Podcast: Wie kann ich mich als Jugendlicher an Politik beteiligen?

Jugendbeteiligung - aber wie? Und vor allem warum? Können junge Menschen in der Politik überhaupt ein Wörtchen mitreden? Der Rat der Deutschsprachigen Jugend (RDJ) startet einen Videopodcast, in dem solche Fragen geklärt werden.

Zwei junge Menschen im Radiostudio (© Bildagentur PantherMedia / Ay_Photo)

Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia / Ay_Photo

Oft heißt es, dass die Politik Jugendliche vergisst. Die treibt es in letzter Zeit aber immer öfter zu Demonstrationen und Protesten auf die Straßen. Ansprechpartner für junge, interessierte Menschen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft ist der Rat der Deutschsprachigen Jugend. Und der hat sich jetzt die Frage gestellt, wie es um das Thema Jugendbeteiligung eigentlich steht. Herausgekommen ist ein Podcast.

BRF: Ihr als RDJ beschäftigt euch ja schon seit einiger Zeit mit dem Thema Jugendbeteiligung. Wie steht es denn aktuell mit Beteiligungsmöglichkeiten für junge Menschen?

Podcast-Moderator Samuel Deneffe: Also die Beteiligungsmöglichkeiten in Ostbelgien sind sehr gut. Man kann natürlich als erstes hier den RDJ nennen, der auch immer wieder direkt mit Politikern oder dem Parlament zusammenarbeitet. Dann die Jungparteien, die ja auch eigentlich die direktesten politischen Involvierten sind, aber auch zum Beispiel der Bürgerdialog, bei dem ja prozentual die Jugend vertreten ist, einzelne Dorf-Organisationen, aber auch zum Beispiel die Pfadfinder, die ja auch in gewisser Weise Einfluss nehmen können. Aber so ist eigentlich die Beteiligungsmöglichkeiten sehr breit gefächert in Ostbelgien.

Das Thema liegt euch aber jetzt so sehr am Herzen, dass ihr dem noch mal einen Podcast gewidmet habt. Ihr habt verschiedene Gäste eingeladen. Vielleicht kannst du kurz erklären, welche Menschen in dem Podcast auftreten werden?

Unsere Gäste waren junge Politiker aus den Jungparteien, die hier in Ostbelgien aktiv sind. Die Idee ist gekommen bei direkten Austauschen mit Politikern Ende des letzten Jahres. Das Gesamte ordnet sich ein in den europäischen Jugend-Dialog und das aktuelle Thema ist dann Jugendbeteiligung. Und da haben wir uns gedacht: Okay, was möchten die jungen Leute? Wir haben bei den Austauschen einige Rückmeldungen bekommen. Da war eines der Themen, dass die Infos so ein bisschen fehlen. Die Hemmschwelle ist da – und da dachten wir, wen besser einladen als junge Politiker, die vielleicht mit einem oder gar zwei Beinen voll im Geschehen drin sind, um dann aus erster Hand berichten zu können.

Worauf kann man sich einstellen?

Also es sind junge Leute, deshalb haben wir den Titel ‚Ne Soirée‘ gewählt. Wir wollen sowohl den Norden als auch den Süden damit ansprechen und ein bisschen das Lockere rüberbringen. Also es ist nicht der steife Rahmen, den man sonst von Podcasts kennt. Wie schon erwähnt, die Idee ist eben bei Austauschen mit Politikern gekommen und da war es eben so, dass den Leuten die Infos fehlen. Oder die Frage: Will ich jetzt in eine Jungpartei – eigentlich gerne, aber da muss ich doch auf die Liste und da muss ich mich aktiv beteiligen? Und da ist die Antwort: Nein, man kann auch in eine Jungpartei gehen, ohne sich aktiv zu beteiligen, sondern dass man einfach nebenher schwimmt. Das heißt geballte Information, aber auch zum Beispiel breite Themen, die angesprochen werden.

Wenn es ums Thema Jugendbeteiligung geht, habt ihr da vielleicht auch schon eine Schlussfolgerung ziehen können oder eine Baustelle ausmachen können, wo ihr euch noch mehr Beteiligungsmöglichkeiten wünscht? Kannst du da vielleicht schon was verraten?

Ja, also eins der Themen, die immer aufgekommen sind, ist dass eben der direkte Kontakt zu den Politikern besonders wichtig ist. Also, es ist eine gewisse Hemmschwelle da. Viele denken sich ‚Ja, ich würde gerne mich beteiligen, aber da muss ich ja Vorwissen haben, da muss ich irgendwie politisch aktiv werden.‘ Aber nein, das stimmt gar nicht. Also das haben wir klar gesehen. Viele sind auch ganz ohne Vorwissen reingekommen. Wir hatten einen der Gäste, der im letzten Wahljahr im Abi war, da ist er gerade 18 geworden. Er ist zu einer Wahlveranstaltung gegangen und hat gesehen ‚Eigentlich weiß ich gar nicht so viel, aber ich habe trotzdem Lust.‘ Er ist dann mal zu einem Treffen der Jungpartei gegangen und hat sich gedacht ‚Cool, dann mach ich da jetzt halt direkt mit.‘ Das heißt, man kann wirklich nur aufrufen: Macht es einfach. Selbst wenn ihr nicht vorbereitet seid oder wenn ihr denkt ‚Ja, ich bin jetzt nicht der Beste dafür‘ – einfach durchstarten. Und das ist auch was der RDJ immer sagt. Kommt zum RDJ oder geht in eine Jungpartei oder seid anders aktiv. Also ich meine, es muss ja nicht immer politisch sein, es kann ja auch ehrenamtlich sein

Der Podcast geht wann genau los?

Mittwoch ist die erste Ausstrahlung und dann im wöchentlichen Rhythmus die ersten drei. Und wenn das sehr gut ankommt, dann gibt es vielleicht noch eine zweite Staffel oder sogar noch mehr. Mal abwarten.

ale/km

6 Kommentare
  1. Marcel scholzen eimerscheid

    Gute Idee junge Leute für Politik zu interessieren. Da lernt alle Tricks und Kniffe des Postenjägerhandwerkes.

  2. Mario Mausen

    @ Marcel Scholzen, man will die jungen Leute formen, so dass sie sich gut in das bestehende System integrieren und keine eigenen revolutionären Ideen entwickeln!

  3. Marcel scholzen eimerscheid

    Herr Mausen

    Überspitzt ausgedrückt geht es um die Schaffung einer besonders coolen Jugend, die folgende Basisprinzipien beherzigen soll :

    -Akzeptanz und Weiterentwicklung
    der Zweiklassengesellschaft in den politischen Parteien, dh Führungspositionen sind Akademikern vorbehalten, der „Rest“ grade gut genug, um Beitrag zu zahlen und beim Wahlkampf zu helfen. (Kenn ich aus eigener Erfahrung).

    -Greta Thunberg weiß alles, kann alles. Sie hat immer recht, selbst wenn sie sagt, dass Wasser bergauf fließen kann. Sie ist besser wie unser Herrgott

    -Nur westliche Kultur, Gesellschafts- und Regierungsmodelle sind maßgebend. Staaten, die das westliche System nicht akzeptieren, müssen mit Konsequenzen rechnen, seien es Wirtschaftssanktionen oder militärische Angriffe.

    -Grundrechte wie Religion, Meinungsfreiheit etc sind langfristig abzuschaffen. Sind hinderlich.

  4. Maria van Straelen

    Dass ein junges schwedisches Mädchen Sie so aus der Fassung bringen kann, dass Sie bei jeder, wirklich jeder nur erdenklichen Möglichkeit Ihre Abscheu kundtun, oft, wenn dies gar nicht das Thema ist, ist wirklich lustig und etwas befremdlich für einen, der ansonsten alles besser weiss.

  5. Marcel scholzen eimerscheid

    Werter Frau van Straelen.

    Diese „junge schwedische Mädchen“ symbolisiert etwas, nämlich Linksradikalismus, eine anti-demokratische Bewegung unter dem Deckmantel des Klimaschutzes.Greta Thunberg unterstützt extremistische Bewegungen wie „Ende Gelände“ oder hatte im 2019 keine Probleme damit auf einem Klimakongress in Lausanne Journalisten des Saals zu verweisen.

    Ähnlich der „68er“ handelt es sich bei vielen prominenten Klimaaktivisten um Kinder aus wohlhabenden Hause, die keine Ahnung vom Leben der einfachen Leute haben. Diese Aktivisten fühlen sich als Opfer der Klimakatastrophe und glauben, sich aufopfern zu müssen wie
    japanischen Kamikaze des 2. Weltkrieges (Besetzung von Braunkohlebaggern, oder Anketten an Wagons mit Kohle etc)

    Dieses Aktivisten verstehen im wahrsten Sinne des Wortes keinen Spaß. Komiker, die Greta und Konsorten auf die Schippe nehmen, müssten Shitstorm rechnen.

    Europa produziert 10 % des co2. Und da ist Klimaschutzes schwer möglich. Man sollte sich eher mit den Folgen des Klimawandels beschäftigen.

  6. Maria van Straelen

    Jetzt kommen Sie mal wieder runter, es handelt sich um 1 Mädchen (Sie beziehen sich ja immer nur auf Greta, nicht auf irgendeine Bewegung) Vor Kurzem haben Sie sie indirekt mit Hitler verglichen, ist das nicht alles 1, was sage ich, 100 Nummern zu groß, was Sie da oben alles beschreiben? Dann müßten Sie jeden Shitstormer, Querdenker etc. auf die gleiche Weise und in der gleichen Häufigkeit ins Spiel bringen. Und haben die „68er“ Ihnen geschadet? Es war eine Gruppe mit einer anderern Meinung.
    Europa nur 10 % CO2, da stimmt was nicht. Wir sind durchaus in der Lage, eine weitaus geringere Wegwerfgesellschaft zu entwickeln und verlagern ja auch die Drecksarbeit auf andere Kontinente, wie bei der Gewinnung von Wasser bis Uran, dann fahren wir die sauberen Autos und haben „sauberen“ Atomstrom.