Seit Jahren bereitet sich die Gemeinde Raeren auf den Bau eines Windparks im Wald bei Roetgen vor. Geplant sind der Bau und Betrieb von fünf Windrädern mit einer Gesamtleistung von 36 Megawatt. Mit der Unterstützung der Opposition, zahlreichen Anwohnerversammlungen und positiven Gutachten im Rücken beantragten die Gemeindeverantwortlichen die Globalgenehmigung.
Zuständig für deren Erteilung sind sowohl die Wallonische Region als auch die Deutschsprachige Gemeinschaft. Dass beide Instanzen nun die Genehmigung verweigern überrascht - vor allem angesichts der positiven Vorzeichen.
Laut Bürgermeister Mario Pitz hängt die Ablehnung aber lediglich an einer juristischen Feinheit. Diese bezieht sich auf mögliche Störungen, die der Windpark bei einem nahen Sendemast der Proma AG auslösen könnte, der unter anderem vom BRF genutzt wird. "Und zwar ist im Falle einer Sendestörung des BRFs ein Abkommen geschlossen worden, das die technischen Maßnahmen, sollte es zu einer Störung kommen, absichert. Man bemängelt jetzt, dass aus juristischer Sicht noch die nötigen Genehmigungen für diese eventuell nötigen Maßnahmen zu dem Antrag hinzugefügt werden müssen."
Die fehlende Genehmigung ist der einzige Grund für die Ablehnung. Diese Genehmigung will die Gemeinde jetzt im Rahmen eines Einspruchsverfahrens nachreichen. "Dass man dieses Papier braucht, war für uns nicht gut vorhersehbar. Technisch ist das Dossier sonst vollkommen in Ordnung. Es gab wenig Einsprüche. Die Gemeinde und Engie werden jetzt einen Rekurs einreichen."
"Dass es dazu kommt, ist bei der Größe des Projekts keine Überraschung. Hätten wir die Genehmigung bekommen, hätten vielleicht auch Windkraftgegner einen Rekurs eingereicht. Also wir sind noch im grünen Bereich, im normalen Vorgehen eines Windparks."
Die zuständigen Minister von DG und Region haben dann 100 Tage Zeit, um über den Rekurs zu entscheiden. "Die Gemeinde bleibt zuversichtlich", sagt auch der zuständige Schöffe Guido Deutz. Vor allem, weil die Lösung für eventuelle Sendestörungen vorliegt und nicht infrage gestellt wird. Bemängelt wurde lediglich, dass die Genehmigung für die nur eventuell nötigen Zusatzantennen fehlt.
"Technisch ist alles sehr gut vorbereitet. Auch die Lösung ist vorgelegt worden. Es hat da auch wirklich viel konstruktiven Dialog mit dem BRF gegeben. Als Gemeinde, die den festen Willen hat, dieses Jahrhundertprojekt für ihre Bürger umzusetzen, lassen wir da nicht so schnell locker. Wir sehen auf jeden Fall die Chance, dass es im zweiten Schritt klappt."
Glücklich ist in Raeren trotzdem niemand. Schöffe Guido Deutz bezeichnet die Sache als "Missverständnis, das einen wichtigen Beitrag zum Energie- und Klimaplan der DG mit einer großen Pausetaste versieht."
"Es hat zwar in Belgien unseres Wissens nach noch nie ein Windparkprojekt gegeben, das im ersten Anlauf durchgewunken wurde, aber durch die ganze positiven Rückmeldungen von Anwohnern, Naturschutzverbänden und Interkommunalen war es dann doch sehr erstaunlich, dass wir jetzt an diesem Stückchen Papier hängen bleiben und um mehrere Monate zurückgeworfen werden."
Anne Kelleter
Man kann davon ausgehen dass der Einspruch der Gemeinde Raeren nur eine Formalie ist um politisch das Gesicht zu wahren. Man will vor dem Wahlvolk nicht als Verlierer da stehen. Zumal der eigentliche Antragsteller nicht die Gemeinde Raeren ist sondern ENGIE ELECTRABEL. Bleibt zu hoffen dass ENGIE ELECTRABEL nach dieser Ablehnung das Interesse an diesem Wahnsinn verloren hat und Raeren somit davon verschont bleibt. Die Föderalregierung unter BdW steht für eine andere Energiepolitik, es besteht die Hoffnung dass der „Windwahn“ seinen Zenit überschritten hat und Belgien wieder auf den Weg einer rationalen Energiepolitik zurück findet.
Zum Glück abgelehnt. Die jetzt überall auf gestellten Windräder stehen mehr als sie Strom produzieren. Nimmt man die Lebensdauer eines Windrads und zählt die Zeit wo sie Produzieren, dann kommt man geschätzt auf 6bis 7 Jahre wenn sie vorher nicht schon Defekt oder beschädigt sind .
Dann diese Dinger kann man noch nicht Recyclingen , also noch mehr Belastung der Umwelt.
Wir haben genug Landwirtschaft um Biogas Anlagen zu betreiben, und den dadruch entstehenden Abfall kann als Dünger verwendet werden. Die sind unabhängig von Sonne und Wind.
Ich hoffe,daß es bei der Ablehnung bleibt.
Wer sich anschaut, wie groß der Durchmesser allein der Betonfundamente der Windräder werden muss..., wer die Strecke nach Eupen abfährt und die Randvegetation im Lauf der vier Jahreszeiten bewundert...., wer jemals in der Nähe eines Trafohäuschens stand und hörte welch hohes Fiepen davon ausgeht (Lammersdorf)....jeder, der auch nur einen Hauch von Respekt vor der am Ort befindlichen Flora und Fauna hat, wird sich freuen.
Das ist ja mal eine gute Nachricht. Das Projekt ist alles andere als umweltfreundlich. Alleine der erhebliche Waldverlust wäre schon eine Katastrophe. Bleibt nur zu hoffen, dass diejenigen, die das Projekt auf Biegen und Brechen durchziehen wollen, anfangen nachzudenken und nach vernünftigeren Lösungen für grünen Strom zu suchen