Am Kaperberg dreht sich das Infrastrukturkarussell

Im Oktober 2013 zog das Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft vom Kaperberg in das neue Sanatoriumsgebäude. Jetzt, fast neun Jahre später, wurde das Mobiliar am Kaperberg veräußert. Kaufen konnte man sogar einen ganzen Sitzungssaal. Er erzählt eine lange Geschichte.

Bild: Chantal Delhez/BRF

Bild: Chantal Delhez/BRF

Das alte Parlament am Kaperberg ist seit Oktober 2013 seinem Schicksal überlassen. Seitdem die letzten Umzugswagen in Richtung neues Sanatorium aufgebrochen sind, ist Gras über die Vergangenheit gewachsen. Im Inneren zeugen nur noch die Wände und das Mobiliar von der Geschichte der Einrichtung. Dieses Mobiliar wird bald in andere Hände übergehen.

Greffier Stephan Thomas und Mitarbeiter der Gebäuderegie geben Einsicht in das alte denkmalgeschützte Gebäude. Der alte Sitzungssaal ist zu verkaufen. „Es ist ein eigenartiges Gefühl, ich habe sehr viel Zeit in diesem Raum verbracht. Ich habe Erinnerungen an besondere Momente im Kopf, es ist eine besondere Situation“, erinnert sich Stephan Thomas, der die Leitung der Parlamentsverwaltung inne hat.

In diesem Sitzungssaal hat sich die Geschichte der Deutschsprachigen Gemeinschaft abgespielt, hier wurden wichtige inhaltliche Entscheidungen getroffen, hier entwickelte sich die Autonomie der Gemeinschaft. „Es hat 1973 angefangen. Da gab es die erste Versammlung, am 23. Oktober. Da war der Plenarsaal noch anders aufgebaut.“

Mit der Zeit erwiesen sich das Parlamentsgebäude und der Sitzungssaal als zu eng, um dort weiter tagen zu können. Der ursprüngliche Sitzungssaal wurde im Laufe der Zeit umgebaut. „1990 wurde ein erstes Mal umgebaut, es wurde größer gestaltet, weil es eng war.“

Zwar haben die Verantwortlichen einige Erinnerungsstücke mitgenommen, doch nach dem Umzug blieb vieles zurück – zum Beispiel auch eine Küchenzeile, die noch jetzt in der ehemaligen Cafeteria steht, wo viele Zusammenkünfte in lockerer Runde stattfanden.

Neben einer fahrbaren Regalanlage gibt es noch so manche Stühle, die auf neue Besitzer warten. Die Submission ist beendet. Sollte es allerdings nicht genügend Interessenten geben, kann die Frist verlängert werden. All dies geschieht im Vorfeld eines größeren Projekts, sodass sich das Infrastrukturkarussell wieder dreht. Es wird nämlich die neue Bleibe des Staatsarchivs, so Dominique Bourseaux, Architektin der Gebäuderegie.

Jetzt müssen die Angebote nach und nach geprüft werden, ehe das Projekt nach all diesen Jahren endlich realisiert werden kann.

Chantal Delhez