Cannabiskonsum: Infoveranstaltung am 7. Dezember in Bütgenbach

"Was Sie immer schon über Cannabis wissen wollten": Mit einem Informationsabend will die Arbeitsgemeinschaft für Suchtvorbeugung und Lebensbewältigung (ASL) in Zusammenarbeit mit der Polizeizone Eifel und mehreren Gemeinden aufklären.

Illustrationsbild: Miguel Medina/AFP

Illustrationsbild: Miguel Medina/AFP

In Deutschland wird über die Legalisierung von Cannabis gesprochen. Vor wenigen Wochen wurden dort die ersten Eckpunkte zu der anvisierten Legalisierung vorgelegt. Wie sieht es mit dem Umgang der Menschen in Ostbelgien mit diesem Thema aus, auch mit Blick auf die Niederlande, die bereits seit Jahren Erfahrungen mit der Legalisierung von Cannabis haben?

Die Arbeitsgemeinschaft für Suchtvorbeugung und Lebensbewältigung (ASL) sieht hier großen Informationsbedarf. Welche Auswirkungen eine Legalisierung in Deutschland auf die Grenzregion haben werde, das hänge von den genauen Regelungen ab, sagt Carolin Scheliga von der ASL. „Das Ganze kommt auch vor die EU-Kommission und wird dann auch noch mal geprüft. ‚Grenzkonsumenten‘ oder ‚Grenztourismus‘ werden dann mit Sicherheit auch diskutiert.“

Man kenne das noch aus den Niederlanden, „dass sehr viele Deutsche und Belgier hinfahren, um sich dort etwas zu kaufen.“ Letztlich wurde versucht, den Drogentourismus mit einer Sperre für Menschen aus den deutschen und belgischen Grenzgemeinden zu beenden.

Der gesetzliche Rahmen ist ein Aspekt, eine ganz andere Frage sind die gesundheitlichen Auswirkungen von Cannabis. „Wenn Leute mit problematischem Konsum zu uns kommen, sind das in der Regel jüngere Leute. Das sind auch in der Regel dann Menschen, die sehr früh angefangen haben zu konsumieren“, erzählt Carolin Scheliga aus ihrer beruflichen Praxis.

Häufig haben die Betroffenen ihren Erfahrungen nach schon in sehr jungen Teenager-Jahren begonnen, Cannabis regelmäßig, nicht selten sogar täglich zu konsumieren. Die Folgen sind oft, „dass dann halt viele Sachen nicht mehr funktionieren, so wie Schule, Freunde, Sportverein, solche Sachen, die treten dann in den Hintergrund.“

Mit einem Informationsabend wollen die ASL, die Gemeinden Amel, Büllingen und Bütgenbach mit Unterstützung des Rotary Clubs Eupen und St. Vith und der Polizeizone Eifel aufklären.

Jeder, der sich für das Thema interessiert, ist zu dieser Veranstaltung eingeladen am Mittwoch, 7. Dezember 2022 ab 19:30 Uhr in der Aula der Gemeindeschule Bütgenbach, Wirtzfelder Weg 6. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.

js/sh

3 Kommentare
  1. Manz Ingrid

    Zuallererst wäre es mal wichtig, zu entkriminalisieren, es kann nicht sein, das diese Menschen juristisch verfolgt werden und andere saufen sich die Hucke voll, und das findet jeder hier normal. Wichtig ist, daß die jungen Leute geschützt werden, und Aufklärung ist angeraten, aber das wäre beim Alkoholkonsum auch allerhöchste Zeit. Und es ist ja nicht so, das wenn es legalisiert wird, das dann jeder mit Kiffen anfangen soll. Hab noch nie gekifft, und werde es auch nie, bin aber 100 %für die Legalisierung

  2. Valentina Lentz

    Das stimmt so nicht ganz. Die Niederlande haben keine Erfahrung mit der Legalisierung sondern mit der Entkriminalisierung. Konsum und Besitz bis 5g sind entkriminalisiert, Anbau und Verkauf weiterhin illegal und in Form der Coffeeshops lediglich durch Einhaltung verschiedener „Toleranzkriterien“ akzeptiert. Eine höchst seltsame Regelung, die über die Jahre zu nichts anderem geführt hat, als dass der Schwarzmarkt über eine offizielle Ladentheke agieren kann. Von Qualitätskontrolle, Gesundheitsschutz und natürlich Eindämmung des Schwarzmarktes keine Spur. Unter anderem deswegen möchte Deutschland diesen Fehler nicht wiederholen und das Ganze ordentlich regulieren. Übrigens sind die Niederlande selbst auch bereits auf dem Weg zu testen, wie man das ganze zukünftig mit einer sicheren, geschlossenen Lieferkette bewerkstelligen kann.

  3. Andrea Fasch

    Eine legale, gesicherte Lieferkette. Eine Legalisierung des persönlichen Verbrauchs. Ein kleinflaechiger Eigenanbau für den Privaten Verbrauch. Das sind die Wichtigsten Punkte.
    Daneben ist eine gute Suchtprevention extrem wichtig. Denn nur Menschen, die ein geringes Suchtpotential haben, können Rausch Mittel aller Art, von Tabletten zu Zigaretten, Glücksspiel, Alkohol, Autorennen, Fußball, Cannabis… Genießen ohne einer Sucht zu verfallen. Denn sein Wir ehrlich: Tabletten gegen Depressionen, ein Droepsche, ein Joint, ein Glas Wein… Für einen ist es einmal die Aufgabe der Selbstkontrolle, für den anderen der Stadt in eine Sucht Karriere.