Unterstädter besorgt wegen Einschränkungen im Postpunkt „Bunter Shop“

In der Eupener Unterstadt zirkuliert eine Petition, die die Fortführung des kompletten Postdienstes im "Bunten Shop" fordert. Denn Einschreiben und Pakete werden nun ins Postamt in der Oberstadt gebracht. Allerdings gibt es für Kunden eine Lösung, die jedoch etwas Aufwand erfordert.

Postpunkt "Bunter Shop" in der Eupener Unterstadt (Bild: Chantal Delhez/BRF)

Postpunkt "Bunter Shop" in der Eupener Unterstadt (Bild: Chantal Delhez/BRF)

Seitdem bekannt wurde, dass die Post ihre Dienstleistungen im Postpunkt „Bunter Shop“ anpassen will, macht sich in der Eupener Unterstadt Unmut breit. Vor diesem Hintergrund wurde die Petition ins Leben gerufen mit der Forderung, den bestehenden Postdienst aufrecht zu erhalten. Die Unterzeichner argumentieren, dass der „Bunte Shop“ für Postangelegenheiten die Anlaufstelle der Unterstädter war. Jetzt werde der Dienst eingeschränkt.

Unterstädter müssen Sendungen nun regulär in der Oberstadt abholen

„Ganz konkret: Wir haben uns kundig gemacht. Wenn man zum Beispiel an der Haustür ein Postpaket bekommt oder einen Einschreibebrief und man ist nicht da, dann muss man nicht mehr hierhin zum Bunten Shop, sondern man muss dann zur Oberstadt das Postpaket oder das Einschreiben abholen“, sagt Peter Schmitz vom Viertelkomitee „Zur Clouse“. Bislang haben annähernd 300 Menschen die Petition unterzeichnet.

Bereits Ende 2007 war das damalige Postamt in der Unterstadt geschlossen worden, sehr zum Leidwesen der Einwohner. Die Post hatte dies mit mangelnder Rentabilität begründet und als Alternative den Postpunkt im Bunten Shop eingerichtet, unter anderem mit dem Schwerpunkt Paketdienst und Einschreibebriefe.

„Wir haben schon keine Bank mehr, können kein Bargeld mehr ziehen. Wir haben durch die Katastrophe, die Überschwemmungen, sehr viel Schaden erlitten und es wäre schade, wenn man diesen Postdienst beschneiden würde“, sagt Schmitz.

Postfiliale in der Eupener Oberstadt (Bild: Chantal Delhez/BRF)

Postfiliale in der Eupener Oberstadt (Bild: Chantal Delhez/BRF)

Paketabholung im „Bunten Shop“ ist auf Wunsch jedoch weiterhin möglich

Die Post beruhigt und erklärt, dass sich im Grunde genommen nicht viel ändert. Zwar würden die Einschreibesendungen und Pakete zwischenzeitlich aufgrund neuer Verteilungen ins Postamt verlagert werden, doch der Kunde verfüge über Alternativen.

„Für Einschreiben kann der Kunde sogar dafür optieren, das Einschreiben in seinem Briefkasten zu bekommen. Das geht über eine Anmeldung auf der Internetseite der Bpost, wo er sich bereit erklärt, sein Einschreiben vom Briefträger am Zeitpunkt, wo dieser vor der Haustür steht und niemand da ist, im Briefkasten zu erhalten“, erklärt Alexander Stoffels, der stellvertretende Regionaldirektor von Bpost.

„Für Pakete ist das dann die freie Wahl. Der Kunde kann dann wählen, ob er das Paket weiterhin im Postpunkt haben möchte über seine Bevorzugung, es entweder im Postamt abholen möchte, beim Nachbarn oder an einem sicheren Ort hinterlassen möchte oder sogar in unserem neuen Paketpunkt im Night and Day auf der Herbesthaler Straße.“

Die Post wolle im Rahmen ihrer strategischen Ausrichtung 2030 nicht nur CO2-neutral arbeiten und sparsamer in der Zustellung sein, sondern auch dem Kunden ermöglichen, Sendungen direkt in Empfang nehmen zu können. Dennoch sei man bereit, über die Situation der Unterstadt zu reden.

Bpost prüft Rückkehr zu alter Verfahrenweise

„Gerade für die Unterstadt, die gezeichnet war in den letzten Jahren, werden wir nicht lange warten, bis wir das Thema intern ansprechen und schauen, wie wir da die Lösungen direkt umsetzen können und vielleicht wieder das Volumen direkt zum Postpunkt zu besorgen, ohne den Umweg, vom Kunden zu erwarten, er muss sich auf der Seite einloggen und für die Option wählen, sondern dass wir das proaktiv von unserer Seite aus machen und sagen, wir schicken das Volumen zum Partnerpostpunkt in der Unterstadt“, sagt Stoffels.

Der Kundschaft, die nicht mit dem Internet vertraut sei, werde man auch eine Hilfestellung anbieten.

Chantal Delhez

2 Kommentare
  1. Doris Hermann

    Bleibt die Frage, Herr Stoffels, wenn „das Volumen“ wieder so einfach zum Postpunkt zurück besorgt werden kann, WARUM es überhaupt in die Oberstadt geleitet wurde? Der Postpunkt Unterstadt machte einen tollen Job: Freundlichkeit, gute Erreichbarkeit, Parkplätze ganz nah, kompetente Beratung … Ganz klar, dass die Unterstädter diesen Service behalten möchten! Also werden Sie bitte möglichst rasch aktiv. Die Unterstadt dankt!

  2. Frank Mandel

    Die Bürgermeisterin hat nix dazu gelernt.
    Außer der Tatsache, wie man aus einem bürgerlichen Viertel einen sozialen Brennpunkt macht.
    Infrastruktur adieu!
    Wir sind dagegen!