Philippe Felten tritt als Generaldirektor der beiden DG-Krankenhäuser zurück

Der Generaldirektor der beiden DG-Krankenhäuser, Philippe Felten, ist zurückgetreten. Das haben die Verwaltungsräte der Klinik St. Josef und des St. Nikolaus Hospitals am Mittwoch bekannt gegeben.

Christian Krings, Verwaltungsratspräsident der Klinik St. Josef, Philippe Felten und Claudia Niesssen, Verwaltungsratspräsidentin des St.-Nikolaus-Hospitals am Mittwoch in St. Vith (Bild: Michaela Brück/BRF)

Philippe Felten (Mitte) mit Christian Krings, Verwaltungsratspräsident der Klinik St. Josef, und Claudia Niesssen, Verwaltungsratspräsidentin des St.-Nikolaus-Hospitals im März 2021 (Archivbild: Michaela Brück/BRF)

Philippe Felten sei mit der Bitte an die Verwaltungsräte herangetreten, seinen Arbeitsvertrag in beiderseitigem Einverständnis aufzulösen.

Als Begründung für diesen Entschluss teilte er mit, dass er nach der kurzen, aber sehr intensiven Einarbeitungszeit zu dem Schluss gekommen sei, dass die zu erbringende Tätigkeit in den beiden Häusern nicht seinem Profil und seinen Erwartungen entspreche.

Der scheidende Generaldirektor wollte selbst kein Interview zu seiner Entscheidung geben. In einer kurzen Stellungnahme erklärte er lediglich, dass er nach 100 Tagen im Dienst Bilanz gezogen habe.

Schon Ende August sei ihm klar geworden, dass das operative Geschäft im Krankenhaus nicht seinen Vorstellungen entsprochen habe. Daraufhin habe er seinen Rücktritt vorgeschlagen.

Er habe die aktuelle Lage der beiden Häuser analysiert und den Verwaltungsräten der beiden Häuser einen Strategieplan für die Zukunft überreicht. Zu den Details dieses Plans wollte sich Felten nicht äußern.

Er wünscht dem St. Nikolaus-Hospital und der Klinik St. Josef alles Gute. Vor allem das Personal brauche Stabilität, so Felten zum Schluss seiner Stellungnahme.

Philippe Felten wurde mit sofortiger Wirkung ab Mittwoch freigestellt. Wie die Präsidenten der Verwaltungsräte, Claudia Niessen und Christian Krings, mitteilten, habe sich schon in den ersten Wochen der gemeinsamen Generaldirektion gezeigt, dass erste Synergien gefunden wurden. Beide Häuser werden die begonnene Zusammenarbeit aus diesem Grund auch weiter fortsetzen.

Die beiden Interimsdirektoren, Ludwig Bastiaansen für die Klinik St. Josef St. Vith und Paul Soenen für das St. Nikolaus Hospital Eupen, nahmen am Mittwoch ihre Dienste erneut auf. Die beiden Verwaltungsräte werden in den nächsten Tagen die nötigen Schritte beschließen, um die Generaldirektion zeitnah neu zu besetzen.

mitt/lo/dop

3 Kommentare
  1. Johanna Schröder

    Die Zustände im Krankenhaus Eupen sind äußerst bedenklich.
    Als ich einen dringenden Termin in der Radiologie vereinbaren wollte, teilte man mir vor 14 Tagen mit, ich möge doch bitte nächstes Jahr wieder anrufen. Ich hielt die Auskunft für einen schlechten Witz und habe – nach Diskussion – das Personal soweit bewegen können, nach 14 Tagen erneut anrufen zu dürfen.
    Dies war heute! Mein Anruf ergab folgendes: es seien noch keine Konsultationszeiten von den Ärzten mitgeteilt worden, und somit könnten keine Termine vergeben werden. Ich möge dann ein anderes Krankenhaus aufsuchen. Dabei sind so gute Ärzte dort beschäftigt.
    Es muss dringend gehandelt werden – die Patienten brauchen zeitnahe und verlässliche Untersuchngs- und Behandlungsmöglichkeiten !
    Wenn es so schwierig wird, sollten zumindest die Einschränkungen für das Aufsuchen von Fachärzten im deutschen Grenzraum aufgehoben werden!

  2. Roland LEJEUNE

    Komischerweise ist mir heute eine ähnliche Situation in der Klinik St.Josef in Sankt-Vith widerfahren. Bei der Nachfrage eines Termins beim Hautarzt hat mir „klugerweise“ angeboten, die Dermatologie im CHU Sart-Tilman zu konsultieren.
    (man müsse auch schon mal eine weitere Fahrt in Kauf nehmen) Eine Frechheit !

  3. Marcel Scholzen eimerscheid

    Schwer zu vorstehende Geschichte.

    Vielleicht hat Herr Felten auch nur ein besseres Angebot bekommen von jemandem anderen. Und die genannten Rücktrittsgründe sind vorgeschoben.

    Der künstlich verursachte Ärztemangel hat perverse Konsequenzen. Es werden ausländische Ärzte angeworben, die dann in den Herkunftsländern fehlen. Das ist eine Art des Neokolonialismus.