Offener Parteitag: PFF möchte liberales Profil schärfen

"Ostbelgien macht. Jetzt seid ihr dran!" Unter diesem Motto hat die PFF am Wochenende zu einem 'Offenen Parteitag' nach Elsenborn eingeladen. Nicht nur Parteimitglieder, sondern jeder Politikinteressierte war aufgefordert, sich in Diskussionsrunden einzubringen. Dabei ging es vor allem um die Frage, wie die Rolle und das Profil der ostbelgischen Liberalen jetzt und in Zukunft aussehen sollen.

Offener Parteitag der PFF (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

Offener Parteitag der PFF (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

Vier Arbeitsgruppen rotierten zu vier Diskussionsrunden. Im Kern ging es um die Frage: Was bedeutet Liberalismus oder liberal zu sein heutzutage? Ziel der Veranstaltung im Sport- und Kulturzentrum Herzebösch war es laut Parteichef Gregor Freches, das liberale Profil der PFF zu schärfen. „Wir wollen neue Wege gehen. Wir wollen vor allen Dingen unserer Basis wieder ein Wort verleihen. Wir wollen ihnen die Möglichkeit schaffen, ihre Ideen uns mitzuteilen. Und dafür haben wir heute diese vier Arbeitsgruppen gegründet. Und das war ein erster Weg.“

Rund 30 Menschen haben am Offenen Parteitag teilgenommen. Darunter waren auch eine Handvoll Nichtparteimitglieder, die nicht verlegen waren, ihre Meinung kundzutun. Zugespitzt kann man ihre Hauptforderungen so zusammenfassen: ‚Vater Staat soll sich nicht um alles kümmern‘ und ‚Macht den Grünen Feuer unterm Hintern‘. „Ja, was bedeutet weniger Staat? Wenn wir die Deutschsprachige Gemeinschaft anschauen mit ihren Zuständigkeiten, dann bewegen wir uns in einem Feld, wo praktisch vor der Geburt bis zum Abwinken die Deutschsprachige Gemeinschaft Zuständigkeiten in ihren Händen hat, die jeden Bürger betreffen. Nur weiß der Bürger das noch nach 50 Jahren Autonomie“, so PFF-Präsident Freches.

Wer gestalten möchte, muss die Wähler jedenfalls überzeugen. Klar ist, dass die PFF 2024 besser als bei den letzten Wahlen abschneiden möchte. Hier gelte es, ein klares Profil zu setzen. Es gebe zwar viele Themenbereiche in Ostbelgien. Doch seien es fünf bis sechs Parteien, die um diese Themen kämpfen würden. „Und da müssen wir als Liberale klipp und klar nochmal zeigen, dass wir auch in der Mehrheit nicht der kleine Partner sind, sondern der Partner sind, der mitarbeitet und seine Ideen mit einbringt“, so Freches. Das gelte gegenüber den Mehrheitsparteien auch ein Zeichen in Bezug auf die Wahlen 2024.

Denn dann steht für die PFF so einiges auf dem Spiel. An Selbstvertrauen mangelt es der Partei aber nicht. „Man muss auf jeden Fall Perspektiven schaffen für die Zukunft. Und das wollen wir Liberalen. Und das haben wir immer gewollt. Weil überall, wo wir in der Mehrheit waren – ob es jetzt in der DG ist, ob es auf der wallonischen Ebene war oder auf der föderalen Ebene und sogar in den Kommunen-  sind wir es, die Perspektiven schaffen und diese auch gestalten wollen, um den Menschen für morgen die Zukunft Ostbelgiens auf jeden Fall zu garantieren und ihnen diese auch für die Arbeitswelt, für den Wirtschaftsstandort, für jeden Standort aufrechtzuerhalten.“

Am Ende des Offenen Parteitags fand dann eine Auswertung der Arbeitsgruppen statt. Für PFF-Präsident Gregor Freches kann man daraus viele Ansätze ziehen, um sich an die heutigen gesellschaftlichen Herausforderungen anzupassen. Doch eine Anpassung wird so schnell wohl nicht kommen. Zum Schluss der Veranstaltung wurde die Frage aufgeworfen, ob die ostbelgischen Liberalen am Namen ‚Partei für Freiheit und Fortschritt‘ festhalten sollten, oder ein neuer Name besser wäre. Hier herrschte bei Mitgliedern wie auch bei Besuchern eine einhellige Meinung: Behaltet den Namen, denn letztendlich kommt es auf die Inhalte an. Gregor Freches kommt da zu einem Fazit, das auch nach Selbstverpflichtung klingt.

„Es ist sehr schwer, Politik zu bewerten. Aber wir müssen dafür sorgen, dass wir diese Politikverdrossenheit abbauen. Denn wenn ich sehe, dass 20 Prozent Weißwähler oder Nichtwähler sich an den Wahlen beteiligen und überhaupt nicht zur Urne gehen, dann müssen wir es schaffen, diese Leute wieder zu mobilisieren. Und das gehört heute auch zum politischen Handwerk. Ganz, aber Politik auch einfach rüberzubringen, damit jeder sie versteht und jeder versteht, warum Politik gemacht wird.“

Manuel Zimmermann

Kommentar hinterlassen
Keine Kommentare
Kommentar hinterlassen

Ihre Email-Adresse wird niemals veröffentlicht!
Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien zu Kommentaren.

Restl. Anzahl Wörter: 150