Gregor Freches setzt sich seit Jahren dafür ein, dass wieder Personenzüge zwischen Eupen und Stolberg fahren. Bisher ist allerdings noch nicht viel in der Sache passiert. Letzte Woche hat ein Treffen zwischen Freches und NRW-Mobilitätsminister Oliver Krischer stattgefunden. Das Ziel: das Dossier endlich ins Rollen zu bringen.
Die Strecke zwischen Stolberg und Aachen führt über Raeren, Wahlheim und Breinig. Bisher ist zwar die belgische Seite befahrbar, aber nur mit begrenzter Geschwindigkeit und nur von Hybrid- oder Dieselloks, da sie nicht elektrifiziert ist. Auf deutscher Seite muss noch ein Viadukt hinter Walheim erneuert werden, bevor die Strecke tatsächlich genutzt werden könnte.
"Wir haben gesehen, dass vor allem Nordrhein-Westfalen bisher an der Reaktivierung der Strecke interessiert ist, um Touristen ein neues Ausflugsziel über die Bahn zu ermöglichen. Für unser Nachbarland ist die Renovierung des Viadukts deshalb eine Priorität", sagt Tourismusminister Gregor Freches. Eine Priorität, die 2021 auf unbestimmte Zeit verschoben wurde und jetzt erst wieder in Angriff genommen werden soll. Ein Bauantrag läuft.
Um die Reaktivierung der Strecke für den Personenverkehr voranzutreiben, wollen die Verantwortlichen jetzt eine Arbeitsgruppe gründen, die ein Lastenheft für eine Machbarkeitsstudie erstellen soll. So eine Studie gab es schon 2016, aber sie ist veraltet und soll aktualisiert werden. Ziel ist es, die nötigen Investitionen und die Auswirkungen einer Wiederinbetriebnahme zu prüfen.
Die Kosten für die Studie sollen die Schienennetzbetreiber und die zuständigen Regierungen übernehmen. Die DG ist nicht zuständig. "Auf die Gemeinschaft kommen durch das Projekt keine Kosten zu", erklärt Freches. Einen genauen Plan, wann die Studie starten soll und wer dann wirklich was bezahlt, gibt es noch nicht.
Im Rahmen der Machbarkeitsstudie soll auch geprüft werden, ob es einen wirklichen Bedarf für die Strecke gibt und ob die nötigen Investitionen im Verhältnis zum Bedarf und zum Nutzen der Strecke stehen. "Wenn es sich nicht lohnt, dann bin ich auch kein Träumer. Dann werden wir realistisch sein und das Projekt nicht mehr in Angriff nehmen", verspricht Freches.
Radio-Interview mit Tourismusminister Gregor Freches im Player:
Anne Kelleter