67.559 Bürgerinnen und Bürger sind dem Ruf der Stadt Aachen gefolgt und haben ihre Stimme zur Olympiabewerbung abgegeben. Rund 76,3 Prozent von ihnen sagen ganz klar "Ja" zu den Olympischen und Paralympischen Spielen in NRW. "Das ist der beste Wert in ganz NRW und das bei gleichzeitig der höchsten Wahlbeteiligung aller Großstädte in unserem Land", freut sich Aachens Oberbürgermeister Michael Ziemons. "Natürlich sage ich da danke an alle, die dazu beigetragen haben. Diese Bewerbung, dieser Bürgerentscheid, das war ein Teamsport, dazu haben ganz viele beigetragen und nur so klappt das."
In insgesamt 17 NRW-Städten wurde abgestimmt. Überall gibt es Mehrheiten für die Spiele, wenn auch nicht allerorts so deutlich wie in der Kaiserstadt. Knapp war es beispielsweise in der "Leading City" Köln. 57,4 stimmten hier für die Spiele. In keiner anderen Stadt war das Wahlergebnis knapper.
Für eine Stadt platzte der Traum von Olympia trotz Mehrheit für die Spiele. In Herten, wo gemeinsam mit Recklinghausen Mountainbike-Wettbewerbe vorgesehen waren, hatten nicht genug Menschen an der Abstimmung teilgenommen. Somit flog der Ort ganz aus der NRW-Bewerbung heraus. Generell zeigte sich das Bundesland aber mit einer überwiegenden Mehrheit offen für Olympia. In ganz Nordrhein-Westfahlen haben rund 1,4 Millionen Menschen abgestimmt - etwa zwei Drittel von ihnen sind für die Spiele in NRW.
Die Euphorie für die Olymischen Spiele vor der Haustüre scheint da zu sein. Was aber noch fehlt, ist die tatsächliche Entscheidung. Und an dieser hängt noch so einiges. Denn alleine in der deutschen Vorauswahl für die Olympia-Bewerbung ist "KölnRheinRhur" nicht der einzige Kandidat. Auch München, Hamburg und Berlin sind im Rennen.
Michael Ziemons nimmt den Rückenwind der Bevölkerung gerne mit und ist überzeugt, dass das Votum der Aachener über die Stadt hinaus Wirkung zeigt. Denn selbst wenn "KölnRheinRuhr" am Ende nicht für die deutsche Bewerbung ausgewählt wird, könnte Aachen trotzdem eine Rolle spielen: Als wichtiger Standort für den Reitsport wäre die Stadt auch für die anderen deutschen Kandidaten interessant. "Jetzt heißt es natürlich Daumen drücken und auch weiter im Team dafür kämpfen, dass NRW den Zuschlag bekommt. Ich bin aber auch sicher, dass diese 76,3 Prozent dieser großen Menge Menschen in unserer Stadt auch über Aachen hinaus strahlen werden."
"Wir werden jetzt natürlich auch weiter unseren Hut in den Ring werfen, dass wir mit dem Reitsport auch über die NRW-Bewerbung hinaus eine Chance bekommen. Jetzt geht das eben seinen Weg. Der Deutsche Olympische Sportbund muss entscheiden, wer für Deutschland ins Rennen geht und dann muss das IOC entscheiden, welches Land am Ende gewinnt. Ich bin aber sicher, dieses starke "Ja" wird ausstrahlen. Das wird in Berlin gesehen werden und auch in Lausanne."
Ob Deutschland die Bewerbung "KölnRheinRuhr" - und damit auch Aachen - auf internationaler Ebene für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 ins Rennen schickt, wird am 26. September entschieden.
Lindsay Ahn