Die Flure im KAE sind voll. Die Schüler sind auf dem Weg zur ersten Unterrichtsstunde, und wir auf dem Weg zum Klassenraum von Frau Heeren. Frau Heeren unterrichtet Deutsch und Psychologie seit über 20 Jahren. Sie findet, dass immer mehr Schüler überfordert sind. "Wir sehen das auch daran, dass die Schüler immer mehr Fehltage haben. Es kann dann auch vorkommen, dass sie in einen Teufelskreis geraten. Dann müssen sie Tests nachholen oder den verpassten Stoff aufarbeiten. Wenn sie einmal in dem Teufelskreis hängen, ist es oft schwer, wieder herauszukommen."
Stress durch Schule? Kein Neuland für die angehende Abiturientin Janina Collignon. Vor kurzem noch kam sie ordentlich ins Schwitzen. "Am Montag musste ich viel für den Mathetest lernen, um gute Punkte zu bekommen."
Die Rhetorika-Finalistin Farrah Assouli setzt sich immer wieder selbst unter Druck. Eine Sache stresst sie besonders. " Die Noten, weil ich einen guten Numerus Clausus für mein Medizinstudium brauche."
Paul Dürnholz kennt eine effektive Methode, sich selbst im Weg zu stehen. "Wenn ich nicht gut genug plane, dann ziehen sich Sachen in die Länge und dann muss ich bis in die Nacht arbeiten."
Das Abiturjahr ist für viele besonders herausfordernd. So auch für Eric Jakobs und Janina Collignon. "Wir haben echt viel zu tun. Jeden Tag lernen wir neue Sachen. Das alles unter einen Hut zu bekommen ist echt schwierig."

Schulstress? Kennen fast alle Schüler. Aber was, wenn einem alles zu viel wird? Psychologin Isabelle Nyssen weiß, dass Schulstress ein ernstzunehmendes Thema ist, vor allem, wenn er über einen längeren Zeitraum anhält. "Wenn das wirklich sehr lange andauert, führt das zu Burnout, das es nicht nur bei Erwachsenen sondern auch bei Jugendlichen gibt."
Wer viel Stress oder Druck im Schulalltag erlebt, der sollte sich laut Isabelle Nyssen kleine Ziele setzen und nicht direkt den ganzen Berg erklimmen. Einen Gang zurückschalten und vor allem: Schlaf nachholen – auch wenn der eine oder andere Test dadurch schlechter ausfällt. "Dann geht es auch darum zu verstehen, wo der Stress eigentlich herkommt. Wenn man Hilfe braucht, dann sollte man sich professionelle Hilfe suchen."
Hier die Top-Tipps der Schüler, um Stress abzubauen: "Freunde oder Familie treffen. Sport machen oder ins Gym gehen. Essen ist auch immer gut."
Stress und Druck gehören zum Schulalltag ganz einfach dazu. Sie können einen zu Bestleistungen verhelfen oder einen ganz tief runterziehen. Wichtig ist, dass jeder seinen eigenen Weg findet, um mit Stress zurechtzukommen. Und wenn einem alles zu viel wird – unbedingt Hilfe suchen.
Projekt "Journalist für einen Tag": Jonathan Schifflers und Emily Godesar vom Königlichen Athenäum Eupen