Die Geschichte von Kelmis ist noch lange nicht langweilig geworden. Es gibt noch genug zu erzählen, zu entdecken und das auf unterschiedlichste Arten und Weisen. Das zeigen die vier Studenten mit ihren Abschlussarbeiten, die sie im Museum präsentieren dürfen.
Eine von ihnen ist Isabell Jahnke. Ihr war gar nicht bewusst, wie viel Geschichte in der Grenzregion steckt. "Ich war total fasziniert davon, wie nah das an uns dran ist und dass ich davon keine Ahnung hatte. Geschichte hat mich schon immer interessiert und ich hatte dann richtig Elan, mich damit auseinanderzusetzen."
Sie hat sich intensiv mit der Grenze beschäftigt, ist die sogar mehrfach abgelaufen und hat ihre Eindrücke in einem Video festgehalten, das jetzt in der Ausstellung gezeigt wird. "Wenn man sich dann näher mit Archiven und der Geschichte auseinandergesetzt hat, dann fallen einem noch ganz viele Sachen auf. Ich hab mich zum Beispiel mit den Grenzsteinen auseinandergesetzt und dann sieht man davon plötzlich immer mehr am Wegesrand", sagt Isabell Jahnke.
Die besondere Geschichte des Neutralgebietes war ausschlaggebend für die Idee, die Studenten nach Kelmis zu schicken. Bis auf das Oberthema waren sie im Anschluss komplett frei in der Umsetzung ihrer Bachelorarbeit.
Was am Ende entstanden ist, hat auch Sina Hensel überrascht, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin die Arbeiten der Studenten begleitet. "Ich finde es bemerkenswert, wie für jeden sofort klar war, wie der Fokus aussehen soll. Spannend, wie das so konkret wurde und dadurch auch so speziell - so repräsentiert es den Ort auch ziemlich gut."
Im Museum "Vieille Montage" kann man jederzeit in die Geschichte von Kelmis abtauchen und trotzdem ist ein anderer Blickwinkel auch für Museumsdirektor Jan Sabri Cetinkaya immer einer willkommene Abwechslung. Er musste nicht lange überzeugt werden. "Eine neue, frische Perspektive ist unglaublich wichtig, vor allem, wenn man sich mit Geschichte auseinandersetzt. Geschichte ist nämlich immer Interpretation. Wir sind gespannt auf diese neuen Perspektiven auf die spannende Kelmiser Geschichte."
Ein Kartenspiel zu Kelmis ist entstanden, das die Geschichte der Galmeihalde Altenberg aufgreift. Außerdem eine Fotocollage, die Häuser mit Geschichte zeigt und das Leben von zwei Kelmisern greifbar machen soll. Eine Videoarbeit über die Machtbeziehungen in Altenberg ist ebenfalls Teil der Ausstellung. Und Isabell Jahnkes Grenzerlebnis. Sie möchte den Besucher der Ausstellung gerne inspirieren und "hoffentlich wird Interesse geweckt, so wie es bei mir auch geweckt wurde".
Die Sonderausstellung im Museum "Vieille Montagne" in Kelmis ist bis zum 8. Mai zu sehen.
Lena Orban







