Es wurde von Anfang an heiß diskutiert. Stoff zum Debattieren war auf jeden Fall genug vorhanden. Zur Erklärung: In dem Planspiel, das die Schüler durchspielen, geht es um zwei Städte, die in zwei unterschiedlichen Ländern liegen. Für diesen Artikel nennen wir sie Eupen und Aachen. Eupen möchte eine neue Straße bauen. Die Frage ist, ob diese auch für Aachen interessant sein könnte und deswegen über eine Landesgrenze hinweg und durch ein Naturschutzgebiet hindurch verlängert wird.
Um genau darüber zu entscheiden, wurden die Schüler in neun Interessensgruppen eingeteilt. Diese vertreten die Interessen von Städten, Landkreisen, Naturschützern, Presse oder Einwohnern. Zunächst sollen sie ihre eigenen Argumente erarbeiten.
Nach der Vorbereitung wird es dann ernst - es geht in den Plenarsaal. Dort sollen die Gruppen miteinander diskutieren und Kompromisse finden. Schnell wird es hitziger als gedacht. Zum Schluss wird abgestimmt. Das Ergebnis: Es soll eine Straße um das Naturschutzgebiet herum gebaut werden - ob durch einen Tunnel oder eine Brücke, wird nicht mehr abschließend geklärt. Dafür ist die Zeit zu knapp.
Viel wichtiger als diese Entscheidung ist jedoch die Frage: Was nehmen die Schülerinnen und Schüler von dieser Übung mit? "Ich habe gelernt, dass es nicht so einfach ist, Politiker zu sein. Wir sehen ja jetzt hier das ganze Chaos. Das ist schon Arbeit", sagt Schüler Marius Hödl.
Wie läuft das eigentlich in einer Demokratie, wie kann ich aktiv daran teilhaben und wie verteidige ich mich und meine Meinung? Das sollten die Schüler bei dem Projekt lernen. Wer weiß, vielleicht hat der eine oder andere das Parlament nicht zum letzten Mal betreten.
Annika Deist


