"Kommen Sie zurecht? Haben Sie noch Fragen?" - eine klassische Unterhaltung der Venn-Stewards. Sie sind Ansprechpartner für Wanderer und Touristen. Fernand Kluser und Vincent Halmes sind zwei von rund 100 Freiwilligen, die diesen Job übernehmen. Vor allem an Wochenenden und in den Ferien sind sie gefragt - für Kluser eine willkommene Abwechslung. "Es ist doch sehr schön hier. Und ich bin Rentner, dann habe ich wenigstens eine Beschäftigung."
Auch sein Kollege ist Rentner. Beide lieben die Natur und den Kontakt zu den Menschen - und der fällt meistens positiv aus. "Sehr positiv. Die Leute kommen auf uns zu und wir geben die Informationen. Es gibt zwar auch Leute, die machen, was sie nicht dürfen, denen muss man das dann schon sagen." Wie bei unserem Termin zum Beispiel: Ein Hund springt kurzerhand von den Holzstegen in die Moorlandschaft - das geht so nicht. Beide Stewards regeln das sofort. "Um Gottes Willen, nein, der darf da nicht hin! Und auch bitte nicht frei laufen lassen."
Das Steward-Projekt des Naturparks Hohes Venn-Eifel läuft seit 2024. Die Stewards sollen informieren und sensibilisieren. Projektkoordinator Stéphane Califice erklärt, dass die Bilanz des Projektes sehr positiv ausfällt. Eine Zufriedenheitsumfrage sei unter den Wanderern gemacht worden und die habe gezeigt, dass sie den Einsatz der Stewards nützlich finden. Ihre Erfahrungen im Venn seien durch die Stewards sogar verbessert worden. Außerdem seien die Stewards als sympathisch beschrieben worden.

Auch die Forstverwaltung ist froh über den Einsatz der Stewards. Vor allem an belebten Wochenenden sind sie eine große Hilfe und Unterstützung.
Alles in allem nur positive Rückmeldungen. Trotzdem steht da noch ein großes Fragezeichen, wenn es um die Fortführung des Projektes geht, das von der Wallonischen Region finanziert wird. Die Finanzierung läuft nämlich im August aus. Stéphane Califice erklärt, dass aktuell ein Bericht geschrieben werde, um die Politik, aber auch andere Partner von der Finanzierung und Fortsetzung des Projektes zu überzeugen.
Alle Beteiligten hoffen, dass es weiter geht. Deshalb werden auch noch neue Stewards ausgebildet - am 30. April zum Beispiel. Die Weiterbildung ist auf Französisch, für Übersetzung sei aber gesorgt. Denn, die Stewards sprechen im besten Fall mehrere Sprachen. Das Hohe Venn zieht bekanntlich Menschen von überall an.
Anmelden kann man sich für die Weiterbildung noch per Mail an stephane.califice@botrange.be.
Lena Orban



