Für die Leiterin der Telefonhilfe, Sigrid Roobroeck, war das Jahr 2025 ein erfolgreiches Jahr. "Wir haben 3.500 Begleitgespräche geführt. Das ist eine Steigerung der Begleitgespräche." Unterm Strich ist das ein Plus von fast 200 effektiven Beratungsgesprächen im Vergleich zu 2024.
3.500 Gespräche, in denen die 44 ausgebildeten ehrenamtlichen Personen aus der DG und den angrenzenden Gemeinden helfen konnten in schwierigen Momenten. "Es wird bekannt unter den Menschen, dass man die 108 anrufen kann, wenn man mal mit einem anonymen Gesprächspartner etwas diskutieren möchte und dass die 108 nicht da ist für äußerste Notfälle, aber für alle, die Gesprächsbedarf haben."
Diesen Bedarf haben aktuell wohl am meisten Personen im Alter zwischen 41 und 60 Jahren. Oder anders ausgedrückt: Diese Altersgruppe greift am ehesten auf die anonyme Hilfe zurück. Diese Altersgruppe macht 42 Prozent aller Kontakte aus - 1.460 Personen. Rund 1.000, also 30 Prozent, waren 2025 zwischen 61 und 75 Jahre alt.
Aber auch junge Leute trauen sich vermehrt, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Gerade jungen Leuten bietet die Telefonhilfe seit 2021 eine noch anonymere oder generationsgerechtere Hilfe per Mail oder Livechat. Im vergangenen Jahr nutzten 35 Personen die Beratungen per Mail und 27, größtenteils Jugendliche, die Hilfe per Chat. Tendenz aktuell extrem steigend. "Wir haben von Januar bis April schon mehr Chats als im ganzen vergangenen Jahr."
Der Livechat wird dabei aktuell nur an zwei Abenden pro Woche - montags und donnerstags von 20 bis 22 Uhr - angeboten. Das Ziel mit Blick auf die neuen Zahlen ist da klar: Sigrid Roobroeck und ihr Team wollen die Chatzeiten weiter ausbauen. Am liebsten sollte das Angebot täglich zugänglich sein, aber dazu braucht es mehr Ehrenamtliche. Melden kann sich eigentlich fast jeder. "Man muss empathisch sein, ein Herz haben für andere Menschen. Es ist natürlich nicht jedermanns Sache, mit anderen Menschen zu sprechen oder zu chatten. Da muss man schon eine soziale Ader haben, aber sonst ist nichts gefordert."
Interessierte erhalten dann eine Basisausbildung über 70 Stunden, verteilt auf ein Jahr. Man lernt dort richtig, mit Menschen zu sprechen, die ein Anliegen haben und sich bei der 108 melden. Da gibt es viele Gründe, warum Menschen die Nummer wählen. 2025 ging es in den Gesprächen am häufigsten um Beziehungen im Alltag, um depressive Stimmungen oder um Ängste. Oftmals geht es aber auch um Einsamkeit - viele Leute haben einfach niemanden, mit dem sie mal sprechen können. In all diesen Fällen ist die Telefonhilfe 108 für die Menschen aus der Region und Deutschsprachige in ganz Belgien da - seit vielen Jahren mit einer klaren Botschaft: Reden hilft!
Wenn ihr das Bedürfnis habt, zu reden, dann meldet euch bei der Telefonhilfe. Wählt die 108 oder greift auf die Mail- oder Chathilfe zurück. Alle Infos dazu findet ihr auch auf der Webseite der Telefonhilfe. Da erfahrt ihr auch, wie ihr euch ehrenamtlich engagieren könnt!