon seit 2021 unseren eigenen Zustelldienst für den Wochenspiegel im Norden und jetzt sind wir eben auch da, dass wir es mit dem GrenzEcho selber machen".
Aktuell betrifft die Eigenzustellung der Tageszeitung nur die Eifelgemeinden. Hier liefert das GrenzEcho neben der eigenen Zeitung auch frankophone oder flämische Zeitungen aus. Ab Herbst soll dann auch der Norden der DG folgen. Nach den ersten Tagen im richtigen Betrieb ziehen die Beteiligten eine überwiegend positive Bilanz – auch wenn es vereinzelt Anlaufschwierigkeiten gab.
"Ich glaube, es klappt schon sehr gut", sagt Lacia Bach. "Natürlich kann man immer noch etwas verbessern. Wenn es Reklamationen gibt, tauschen wir uns über eine Whatsapp-Gruppe aus und schauen, wer am nächsten dran ist und die Zeitung nachliefern kann. Wir klingeln dann auch und sprechen mit den Leuten. Auch wenn es früh ist und man die Menschen oft nicht sieht, wollen wir den Kontakt halten."
Unterstützt wird das Projekt von der Deutschsprachigen Gemeinschaft, die bis zu 170.000 Euro zur Verfügung stellt, um die Tageszeitung zu sichern. "Eine Tageszeitung, die nicht in die Häuser gelangt, ist keine Tageszeitung mehr", so Medienminister Gregor Freches. "So kam uns natürlich auch die Frage gelegen, wie wir gleichzeitig mit der Unterstützung auch die Dörfer und unsere ländliche Umgebung stärken. Wichtig war uns auch, dass VoGs und Gemeinden und alle, die analog Zeitschriften verteilen, das über das GrenzEcho machen können. Und das zu einem besseren Preis, als Bpost es hätte machen können."
Die Zustellung der Tageszeitung in die eigene Hand zu nehmen - für das Grenzecho ein wichtiger Schritt, um Abonnenten auch in Zukunft zuverlässig zu erreichen und zugleich Chancen für die gesamte Region zu eröffnen.
Lindsay Ahn
Bravo ! Eine sehr gute Initiative, die sicher alle Abonnenten zufrieden stellt !