Erze & Mineralien: Sonderausstellung im Museum Vieille Montagne

Smithsonite, Marcasite und Hemimorphite sind Mineralien, die in der Regel unter der Erdoberfläche zu finden sind und oftmals sehr begehrt sind. In einer Sonderausstellung des Museums Vieille Montagne in Kelmis werden momentan Mineralien und Erze aus der Region und darüber hinaus ausgestellt.

Schalenblende aus Lontzen

Schalenblende aus Lontzen (Bild: Dogan Malicki/BRF)

Auf der ersten Etage im Museum Vieille Montagne sind momentan jede Menge Mineralien und Erze ausgestellt. Diese sind in den unterschiedlichsten Formen und Farben wiederzufinden. Trotz ihres unterschiedlichen Erscheinungsbilds, erzählen sie eine gemeinsame Geschichte – und zwar die des hiesigen Bergbaus.

Céline Ruess, Leiterin des Museums, erklärt, was hinter der Sonderausstellung steckt: “ Bei dieser Ausstellung kann man in eine erstaunliche Mineralien-Welt eintauchen. Wir haben hier 400 Muster, die von privaten Sammlern zur Verfügung gestellt wurden. Die meisten Mineralien enthalten Zink oder Blei, was mit der Bergbaugeschichte unserer Region zu tun hat.“

Die Sonderausstellung ergänzt das bereits bestehende Museums-Angebot, das über die Geschichte Neutral-Moresnets unterrichtet. In Neutral-Moresnet gab es damals die wichtigste Galmei-Grube Europas, die vom früheren Bergbau-Unternehmen Vieille Montagne betrieben wurde.

Das Unternehmen war nicht nur in Belgien, sondern auch in Deutschland oder Schweden aktiv. Viele der ausgestellten Mineralien und Erze stammen aus den ehemaligen Gruben der Vieille Montagne.

Galmei aus aller Welt

Unter den Sammlerstücken befinden sich aber auch Mineralien und Erze von etwas weiter her, wie zum Beispiel aus China. Vergleicht man den Kelmiser Galmei mit dem chinesischen Galmei, so wird deutlich: Galmei aus Kelmis ist eher orange, während Galmei aus China auch in blauen Farben wiederzufinden ist.

Die Verarbeitung von Erzen hat sich im Laufe der Zeit sehr stark verändert. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurden die im Mineral oder Erz enthaltenden Metalle durch mechanische Prozesse heraus gewonnen.

Heute ist es etwas einfacher, wie Céline Ruess erklärt: „Mittlerweile werden viel mehr chemische Verfahren bei der Erz-Aufbereitung genutzt. Durch chemische Reaktionen wird aus dem Stein eine Art Pulver. Anschließend werden die gebrauchten Metalle von dem restlichen Stein sortiert.“

Übrigens: Kelmis hat seinen Namen dem Galmei zu verdanken. Auf lateinisch heißt Galmei „calaminaris“. Im Plattdeutschen wurde daraus „keleme“ und daraus wiederum Kelmis.

Wer die ausgestellten Mineralien und Erze sehen möchte, der kann die Sonderausstellung zu den generellen Öffnungszeiten des Museums besuchen. Die Exemplare sind bis zum 29. Januar 2023 zu sehen.

Dogan Malicki

Ein Kommentar
  1. alex timmermann

    48 nach ch , hat Feldherr Plinius der aeltere , die Grube in Kelmis besucht . Er sieht wie die Leute auf der suche nach dem Gestein , den Boden aufhacken .