"Es ist wichtig, dass wir ein gutes Vorbild sind, dass wir gut zu anderen Leuten sind. Vielleicht hilft das auch Leuten, die ihre Augen geschlossen haben", sagt Jack Aldewereld. Er wurde 1943 geboren und wurde bei seinen Pflegeeltern groß, die ihn von Amsterdam nach Brunssum brachten. Bis auf seine Schwester überlebte niemand aus seiner Familie den Zweiten Weltkrieg. Seine Eltern und seine zwei Brüder sind in Konzentrationslagern ermordet worden.
Als ein Schüler fragte, ob er sich das Konzentrationslager in Auschwitz schon mal angesehen hat, antwortete er: "Ich weiß nicht, ob ich den Mut dazu habe. Meine Mutter ist dort verstorben." An diesem 27. Januar steht er vor den Schülern der Heinrich-Heine-Gesamtschule. Gespannt sitzen die Schüler vor Jack, als er seine Geschichte erzählt.
Abdul ist 17 Jahre alt. Auch ihn hat die Vergangenheit von Jack mitgenommen. "Dass der Holocaust-Überlebende gar keine Informationen hatte, was in diesem Lebensabschnitt passiert ist. Das kommt mir sehr verletzend rüber, wenn du niemanden hast, der dir solche Fragen beantwortet."

Nabigha ist 20 Jahre alt und findet, dass der Vortrag auch in das heutige Weltgeschehen passt. "Der ansteigende Rechtsextremismus und Antisemitismus ist heutzutage sehr hoch. Das Traurige ist, dass sich momentan auch viele junge Menschen daran beteiligen und sich von Parteien wie der AfD beeinflussen lassen. Vor allem, weil wir auch in einer modernen Zeit leben, in der soziale Medien eine ganz große Rolle spielen."
Auch Abdul sieht Parallelen. "Meine Eltern kommen aus Palästina und ich habe viel über den Konflikt gelernt. Weil mein eigenes Land momentan in einer sozusagen ähnlichen Situation steckt, ist es wichtig für mich, über so etwas zu hören. Es ist sehr wichtig, dass das an unsere Generation weitergegeben wird und nicht verloren geht."
Begleitet wurde Jack von seiner Frau Ina und dem stellvertretenden Bürgermeister von Brunssum, Hugo Janssen. Der Stadt ist es wichtig, dass die Vergangenheit greifbar bleibt. "Das sind Leute wie Jack und Ina, die noch sehr viel von der Vergangenheit wissen. Wir probieren als Gemeinde, das zu behalten und als Gemeinderat Geld frei zu machen, um die Renovierung von solchen Häusern oder Gedenkstätten zu machen. Wenn Jack eine Runde macht, soll man sehen, wo es passiert ist. Wenn Jack nicht mehr da ist, muss es immer noch tastbar sein."
Einen persönlichen Wunsch hat Jack Aldewereld noch. "Das Wichtigste ist, dass man jetzt heutzutage die Augen geöffnet hat. Es ist so viel zu tun. Viele Leute sprechen schlecht über vieles. Wir sollten das ändern, falls es möglich ist."
Lea Reimus
Eine gute Initiative. Nur werden in Zukunft irgendwann die Zeitzeugen fehlen.
Es ist allerdings eine traurige Tatsache, dass es auch heutzutage noch Antisemitismus gibt. Das hat man gesehen nach dem Massaker der Hamas vom 7. Oktober 2023. Die unbequeme Wahrheit besteht darin, dass die Hamas viele Sympathien genießt bei linken Parteien. Als Israel sich gegen die Hamas wehrte, befürworten diese ein Waffenembargo und Wirtschaftssanktionen gegen Israel. Hier wurde ein Opfer zum Täter gemacht.