Vermisste Personen im Hohen Venn sind zwar keine Alltagssituation, dennoch ist es in den vergangenen Jahren im Venn immer wieder zu Suchaktionen gekommen.
"Letztes Jahr musste eine 70-jährige Person gesucht werden", erklärt der Forstamtsleiter von Elsenborn, René Dahmen. "Auch 2024 war eine ältere Person zu spät mit einer Wanderung gestartet und musste gesucht werden. Im Januar 2021 gab es sogar mehrere Suchaktionen, eine davon ist besonders durch die Medien gegangen: Damals war ein Ehepaar bei ähnlichen winterlichen Bedingungen wie heute unterwegs und hatte sich verlaufen. Das Paar wurde dann durch die Einsatzkräfte spät in der Nacht gefunden. Der Ehemann hatte sich im Nachgang dann noch empört geäußert, wie spät die Hilfskräfte aufgetaucht waren. Viele Menschen haben das kommentiert und fanden die Reaktion des Mannes skandalös."
Kommt es zu einem Vermisstenfall im Venn, ist vor allem die Polizei gefragt, sagt Dahmen. Durch ihre Ortskenntnis spielen die Forstämter auch eine wichtige Rolle bei der Suche. Unterstützt werden die Einsatzkräfte auch durch modernste Technik.
"Was heutzutage wirklich hilfreich ist, ist die Handy-Ortung. Das hat in der Vergangenheit oft geholfen. Also wenn man spazieren oder wandern geht, dann sollte man darauf achten, das Handy dabeizuhaben und der Akku sollte natürlich voll sein."
Um gar nicht erst in eine Notsituation zu geraten, ist eine gute Vorbereitung entscheidend. Natürlich dürfen passende Kleidung und für längere Wanderungen auch der Proviant nicht fehlen. Zudem ist es wichtig, die Route im Voraus zu planen und sich nicht blind auf Markierungen im Wald zu verlassen. Denn durch Schnee und Eis sind die Beschilderungen teils schlecht oder gar nicht mehr erkennbar. Wanderkarten oder Apps helfen bei der Orientierung - und auch die Zeit sollte man immer im Blick behalten.
"Viele Suchaktionen müssen gestartet werden, weil die Leute einfach zu spät losgehen. Die Dunkelheit überrascht sie dann. Im Schnee kommt man auch nicht so schnell voran, wie man es zum Beispiel im Sommer tun würde. Bei Skifahrern ist es zum Beispiel auch so, dass sie Loipen nachfahren, aber im Venn haben wir etliche Strecken, auf denen so viele Skifahrer unterwegs waren, dass die Loipen nicht mehr erkennbar sind. Die stehen dann in der Dunkelheit an einer Kreuzung und biegen falsch ab und dann sieht man keine Markierungen mehr. Dann wird es schwierig."
Besondere Vorsicht ist im Venn auch auf den beliebten Bretterstegen geboten. "Manche Wasserlöcher neben den Bretterstegen sind mit Eis bedeckt und dann ist da noch eine Schneeschicht drauf und da sieht man dann nicht richtig, wo man geht. Wenn man da einmal daneben tritt, dann ist man schon im Wasser."

Auch Kommissar Christophe Schloune von der Polizeizone Stavelot-Malmedy hat wichtige Tipps für Besucher im Hohen Venn: "Der Schnee sorgt dafür, dass die Landschaft überall ziemlich gleich aussieht, deshalb ist es sehr leicht, sich zu verirren. Es kommt zum Beispiel auch immer wieder vor, dass Leute sich nicht unbedingt verlaufen, sondern am Ende ihres Ausfluges ihr Auto nicht mehr wiederfinden. Deshalb empfehlen wir, dass sie ihr Auto mit einer GPS-App markieren. So kann man es nach der Wanderung leicht wiederfinden."
Außerdem rät die Polizei, nicht allein, sondern möglichst in Gruppen unterwegs zu sein. Sollte man sich dennoch verlaufen, gilt: den Notruf wählen. Gibt es keinen Handyempfang, sollte man dem Weg, auf dem man sich gerade befindet, weiter folgen, bis man den Notruf absetzen kann.
Radio-Interview mit Forstamtsleiter René Dahmen im Player:
Lindsay Ahn
Ich habe eine Vorahnung was kommen soll, die nächsten 3 Tage, aber klar ist, man hat sich an die milden Winter ohne viel Schnee gewöhnt. Und dann ist man überrascht, wenn einmal ein paar mehr Flocken fallen, fährt mit Angst und 15 km/h.
Einfach mal eine wenig befahrene Straße nutzen um mal zu schauen was passiert, wenn ich Gas gebe, wie das Fahrzeug reagiert, Gegenlenken, wenn das Fahrzeug ausbricht....
Und vor Allem keine Angst beim Fahren auf Schnee OHNE Glatteis haben.