Während am aktuellen Standort des Medienzentrums am Werthplatz bereits die Umzugskisten gedanklich gepackt werden, ist der Neubau in der zentralen Schulstraße baulich bereits weit fortgeschritten. Nach Abschluss der Bauphase steht nun die Installation der Gebäudetechnik an. Diese soll den Grundstein für ein modernes, gesellschaftliches Zentrum legen.
Ein "Dritter Ort" mit 24-Stunden-Zugang
Die wohl markanteste Neuerung: Das Herzstück des neuen Konzepts ist die radikale Öffnung für die Bürger. Medienminister Gregor Freches betont die Bedeutung der neuen Infrastruktur als sozialen Treffpunkt. "Für mich ist wichtig, dass wir einen Ort geschaffen haben, wo wir das analoge Buch mit dem digitalen weiter verzahnen und der Bevölkerung möglich machen, 24 auf 24 Stunden ins Medienzentrum zu kommen, Bücher auszuleihen, sich hier zu unterhalten, sich zu treffen und eben ein Ort der Begegnung zu werden, ein sogenannter 'Dritter Ort'." Heißt: Ein Treffpunkt zwischen Zuhause und Arbeitsplatz.
Wenn das Gebäude an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr zugänglich sein wird, geht es dabei nicht nur um die automatisierte Rückgabe von Büchern, sondern um den tatsächlichen Aufenthalt im Gebäude. "Wenn man Bibliotheksnutzer mit einem gültigen Ausweis ist, kann man effektiv 24 Stunden in das Gebäude rein, durch die Medien stöbern. Man kann aber auch einfach lesen oder arbeiten. Ich kann auch einen Laptop ausleihen, falls ich den nicht besitze, oder Recherche machen", erklärt Leiterin Eliane Richter.

Hilfe im digitalen Dschungel und Raum für Vereine
Auf insgesamt vier Etagen und rund 1.300 Quadratmetern Nutzfläche - inklusive Keller und Lager - entsteht ein multifunktionaler Raum. Neben der bekannten Ludothek und modernen Arbeitsplätzen bietet der Neubau eine Dachterrasse sowie Versammlungsräume, die von Vereinen ohne eigenes Lokal gebucht werden können.
Ein weiterer Fokus liegt auf dem Servicecharakter. Ein integrierter Bürgerempfang soll als Anlaufstelle für alle Lebenslagen dienen - insbesondere für Menschen, die Unterstützung bei der Digitalisierung benötigen. Eliane Richter sieht hier einen klaren Auftrag: "Wir sehen uns da wirklich als Anlaufstelle für den Bürger."
Obwohl mobile Endgeräte den Alltag - etwa bei der Arztwahl - erleichtern könnten, fehlt oft das nötige Wissen zur Anwendung. Hier setzt der Service des Medienzentrums an und bietet die entscheidende Hilfestellung im digitalen Raum.
Zeitplan und Kosten im Rahmen
Trotz der Dimension des Neun-Millionen-Euro-Projekts liegt der Bau laut Ministerium voll im Zeit- und Kostenplan. Die bauliche Fertigstellung ist für diesen Sommer geplant, gefolgt vom Umzug im Januar 2027.
Was mit dem alten Gebäude am Werthplatz geschieht, ist indes noch offen. Eine Entscheidung hierüber möchte das Ministerium in den kommenden Monaten treffen. Sicher ist jedoch: Mit der Eröffnung bekommt Eupen einen neuen, hochmodernen Ankerpunkt für Bildung und Kultur.
Manuel Zimmermann




