Verdacht auf neue Hepatitis-Variante in Membach: „Kein Grund zur Panik“

Seit einigen Wochen gibt es vermehrt Berichte über eine neue Hepatitis-Variante, die Kinder und Jugendliche betrifft. Im Vereinigten Königreich hat es inzwischen mehr als hundert Fälle gegeben. Ende letzter Woche wurde der erste Patient in Belgien gemeldet. Nun hat es auch in der Region einen Verdachtsfall gegeben.

Hepatitis C wird über Blut übertragen - jede einzelne Blutspende wird auf Viren überprüft (Illustrationsbild: Herwig Vergult/Belga)

Illustrationsbild: Herwig Vergult/Belga

In der Membacher Gemeindeschule hat es einen ersten Verdachtsfall gegeben, bestätigt die Direktion dem BRF. Ob es sich tatsächlich um die neue Variante handelt, ist dabei noch gar nicht sicher. Die Membacher Schule hat in Folge des Verdachts die Eltern informiert, der Schulbetrieb läuft weiter.

Chefarzt: „Kein Grund, sich Sorgen zu machen“

Genau die richtige Reaktion, findet auch Dr. Tom van Leemput, Chefarzt im Eupener St.-Nikolaus Hospital: „Wir sehen da noch gar keinen Grund, um sich Sorgen darüber zu machen. Es ist nur ein Verdacht, also gar nicht klar, ob es sich um diese neue Variante handelt.“

Dem betroffenen Kind gehe es soweit gut, es durfte das Krankenhaus inzwischen verlassen. Das Krankenhaus wiederum steht in Kontakt mit Sciensano. Das Gesundheitsinstitut berät auch bei dieser Viruserkrankung.

Ebenso hat der Gesundheitsdienst Kaleido die aktuelle Lage im Blick. „Es gibt keinen Grund zur Panik. Wir haben momentan selbst auch noch keine Meldung erhalten für die Deutschsprachige Gemeinschaft“, so Murielle Mendez, Gesundheitskoordinatorin bei Kaleido. Genau wie Dr. Tom van Leemput entwarnt auch sie. In einem möglichen Fall würde Kaleido die Eltern informieren und die Schulen beraten. „Wir würden darauf aufmerksam machen, dass die allgemeinen Hygieneregeln bei fäkal und oral übertragbaren Krankheiten, wie das hier der Fall ist, eingehalten werden“, so Mendez.

Hygieneregeln beachten

Diese lauten: Vor dem Essen und nach dem Toilettengang die Hände mit Seife waschen, Besteck und Becher wenn möglich nicht teilen, die Sanitäranlagen sollen regelmäßig gesäubert werden. Regeln, die auch jetzt schon in den Alltag integriert werden dürfen.

Weitere – eventuell drastischere – Mittel gehören nicht zu den möglichen Reaktionen. „Wir sprechen gar nicht von Klassenschließungen. Es geht darum, die Leute zu informieren, aufmerksam zu sein, um bei möglichem Auftreten von Symptomen reagieren zu können und dann auch eventuell den Arzt aufzusuchen.“

Auf Symptome achten

Im Falle von Symptomen sollte Vorsicht geboten sein. Dann sollte das Kind nicht mehr in die Schule geschickt werden, im Gegenteil. Dr. Tom van Leemput erklärt, wann wie gehandelt werden soll: „Das sind gelbe Augen oder gelbe Haut. Ein relativ heller Stuhlgang und ein dunkler Urin. Wenn diese Symptome vorliegen, würde ich empfehlen, mit dem Kind zum Pädiater oder zum Hausarzt zu gehen.“

Bei der neuen Hepatitis-Form besteht kein Grund zur Sorge – sich die gängigen Hygieneregeln noch einmal in Erinnerung zu rufen, schadet jedoch keinesfalls.

Andreas Lejeune