Carsharing als Alternative: Eupen stellt ersten Anbieter vor

Die Stadt Eupen hat sich vorgenommen, den Autoverkehr in der Innenstadt zu reduzieren. Denn der ist nicht nur für einen bedeutenden Anteil der Treibhausgasemissionen verantwortlich, sondern trägt auch maßgeblich zur Schadstoffkonzentration in der Luft bei. Mit dem Ziel, die Mobilität zu verändern, will Eupen unter anderem das Carsharing vorantreiben. Am Donnerstagnachmittag wurden die ersten Fahrzeuge präsentiert.

Bild: Michaela Brück/BRF

Bild: Michaela Brück/BRF

Der Standort ist auf dem Parkplatz des Stadthauses in Eupen. Dort stehen zwei Fahrzeuge für das Carsharing zur Verfügung: ein vollelektrischer Kleinwagen und ein Hybrid-Fahrzeug. Sie stehen direkt an der Ladestation für Elektrofahrzeuge, die seit September in Betrieb ist.

Die Carsharing-Wagen werden von einem Eupener Autohaus bereitgestellt, das in einem Verbund mit anderen Anbietern arbeitet und in ganz Belgien bereits 60 Standorte hat. Die Stadt hat sich bewusst für dieses Modell entschieden, weil die App auf Deutsch zur Verfügung gestellt wird und um einen lokalen Ansprechpartner zu haben, der auch für die Wartung der Fahrzeuge sorgt.

Das Carsharing funktioniert wie folgt: Man registriert sich zunächst einmalig und kostenlos über eine App bei dem Anbieter „Share 4Mobility“. Dort kann man dann eines der beiden Fahrzeuge in Eupen buchen bzw. für einen bestimmten Tag oder stundenweise reservieren. Über die App meldet man sich nicht nur an, darüber enthält man auch Anweisungen zum Startvorgang und dokumentiert man die Nutzung und eventuelle Schäden am Fahrzeug.

Pro Stunde zahlt man vier Euro Grundgebühr und dann kommen 20 Cent pro Kilometer hinzu. Ein ganzer Tag kostet 29 Euro. Das ist ein verbilligter Tarif für die Eupener Bürger, weil die Stadt einen Mietvertrag mit dem Anbieter abgeschlossen hat. Der sieht auch vor, dass Mitarbeiter der Stadt die Fahrzeuge nutzen können, sowohl im Dienst – dadurch hofft die Stadt auch ihren Fuhrpark verkleinern zu können – als auch nach Dienstschluss privat.

Je nach Fahrstil und Witterungsbedingungen hat das Elektroauto eine Reichweite bis zu 350 Kilometer. Es muss aber immer wieder zum Standort Eupen zurückgebracht werden. Man kann es also nicht in einer anderen Stadt stehen lassen. Während man das vollelektrische Fahrzeug an der Eupener Ladesäule auflädt, kann der Hybridwagen mit einer Tankkarte unterwegs betankt werden. Die Treibstoffkosten sind in der Nutzungsgebühr enthalten.

Die Ladesäule am Eupener Stadthaus steht schon seit September. Bislang wurden 2.000 elektrische Kilometer geladen. Damit ist die Stadt ganz zufrieden. Es ist die erste Ladesäule auf öffentlichem Grund in Eupen. Die Stadt hofft, dass sich noch weitere Betreiber von Ladesäulen melden, um weitere Stationen zu installieren. Wie die Nachfrage beim Carsharing aussieht, wird sich zeigen. Bei einer Facebook-Umfrage der Stadt im Vorfeld hatten die Bürger jedenfalls Interesse gezeigt.

Die Stadt hofft vor allem auf eine Art Werbe-Effekt und Sensibilisierung. Das heißt, wenn die Mitarbeiter der Stadt oder Privatkunden mit den Carsharing-Autos durch Eupen fahren, soll das die Bürger dazu anregen, ihre Nutzung der eigenen Fahrzeuge zu überdenken, eventuell den Zweitwagen abzuschaffen und für gelegentliche Fahrten das Carsharing zu nutzen.

Um einen Anreiz zu schaffen, hat sich die Stadt zum Start des Projekts auch etwas einfallen lassen: Die ersten 50 Bürger, die sich melden, erhalten ein Starter-Kit im Wert von 20 Euro, das sie dann beim Carsharing einlösen können.

Interessenten können sich per Mail an benoit.pesch@eupen.be melden.

Michaela Brück

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4 Kommentare
  1. Hubert Savelberg

    Interessant ist folgendes:
    Es handelt sich hierbei um eine Ladesäule mit 2 Ladepunkten, allerdings nur einer ist öffentlich zugänglich. Der zweite Ladepunkt ist dem örtlichen Carsharing-Fahrzeug vorenthalten.

    Das heißt dass das zweite Carsharing Auto die Ladesäule nur zum Laden benutzen darf und dann anderweitig abgestellt werden muss, damit die öffentliche Ladesäule auch von anderen Elektroautos genutzt werden kann (mit entsprechende RFID Karte).

  2. Barth Marcel

    bei 2 Fahrzeugen, die auch der Belegschaft der Stadt zur Verfügung stehen, was bleibt da für den Bürger übrig? Grünenwahn ohne Nutzen. Ausser für die Gemeinde, die 2 Fahrzeuge spart.

  3. Ludwig Gielen

    Carsharing reduziert nicht die Anzahl der Fahrzeuge auf Eupens Straßen, es werden ja genau soviele KM gefahren. Der einzige Vorteil wäre, dass vielleicht einige wenige Fahrzeuge nutzlos rumstehen und somit nicht produziert werden müssen.

  4. Alexandre Müllender

    Ja ja, Weltstadt Eupen braucht ein eigenes Carsharing System, um sich wieder wie Rom oder Paris vergleichen zu können, wie wird die Kosten/Nutzen Rechnung sein?

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