Eine kleine Umfrage in der Aula des Königlichen Athenäums Eupen zeigt, dass Aprilscherze bei Schülern gar nicht so beliebt sind. Kein Wunder: Wie soll man heute denn noch die Kreide verstecken, wenn es nur noch Smartboards in den Klassenzimmern gibt?
Annick Nyssen ist schon seit vielen Jahren Erzieherin am KAE. Sie weiß, damals gehörten Scherze am ersten April ganz einfach dazu: "Wir sind damals einfach nicht zum Unterricht gegangen oder in der falschen Klasse aufgetaucht. Ich finde, dass heute nicht mehr viele Schüler Aprilscherze im KAE machen."
Doch warum veräppeln wir uns gegenseitig am ersten April? Dazu gibt es viele unterschiedliche Theorien. Die Bekannteste besagt, dass ein französischer König die Neujahrsfeier vom 1. April auf den 1. Januar verlegte. Leute, die nicht erwünscht waren, erhielten die Einladung weiterhin für den 1. April.
Ganz ausgestorben sind die Aprilscherze aber nicht, erzählt ein Schüler: "Ich habe meiner Mutter im letzten Jahr Salz in den Kaffee gekippt."
Und wie sieht es in den USA aus? Veräppeln sich die Amerikaner auch gegenseitig am 1. April? Einer der es wissen muss: der gebürtige Amerikaner Michael McCrea. Er ist der stellvertretende Direktor am KAE: "In Amerika machen wir am 1. April auch Scherze. Wir nennen es da April Fools' Day."
Und wenn schon keiner der Schüler am KAE Aprilscherze macht, dann muss es der stellvertretende Direktor eben selbst tun. "Ich habe mir schon den ganzen Tag Gedanken gemacht. Ich habe das Sekretariat ordentlich ins Schwitzen gebracht. Wir haben ein wenig über die nachfolgenden Direktoren gesprochen."
Aprilscherze verlieren immer mehr an Bedeutung - am KAE scheint das auf jeden Fall so zu sein. Es wird also Zeit, dass die Tradition wieder mehr gelebt wird und man sich - zumindest am 1. April - wieder mehr auf die Schippe nimmt.
Projekt "Journalist für einen Tag": Lena Stoffels und Neele Vandersander vom KAE