Start-Up möchte Oldtimer fit für die Zukunft machen

Oldtimer haben einen ganz eigenen Charme und begeistern viele Autoliebhaber. Auch ein junger Unternehmer, der in Raeren wohnt, weiß das zu schätzen. Genau diesen Charme will er erhalten. Mit seinem Unternehmen, einem Start-Up in Aachen, möchte er Oldtimer fit für die Zukunft machen.

Bild: Andreas Lejeune/BRF

Recharged Automotives (Bild: Andreas Lejeune/BRF)

Wenn Pascal Plote über sein Projekt redet, schwingt Begeisterung mit. Dabei ist das Auto, vor dem er steht, komplett ausgehöhlt. Die Innenausstattung fehlt, der Verbrennungsmotor wurde bereits ausgebaut. Einzig Fahrgestell und Karosserie stehen aktuell noch in der kleinen Garage in der Aachener Industriezone. Doch das Kultfahrzeug begeistert den 31-Jährigen.

„Das ist eigentlich ein 1982er Mini Cooper. Für uns umgebaut auf die 60er Jahre. Das sieht man so ein bisschen an den Rücklichtern hinten, das sind kleine Rücklichter. Und vorne der Grill wurde halt umgebaut, damit es nach Oldschool aussieht. Ich fand den schon immer cool. Das ist ein kleines Fahrzeug, gebaut für die Stadt. Und das wird es auch wieder.“

Oldtimer durch den Umstieg auf Elektroantrieb fit für den Stadtverkehr machen – so lautet das Ziel des Start-Ups „Recharged Automotives“. Geschäftsführer Pascal Plote hatte vor etwa zwei Jahren die Idee dazu. Mit dieser Idee im Gepäck nahm er auch am Businessplan-Wettbewerb der WFG teil.

„Dann ist das auch mit dem Businessplan-Wettbewerb ein bisschen gereift. Das heißt, man hat Coachings, lernt verschieden Leute kennen. Und dann reift so ein Konzept natürlich, bis wir hier vor dem fertigen, beziehungsweise halbfertigen, Mini stehen.“

Bild: Andreas Lejeune/BRF

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Halbfertig trifft es schon eher, denn unter anderem die Akkus müssen noch eingebaut werden. Hier bietet Pascal Plote zwei Batterieoptionen an. Die erste ist preisgünstiger, fest verbaut und soll eine Reichweite von etwa 80 Kilometern haben. Die zweite Variante arbeitet mit Akkumodulen eines bayrischen Start-Ups. Dadurch erhöht sich die Reichweite auf etwa 100 Kilometer. „Die Idee ist halt, dass man die Module nutzt wie ein E-Bike. Man hat einen Rahmen. Man kann das Modul dann letztendlich anheben und einfach in den Rahmen einstecken.“

So können die Akkus ausgetauscht und aufgeladen werden. Ein Rollkoffer soll das Ganze handlich, transportierbar und vor allem funktionell machen. „Wir möchten gerne dahin gehen, dass man in der Garage oder zu Hause diesen Trolley hinstellt und den dann für VTG benutzt. Das bedeutet ‚vehicle to grit‘, also sprich: man kann die Akkumodule als Speicher für seine Solarenergie nutzen.“ Doch soweit ist Pascal Plote noch nicht. Aktuell sucht der gelernte technische Produktdesigner eine Halle auf belgischer Seite, in die er mit seinem Start-Up umziehen könnte.

Bild: Andreas Lejeune/BRF

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Daneben arbeitet Pascal Plote an verschiedenen Computer-Modellen des Minis. Hier prüft er, welches Bauteil wie eingebaut werden kann. Dabei zählt jeder Zentimeter. Der Charme des Autos soll durch den Umbau nicht verloren gehen. „Dann entwickeln wir letztendlich mit Ingenieuren das Produkt, also den Halt der Batteriebox, der dann entwickelt und geprüft wird. Wir benutzen auch 3D-Druck-Technik, um zu sehen, wie sich die Teile im Motorraum positionieren. Und dann wird das entwickelt und gefertigt.“

Im Oktober soll ein erstes Modell auf seine Tauglichkeit getestet werden. Dann wäre eine erste große Hürde geschafft. Doch auch darüber hinaus setzt sich Pascal Plote klare Ziele. „Ich hätte ganz gerne einen veganen Innenraum. Mit veganem Kunstleder und recycelten Stoffen.“

Bild: Andreas Lejeune/BRF

Bild: Andreas Lejeune/BRF

Auch in der Innenausstattung soll es zwei Varianten geben: eine modernere Ausstattung mit digitalen Elementen und eine klassische. Auch für diese Etappe hat Pascal Plote einen klaren Plan, der ihn Stück für Stück näher an sein langfristiges Ziel bringt: 50 Minis möchte Plote jährlich umrüsten können. Und selbst dabei wird es nicht bleiben, denn bereits jetzt hat der Jungunternehmer Ideen, welches Fahrzeugmodell er anschließend elektrifizieren will.

Andreas Lejeune

2 Kommentare
  1. Peter Mertens

    Ich denke wer einen solchen Wagen käuflich erwerben möchte muss bereit sein tief in die Tasche zu greifen.
    Da wäre es einfacher, jedenfalls auf deutscher Seite, einen modernen Kleinwagen mit staatlichen Förderung zu kaufen.
    Oldtimer haben es in Belgien seit einigen Jahren schwer, da muss man den vollen Steuersatz zahlen , da kostet ein 3 Liter Motor schon ein kleines Vermögen.

  2. Rene Silva

    Die Idee finde ich super. Denke das wird die Zukunft auch bei Oldtimern sein. Am liebsten würde ich die DS 21 umrüsten.