Das Unternehmen Plastiqual aus Petit-Rechain ist auf das Kunststoffspritzgussverfahren spezialisiert. Das Verfahren ermöglicht es, Teile für Motoren, Wasserzähler, Lichtschalter – kurz: nahezu alles – herstellen zu können. Dazu zählt eben auch die Herstellung der Fallen für die Asiatische Hornisse.
"Das ist ein Projekt, das mir sehr am Herzen liegt, " sagt Plastiqual-Geschäftsführer Benoît Medeghini. "Es hat einen direkten Einfluss auf die Umwelt. Plastik hat nicht den besten Ruf. In diesem Fall sind wir stolz, dass Plastik dabei hilft, die Asiatischen Hornissen einzufangen."
Die Falle wurde gemeinsam mit dem Wallonischen Zentrum für Agrarforschung (CRA-W) entwickelt. Die entsprechende Mulde für die Falle wurde in der betriebsinternen Werkstatt von Plastiqual hergestellt, mithilfe einer Fünf-Achs-Fräsmaschine.
"Das Ganze hat rund drei Monate gedauert. Also vom ersten Kontakt mit dem Kunden bis zu dem Moment, wo wir das fertige Teil in den Händen halten konnten", weiß Werkzeughersteller Alfred Heeren.
Seit einigen Monaten läuft die Produktion. Zwischenzeitlich wurden auch noch ein paar Veränderungen vorgenommen: Die ersten Modelle der Falle sind gelb, mittlerweile sind sie rot – und sollen so die Asiatischen Hornissen noch besser anziehen.
Alfred Heeren erklärt den Herstellungsprozess: "Die Teile werden in einer Presse hergestellt. Das Rohmaterial wird durch ein Rohrsystem angesaugt, erhitzt und in die Eisenform eingespritzt. Dabei müssen verschiedene Parameter beachtet werden. Dazu zählen z. B. die Einspritz- oder Abkühlzeit. Zum Schluss wird das Teil ausgeworfen."
Florian Bastin arbeitet für das Wallonische Zentrum für Agrarforschung und hat an der Entwicklung der Falle maßgeblich mitgewirkt. Die Falle sei in erster Linie für den Frühling konzipiert worden. Am besten funktioniere sie zwischen Mitte März und Ende Mai.
"Die Löcher wurden so konzipiert, dass – anders als heimische Insekten – Asiatische Hornissen nicht mehr herausgelangen können. Die Falle kann auf viele handelsübliche Gläser aufgeschraubt werden. Wir empfehlen, im Inneren einen Schwamm zu platzieren. Dieser wird mit einer Mischung aus Grenadine, Bier und Weißwein im Verhältnis 1:3 getränkt. So können Asiatische Hornissen gezielt gefangen werden. Wichtig: Das Glas wird immer horizontal gestellt, damit es nicht vollständig mit Wasser vollläuft.", erklärt er. Gelingt der Fang einer Asiatischen Hornisse, wandert das Glas für 24 Stunden ins Gefrierfach – und das invasive Insekt anschließend in den Mülleimer.
Nicht nur die Produktion der Fallen läuft bei Palstiqual derzeit gut, sondern auch die Geschäfte. Sie laufen sogar so gut, dass das Unternehmen 2024 den belgischen Kunststoffhersteller Simonis Plastic übernommen hat. Plastiqual hat die 22 Mitarbeiter, das Kundenportfolio und die Aktivitäten übernommen.
"Ziel ist es, alle Mitarbeiter an diesem Standort zusammenzuführen. Dafür werden wir rund dreieinhalb Millionen Euro in die Hand nehmen und in ein neues Gebäude, Büroräume und Maschinen investieren", blickt Geschäftsführer Benoît Medeghini in die Zukunft. Voraussichtlich Anfang 2027 sollen alle 40 Mitarbeiter am aktuellen Standort in Petit-Rechain arbeiten. Die Produktion weiterer Hornissenfallen dürfte also mehr als gesichert sein. Inzwischen hat Plastiqual schon über 200.000 Fallen hergestellt.
Die neun Gemeinden der DG haben gemeinsam rund 2.000 Fallen gekauft. Aktuell befinden sich die Gemeinden, die Provinz Lüttich, die Hilfeleistungszone und die Imkervereine in einem engen Austausch, um die Verteilung der Fallen zu koordinieren. Im Laufe des Monats März soll die Herangehensweise zum Einsatz der Fallen klar kommuniziert werden, so der Kommandant der Hilfeleistungszone der DG, Francis Cloth.
Dogan Malicki







Eigentlich ein interessantes Projekt und durchaus sinnvoll. Frage wäre, wie wird der Beifang streng geschützter Arten (z.B. Europäischer Hornisse) verhindert. In Deutschland sind solche Fallen nicht erlaubt und es drohen hohe Geldbußen.
Super, bitte die Fallen auch in den Handel und auch nach Deutschland bringen.
Wir kämpfen auch mit den Hornissen, ich hatte selber welche.
Die Städteregion Aachen war keine Hilfe.
Herr Klein-Übing, die europäische Hornisse ist deutlich größer als die asiatische, die europäische passt normalerweise nicht durch das Loch und kommt gar nicht in die Falle hinein. Und falls doch, öffnet man den Schraubverschluss und lässt sie fliegen.
Wer sich die Frage stellt ob es eine europäische oder eine asiatische ist, der schaut einfach auf die Beine, sie sind einfarbig bei den europäischen und bei den asiatischen ist der untere Teil des Beins gelb, der obere Teil dunkel.
Selektiert die Falle? So das kein anderes Insekt gefangen wird? Ansonsten ist dir Falle in Deutschland verboten.
L.G. Holger Lieberum
Super Idee. Wo kann man diese Fallen in Brüssel oder Umgebung kaufen? Hatte selbst letztes Jahr ein asiatisches Hornissennest in meinem Dachstuhl!