Schülerzahlen in der DG: Trend weiter steigend

Die Schülerzahlen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft gehen weiter nach oben, wenn auch nur leicht. Ein Trend, der sich bereits vergangenes Jahr abzeichnete. Insgesamt zählt die DG in diesem Schuljahr fast 12 500 Schüler. Das geht aus der aktuellen Statistik hervor, die am Mittwoch präsentiert wurde.

Sekundarschüler (Bild: Laurie Dieffembacq/Belga)

Illustrationsbild: Laurie Dieffembacq/Belga

Beim Blick auf die Tabelle wird es schnell deutlich: die Kurve der Schülerzahlen in den Sekundarschulen geht nach unten. In den letzten zehn Jahren sind sie um rund 1000 gesunken. Dafür steigen aber seit letztem Jahr wieder die Zahlen in den Primarschulen. Vor allem im Kindergarten ist der Anstieg mit einem Plus von rund 100 deutlich.

Autonome Hochschule mit Rekord – Viele Studenten im Bildungs- und Gesundheitswesen

Sehr positiv sieht Bildungsministerin Lydia Klinkenberg die Entwicklung in der Autonomen Hochschule. Dort wurde mit 265 Studierenden wieder eine Rekordzahl erreicht, vor allem im Studiengang Bildungswissenschaften, der zum Lehrdiplom für Kindergarten und Primarschule führt sowie in den Gesundheits- und Krankenpflegewissenschaften.

Das sei vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels in diesen Bereichen besonders erfreulich, so Klinkenberg. „Es ist natürlich so, dass diese Studenten noch nicht fertig sind mit ihrer Ausbildung. Wir wissen aber, dass wir mit einem akuten Lehrer- und Pflegekräftemangel zu tun haben. Ich fürchte, dass es noch weitere Maßnahmen geben muss, dass wir zum Beispiel in der Pflege niederschwelligere Ausbildungen anbieten müssen, um unsere Pflegekräfte zu entlasten. Gleiches gilt für den Lehrermangel.“

Zwergschulen bangen um Fortbestand

Von den Dorfschulen in der Eifel hat der Kindergarten in Lascheid nicht die Mindestnorm von sechs Kindern erreicht. Er hat noch ein sogenanntes Gnadenjahr bis zur drohenden Schließung. Auch für die Gemeindeschule Espeler hätte es ein Gnadenjahr gegeben. Der Schulträger, die Gemeinde Burg Reuland, entschied aber bereits im Vorfeld, die Schule schon dieses Jahr zu schließen. Die DG finanziert im Gegenzug einen Schülertransport nach Thommen zur Schule Kreuzberg.

Weiterhin geschlossen bleibt die Schule in Hünningen. Die kleinste Primarschule in der DG ist die Gemeindeschule Wirtzfeld mit gerade einmal 14 Kindern. Das reicht noch für die Norm, die bei einer Mindestzahl von 12 liegt. Viele Zwergschulen müssen um ihren Fortbestand zittern. „Allerdings haben wir großzügige Normen in der DG“, so die Ministerin. „Wenn die Mindestzahl erreicht wird, kann die Schule auch wieder eröffnet werden. Die Schulen sind ein wichtiger Identifikationspunkt im Dorf.“

Unterricht zu Hause immer mehr gefragt

Für manche Familien aber ist das Zuhause der ideale Lernort. 71 Kinder werden in diesem Schuljahr zu Hause unterrichtet – mehr als je zuvor. Ministerin Klinkenberg erklärt dazu: „In Belgien besteht eine Unterrichtspflicht, aber keine Schulpflicht. Es gibt einige Familien aus den Nachbarländern, die darauf zurückgreifen – wie zum Beispiel Deutschland, wo das nicht möglich ist. Corona hat dem Ganzen auch Aufwind gegeben.“

Herausforderung Integration verschiedener Nationalitäten

In den Förderschulen hat sich der zuletzt steigende Trend der Schülerzahlen wieder stabilisiert.

Eine besondere Herausforderung sieht die Bildungsministerin in der Betreuung und Vorbereitung von erstankommenden Schülern aus dem Ausland. „Wir wissen, dass wir 20 Prozent Nationalitäten haben, die nicht belgisch sind. Durch die Pluralität stehen die Schulen vor großen Herausforderungen, die interkulturellen Aspekte in den Unterricht einzubeziehen.“

Zu den aktuellen Fördermaßnahmen gehört unter anderem ein spezielles Stundenkapital für erstankommende Schüler. Sie haben die Möglichkeit, länger in einer Sprachlernklasse zu bleiben. Darüber hinaus will Bildungsministerin Klinkenberg weitere Unterstützungsmaßnahmen ins Auge fassen.

Die aktuellen Schülerzahlen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft

Michaela Brück

Ein Kommentar
  1. alexander timmermann

    klimakonferenzen , krise , ist alles da .
    warum werden kindergaerten so naturfern , gestaltet ?