Schaffung einer Regionalwährung soll an Zivilgesellschaft übertragen werden

Die Schaffung einer Regionalwährung für die Deutschsprachige Gemeinschaft soll an einen Akteur aus der Zivilgesellschaft übertragen werden. Das schreibt Ministerpräsident Oliver Paasch in einer Mitteilung.

Ministerpräsident Oliver Paasch im PDG (Bild: Stephan Pesch/BRF)

Ministerpräsident Oliver Paasch im PDG (Bild: Stephan Pesch/BRF)

Eine Projektgruppe hatte sich mit dem Thema auseinandergesetzt und einen Abschlussbericht verfasst. Der soll die Grundlage zur weiteren Umsetzung bilden, so Oliver Paasch.

In einem nächsten Schritt wird nun ein Projektaufruf gestartet. Die Konzeption und Einführung einer lokalen Komplementärwährung soll an einen zivilgesellschaftlichen Akteur übertragen werden.

Zu diesem Zweck stellt die Regierung 100.000 Euro pro Jahr zur Verfügung. Die tatsächliche Zuschusshöhe hängt aber von dem Projektvorschlag ab.

mitt/ale

15 Kommentare
  1. maria van Straelen

    passt genau zum gewünschten separatistischen „Belgien zu viert“

  2. Marcel Scholzen eimerscheid

    Es gibt doch schon Mahlzeit-Schecks. Das ist doch im Prinzip eine Regionalwährung, weil nur in Belgien gültig.

    So eine Regionalwährung macht nur dann Sinn, wenn irgendwelche Vorteile damit verbundenen sind, wie zum Beispiel ein Preisnachlass oder eine Versicherung. Schöne Scheinchen drucken alleine genügt nicht.

  3. Yves Tychon

    Nach Euro und Afro jetzt also ein « Ossi »?
    Haben Paasch & Co Langeweile ?

  4. Alexandre Müllender

    Gibt es aktuell keine andere Sorgen? Die weltberühmte Gelddruckmaschine der DG… Sorry aber welch ein Schwachsinn… Diese 100.000 Euro könnte man besser anlegen, aber das hat Herr Paasch ja nicht nötig in seiner Scheinwelt.

  5. Mario Mausen

    Ich kann mir leider keinen Nutzen für den Endverbraucher vorstellen…

  6. Edgar Michaelis

    Es geht doch darum noch mehr Spaltung in die Gesellschaft zu bringen…

  7. Norbert Schleck

    „soll an einen Akteur aus der Zivilgesellschaft übertragen werden.“
    Der dann doch wohl daran verdienen will…
    „stellt die Regierung 100.000 Euro pro Jahr zur Verfügung“
    Pro Jahr!? Nicht schlecht…

    In Malmedy und Umgebung gibt es doch bereits den Sous-Rire.
    Leider erfährt man auf dessen Website nicht viel Konkretes.
    Ist mir bei Besuchen dort noch nie ins Auge gestochen.

    Es gäbe dann also auf engsten Raum drei Verbreitungsgebiete (DG-Nord, Malmedy, DG-Süd).
    Dass ein Malmedyer OB-Taler eintauscht, um im Bütgenbach einzukaufen, oder ein Reuländer nach Eupen fahren würde, um in „Susi’s Perlenlädchen“ eine Bastelarbeit zu erstehen, oder ein Weywertzer in Malmedu mit Sous-Rire ein Sandwich bezahlt, wer’s glaubt.

    Auch die heftig umworbenen Touristen werden das Regionalgeld kaum annehmen wollen, wozu auch?

    Die DG, ein langgezogenes Band, in zwei Teilen, rechts die deutsche Grenze, oben Aachen und Maastricht, links die Wallonie, unten Luxemburg.
    Wie soll da ein Regionalgeld ökonomisch irgendeine Bedeutung erlangen?

    In Lüttich gibt’s den Val’heureux, ebenso diskret…
    Und der Aachener Pauer? R.I.P.

  8. Guido Scholzen

    Vor Jahren hatte Vivant die Idee mit dem Venntaler und wurde von den nun regierenden ausgelacht.
    Jetzt kommen die Regierenden selber mit so’ner Idee.
    Wer braucht hier wohl Geld?😉

  9. Norbert Schleck

    „Wer braucht hier wohl Geld?“
    Ich weiss nicht, ob der Herr Scholzen das Prinzip Regionalgeld richtig verstanden hat.
    Die DG wird keinesfalls in Eupen eine ZBDG, eine Zentralbank der Deutschsprachigen Gemeinschaft gründen und eineeigene Währung herausgeben, sondern lediglich eine Art Gutscheinsystem installieren, analog zu den Mahlzeitschecks, die nur von den teilnehmenden Betrieben akzeptiert werden und sonst nirgends eingelöst werden können.
    Für jeden solchen OB-Taler muss der Gegenwert in Euro auf einem gesicherten Konto deponiert werden.

    Meist sind solche Gutscheine mit einem systematischen Wertverlust gekoppelt, damit man sie möglichst schnell ausgibt. Nichts für „Sparer“, verächtlich „Horter “ genannt.

    Da soll man mit diesem Abzug dann Wohltätigkeit üben, Vereine unterstützen, etc.

  10. Guido Scholzen

    Herr Schleck,
    Paasch und Company initiieren das, um sich selber zu profilieren.

    Regionalwährungen sind meist privat organisiert.
    Da der Staat ein schlechter Unternehmer ist, würde so eine Unternehmung nie wirklich rentabel sein. Also lassen wir es besser sein. Ausser Spesen nix gewesen.

  11. Marita Eichten

    Die Idee zur Regionalwährung stammt nicht von Herrn Paasch. Dieser Vorschlag kam vor Jahren aus den Reihen von Vivant.

  12. Marcel Scholzen eimerscheid

    Die 100.000 € besser ausgeben für eine Lohnerhöhung des Pflegepersonals. Dort ist das Geld bestens angelegt.

  13. Joseph Meyer

    Ich finde es lobenswert, dass die DG-Regierung nun endlich -seit 2005!- eine komplementäre Regionalwährung einführen möchte! Aber warum macht sie das nicht selber?!
    Wenn alle umliegenden Regionalwährungen über den Euro abgesichrt sind, dann können sie auch alle miteinander kooperieren, sodass ein größeres gemeinsames Anwendungsgebiet entsteht.
    Regionalwährungen tragen tatsächlich dazu bei, die Kaufkraft und die Arbeitsplätze in der Region zu erhalten, und wenn der Euro dann wirklich schlapp machen sollte, so wie es namhafte Ökonomen vorhersagen, dann kann das Wirtschaftsleben noch über die Regionalwährungen weiter bestehen …

  14. Peter Schallenberg

    Herr Joseph Meyer: eine Regionalwährung so zusagen als Ersatz und Vorsorge für den Weich- Euro, das war auch mein Gedanke.
    Werden Regionalwährungen mittels des Euro abgesichert, besteht die Gefahr, das mit dem Untergang der „Friedenswährung“ auch die Regionalwährungen betroffen sind.

    Auch das, was Herr Paasch mit „Akteur aus der Zivilgesellschaft“ meint lässt mein Vertrauen in eine solche Regionalwährung eher sinken.

  15. Norbert Schleck

    „…Ersatz und Vorsorge für den Weich- Euro…“
    Wer glaubt, dass eine Regionalwährung den Euro ersetzen könnte, der glaubt auch daran, dass der Weihnachtsmann auf Ostern die Eier bringt.
    Eine solche ist doch auf Gedeih und Verderb an den Euro gekoppelt.
    Zudem ist die DG nur sehr begrenzt autark und bis auf ein paar lokale Produkte außerstande, auch nur die Basisversorgung der Bevölkerung aus eigener Kraft zu stemmen.

    Leider erfährt man nirgends, wie denn der Lütticher Val’heureux oder der Malmedyer Sous-rire „eingeschlagen“ haben.
    Der Aachener Pauer, de vor ein paar Jahren mal „dem Euro Konkurrenz machen“ sollte, wie großspurig verkündet wurde, ist sanft entschlafen.

    Der Sous-Rire?
    Man schaue sich mal auf dessen Website die Liste der teilnehmenden „Unternehmen“ an, dann hat man verstanden, was von deren ökonomischer Schlagkraft zu halten ist.
    Von wegen „Ersatz für den Weich-Euro“!

    Generalversammlung war übrigens am 17. März. Ein Bericht wurde nicht veröffentlicht.
    Auch dort: „Evènements à venir: Aucun“ C’est tout dire…