Das Vorprojekt für die Fuß- und Radverbindung zwischen Rottdriescherstraße und Hellendergasse wurde genehmigt. Die Kosten liegen bei rund 400.000 Euro, wovon 70 Prozent durch die Wallonische Region getragen werden. Der geplante Weg wird zwei Meter breit und kombiniert Betonabschnitte (für landwirtschaftliche Durchfahrten) mit Dolomitsplitt, der ausschließlich der sanften Mobilität vorbehalten ist. Zusätzlich sind Arbeiten am Bachlauf und der Neubau einer Brücke vorgesehen.
Roger Franssen (Union) kritisierte, dass es acht Jahre bis zum fertigen Vorprojekt gedauert habe. Zudem äußerte er Zweifel, ob die gewählte Lösung überall für Landwirte praktikabel sei. Trotz der Kritik bezeichnete er das Projekt als zu wichtig, um dagegen zu stimmen, und forderte einen engen Austausch mit der Landwirtschaft. Yannick Heuschen (Ecolo) zeigte sich unzufrieden: Das Projekt hätte bereits in der letzten Legislatur in Angriff genommen werden müssen. Durch die Verzögerung sei die Subsidierung unnötig in Gefahr gebracht worden.
Bürgermeister Patrick Thevissen (Energie) wies die Bedenken zurück. Er habe regelmäßigen Kontakt mit der Wallonischen Region und sehe keine Gefahr für die Fördermittel. Die Verzögerungen seien das Resultat eines schwierigen Kompromisses zwischen Natur, Landwirtschaft und sanfter Mobilität.
Bauhof: "Kurzsichtig" oder pragmatisch?
Die Gemeinde plant den Bau einer Leichtbauhalle (30 × 20 m) als Ersatz für eine angemietete Halle, aus der sie 2027 ausziehen muss. Die Kosten werden auf rund 250.000 Euro geschätzt. Die Konstruktion ist bewusst einfach gehalten und rückbaubar.
Hier kam es zu massiver Kritik aus der Opposition: Yannick Heuschen (Ecolo) sprach von fehlender Gesamtvision für Herbesthal und kritisierte, dass wertvolles Bauland im Ortskern blockiert werde. Seiner Meinung nach sei das Projekt "an Kurzsichtigkeit nicht zu übertreffen" und forderte einen neuen Bauhof an einem anderen Standort. Etienne Simar (Union) bemängelte das Fehlen einer langfristigen Strategie. Nach sechs Jahren Anmietung hätte man deutlich weiter sein müssen.
Pascal Köttgen (Union) sprach von einer kurzfristig geschaffenen Alternativlösung, die eher einem Carport gleiche. Roger Franssen (Union) warf der Mehrheit vor, dem Bauhof keine Priorität einzuräumen, und sprach von einem "Lego-Billigprojekt", das keinen modernen Anspruch erfülle.
Bürgermeister Patrick Thevissen entgegnete, dass zwar viel Kritik geäußert worden sei, jedoch keiner der Oppositionsmitglieder konkrete Alternativstandorte genannt hat. Eine ideale Lösung sei kurzfristig nicht umsetzbar, die Leichtbauhalle daher die derzeit pragmatischste Option für die Gemeindearbeiter. Die Abstimmung endete acht zu acht (Gerd Malmendier, Energie, abwesend am Montagabend). Damit kann vorerst kein Projektautor benannt werden.
Schulbau Herbesthal: Kritik an der Kommunikation
Yannick Heuschen bemängelte, dass bestimmte Informationen zum Schulbau in Herbesthal ausschließlich über die Facebook-Seite der Liste Energie verbreitet wurden. Er forderte, dass die Gemeinde offizielle und neutrale Informationskanäle wie Gemeindeseite und Gemeindeblatt nutzt.
Spielplatz Pappelweg: Sicherheitsmängel?
Heuschen kritisierte zudem den schlechten Zustand des Spielplatzes am Pappelweg und stellte die Einhaltung der Sicherheitsnormen in Frage. Bauschöffe Werner Heeren erklärte, dass Anfang Dezember eine Kontrolle stattgefunden habe. Weitere Überprüfungen seien für März geplant.
Kirchensanierung Walhorn: Mehrkosten beschlossen
Die Sanierung der St.-Stephanus-Kirche in Walhorn verursacht Mehrkosten von rund 217.000 Euro. Die Gemeinde übernimmt davon rund 43.000 Euro. Der Beschluss wurde einstimmig gefasst.
Gemeindeschule Lontzen: Neuer Anstrich
Die Holzverkleidung der Gemeindeschule Lontzen wird erneuert. Die Kosten belaufen sich auf rund 30.000 Euro.
Dogan Malicki