FN Herstal genießt weltweit einen hervorragenden Ruf für technologische Exzellenz in der Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie - bekannt ist die Marke vor allem für ihre Handfeuerwaffen, doch das Spektrum ist deutlich breiter.
Während seines Rundgangs erhielt König Philippe Einblicke in mehrere Schlüsselbereiche der Produktion, darunter auch in die Fertigung der ferngesteuerten FN DEFNDER®-Systeme. Diese komplexen Waffensysteme erfordern höchste Präzision - viele Komponenten werden direkt in der FN-Fabrik hergestellt.
Derzeit investiert FN Herstal rund 100 Millionen Euro in neue Produktionslinien für Kleinkalibermunition an den Standorten Herstal und Zutendaal. Diese Investition steht im Zusammenhang mit einem langfristigen Partnerschaftsabkommen mit der belgischen Armee. "Wir sehen, dass die europäischen Staaten mehr in die Verteidigung investieren. Das Budget und die Aufträge nehmen zu. Das zwingt uns, zu investieren, damit wir der Nachfrage gerecht werden können. Das hat sich in den letzten Jahren verändert", sagt Julien Compère, Geschäftsführer von FN Browning Group und FN Herstal.
FN Herstal beschäftigt weltweit über 4.000 Menschen, davon mehr als 1.700 in Belgien. Nach Einschätzung des wallonischen Wirtschaftsministers Pierre-Yves Jeholet könnten in der Waffenindustrie in der Wallonischen Region angesichts der globalen Sicherheitslage bis 2029 insgesamt 8.000 bis 9.000 zusätzliche direkte und indirekte Arbeitsplätze entstehen.
"Es klingt vielleicht zynisch. Da wir aber nicht mehr in einer Welt des Friedens leben, gibt es aus industrieller Sicht eine Reihe von Entwicklungsmöglichkeiten, die man in der Wallonischen Region ergreifen muss, da Unternehmen wie FN, John Cockerill, Safran oder Thales für ihre Expertise bekannt sind", so Jeholet.
Wie viele deutschsprachige Belgier bei FN Herstal arbeiten, lässt sich schwer beziffern - das Unternehmen führt keine Statistik nach Sprache. Sicher ist aber: Rund 50 Beschäftigte stammen aus Ostbelgien oder wohnen dort. Einer von ihnen könnte vielleicht bald der 23-jährige Niclas Holper aus St. Vith sein. "Ich studiere Industrieingenieur. Ich mache mein Praktikum seit einer Woche bei der FN. Es ist sehr interessant hier. Ich soll hier eine Produktionsmethode für ein Gehäuse einer neuen Waffe entwerfen."
Zum Abschluss seines Besuchs besichtigte König Philippe auch historische Fahrzeuge aus der Unternehmenssammlung. Bis in die 1960er Jahre produzierte FN Herstal nicht nur Waffen, sondern auch Autos, Motorräder und Fahrräder.
Mit seinem Besuch setzte Philippe eine lange Tradition fort: Seit 1928 haben alle belgischen Monarchen die FN Herstal besucht - König Baudouin sogar gleich dreimal.
Manuel Zimmermann




















Schon die Alten Römer sagen :
"Willst Du Frieden, rüste für den Krieg."