Bütgenbach will Strom für Wasseraufbereitung selber produzieren

Die Gemeinde Bütgenbach will den Strom für ihre Trinkwasseraufbereitung selber produzieren. Deshalb soll eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Wasseraufbereitungsanlage in Elsenborn installiert werden. Thema beim Gemeinderat war außerdem der Holzverkauf und eine Neuberechnung der Brandschutzgebühr, mit der die Gemeinde nicht einverstanden ist.

Gemeinderat Bütgenbach (Foto: Stephan Pesch/BRF)

Gemeinderat Bütgenbach (Archivbild: Stephan Pesch/BRF)

Mit Sonnenenergie will die Gemeinde auf grünen Strom setzen, so Bütgenbachs Schöffe Stéphan Noel. Deshalb wird eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Trinkwasseraufbereitungsanlage (TWA) in Elsenborn installiert. Das hat der Gemeinderat am Mittwochabend einstimmig beschlossen.

Mit 90 Kilowattpeak entspricht die Nennleistung der Photovoltaikanlage in etwa 90.000 kWh Solarstrom pro Jahr. Der Verbrauch der Trinkwasseraufbereitungsanlage in Elsenborn entspricht aktuell 100.000 kWh pro Jahr. Dadurch, dass bald auch Worriken mit Trinkwasser versorgt wird, wird der Stromverbrauch der Trinkwasseraufbereitungsanlage um etwa zehn Prozent steigen, schätzt Schöffe Stéphan Noel.

Überproduzierter Strom kann außerdem weiterverkauft werden und somit andere Gebäude in der Gemeinde mit Strom versorgen. Die geplante Photovoltaikanlage sei schon in wenigen Jahren gewinnbringend, betont Noel.

Auf Nachfrage von Gemeinderatsmitglied Hermann-Josef Pauels erklärt der Schöffe, dass noch keine Speicherkapazitäten für die Anlage vorgesehen sind. Die Gemeinde wolle bei der Trinkwasserproduktion zunächst auf bewährte Technik setzen. Ausbauen könne man das System in den kommenden Jahren aber noch immer.

Holzverkauf im November

Beim Bütgenbacher Gemeinderat wurden außerdem die Bedingungen für den Holzverkauf festgelegt. Stattfinden wird dieser am 26. November um 18 und 18:30 Uhr im Saal Hermann in Weywertz. Dafür sieht die Forstverwaltung 14.125 Kubikmeter Holz vor. Laut Schöffe Charles Servaty gehe die Tendenz der Holzpreise auch wieder nach oben.

Brandschutzgebühr neu berechnet

Thema beim Gemeinderat war auch die Brandschutzgebühr an die Provinz Lüttich. Die Stadt Huy hatte gegen die Kostenverteilung in der Hilfeleistungszone vom Jahr 2014 geklagt und vom Staatsrat Recht bekommen. Statt 160.000 Euro sollte die Gemeinde Bütgenbach demnach 177.000 Euro Brandschutzgebühr zahlen.

Nun hat aber auch die Gemeinde Hamoir um eine Neuberechnung gebeten. Demnach beträgt die Gebühr für Bütgenbach rund 183.000 Euro. Mit der letzten Neuberechnung ist die Gemeinde Bütgenbach jedoch nicht einverstanden, da es sich lediglich um eine Bitte und nicht um einen Beschluss vom Staatsrat handelt. Der Gemeinderat hat deswegen einstimmig eine ungünstige Stellungnahme zu dieser Neuberechnung verabschiedet.

Finanzen

Einverstanden ist der Gemeinderat jedoch mit den Zuschüssen für die Kirchenfabriken. Knapp 109.000 Euro sieht die Gemeinde für die vier Kirchenfabriken Bütgenbach, Elsenborn, Nidrum und Weywertz fürs Jahr 2022 vor.

In puncto Finanzen stand auch eine Kassenkontrolle auf der Tagesordnung. Der aktuelle Stand: Insgesamt hat die Gemeinde knapp 1,4 Millionen Euro auf ihren Bankkonten.

Raffaela Schaus

Ein Kommentar
  1. Joachim Wahl

    Ist es nur der Dummheit geschuldet oder ist es Vorsatz? Da wird „einstimmig“ etwas durchgewunken, weil es halt „Mode ist, die Welt zu retten“. Da „erklärt“ ein Schöffe mit blumigen Worten, dass „überproduzierter“ Strom verkauft wird, dass man „etwa“ so-und-so-viel Strom erzeugt. Dass die Anlage überhaupt keine Verbindung zur bestehenden elektrischen Infrastruktur hat, da sie nie verbrauchskonform Strom erzeugt, wird entweder aus Unkenntnis oder Vorsatz verschwiegen. Hält die Gemeinde den Bürger eigentlich für „so dumm“?