Wie geht es weiter mit dem Schwimmunterricht in Eupen und Umgebung?

Am Mittwoch startet für viele Schüler wieder der Unterricht. Nach einem komplizierten Schuljahr unter Corona folgt für einige Schulen die nächste Herausforderung: Mit dem Hochwasser in der Region wurde das Wetzlarbad in Eupen stark in Mitleidenschaft gezogen. Wie geht es also weiter mit dem Schwimmunterricht?

Schäden im Wetzlarbad nach der Hochwasser-Katastrophe in der Eupener Unterstadt (Bild vom 18. Juli: Robin Emonts/BRF)

Schäden im Wetzlarbad nach der Hochwasser-Katastrophe in der Eupener Unterstadt (Bild vom 18. Juli: Robin Emonts/BRF)

Im Urlaub am Meer ein paar sorgenfreie Tage mit den Kindern verbringen, den Strand genießen, während sich die Kinder im Wasser austoben – was für viele das Normalste der Welt ist, könnte in den nächsten Jahren bei einigen Eltern für Stress sorgen, zumindest, wenn sie ihren Kindern nicht selber das Schwimmen beibringen.

Nachdem bereits unter Corona der Schwimmunterricht größtenteils ausgefallen ist, droht den Kindern, die in den Gemeinden Eupen oder Lontzen zur Schule gehen, auch weiterhin dieses Schicksal. Denn: das Wetzlarbad ist nach dem Hochwasser auf unbestimmte Zeit geschlossen. Wenn die Kinder schwimmen lernen sollen, dann muss eine möglichst schnelle Lösung her.

Fieberhafte Suche nach Lösungen

„Wir sind gerade fieberhaft dabei, Lösungen zu finden. Uns ist natürlich bewusst, dass das keine Lösung ist wie bisher gewohnt für die Schulen, dass man jede Woche mit den Klassen schwimmen gehen kann“, sagt Eupens Schulschöffin Catherine Brüll.

„Aber wir sind schon sehr motiviert, eine Lösung zu finden und sind da im Austausch mit verschiedenen Bädern in Nachbargemeinden und über die Grenze hinaus und versuchen, da jetzt Möglichkeiten zu finden, dass die Kinder wieder schwimmen gehen können.“

Blockunterricht als Alternative?

Ziel ist es, den Kindern das Element Wasser zumindest näher zu bringen. Statt wöchentlicher Schwimmunterricht wäre ein Schwimmtag eine Lösung. Statt wöchentlich lernt man das Schwimmen also im Block.

Das Ganze betrifft aber nicht nur die Stadt Eupen, sondern auch die Schulen der Gemeinde Lontzen, die ebenfalls in Eupen schwimmen gehen. Das Problem geht über einzelne Gemeinden hinaus und betrifft damit die Deutschsprachige Gemeinschaft, wenn man denn gemeinsame Lösungen finden will.

Problem auch für andere Gemeinden

„Wir sind da aber auch froh, dass wir im Austausch mit der Deutschsprachigen Gemeinschaft sind, die auch bereit ist, mit uns nach Lösungen zu suchen oder zu schauen, wenn wir eine Lösung haben, wie man das dann praktisch umsetzen kann, weil es im Rahmenplan auch festgehalten ist, dass Schwimmen stattfinden soll und wir auch wirklich der Meinung sind, dass diese Kompetenz sehr wichtig ist für die Kinder“, so die Schulschöffin.

Finanzielle Hilfe durchs Bildungsministerium

Unterrichtsministerin Lydia Klinkenberg ist der gleichen Meinung und möchte den Schulen dabei helfen, den Schwimmunterricht stattfinden zu lassen. Unter anderem will sie den Schulen die finanzielle Last durch weite Fahrten abnehmen.

„Es ist so, dass ich meinerseits zugesagt habe, die Kosten für den zusätzlichen Transport dann zu übernehmen. Aber natürlich für alle Transporte zum Schwimmbad, die im Zusammenhang stehen mit dem Hochwasser“, so Klinkenberg.

Aber die Kosten sind nicht das einzige Problem, die dem Schwimmunterricht im Weg stehen. Eine Lösung hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel von den Kapazitäten in den anderen Schwimmbädern. Überall geht die Schule wieder los und dementsprechend startet auch überall der Schwimmunterricht.

Einfluss auf Unterrichtspläne

Auf der anderen Seite hängt es aber auch von den Unterrichtsplänen der Schulen ab. Nach Corona gibt es in Fächern noch Nachholbedarf. Sollten Unterrichte ausfallen müssen, könnte das in manchen Fällen zu Problemen führen. Dementsprechend möchte man aber auch keinen Druck auf die Schulen ausüben, meint Klinkenberg.

„Ich denke alle Beteiligten sind durch das Hochwasser sowieso überbelastet und von daher muss man sich die notwendige Zeit nehmen um eine vernünftige Lösung zu finden und wenn keine auffindbar ist, dann ist das sehr sehr schade für die Schwimmkompetenzen der Schüler, aber dann kann man einfach nichts machen.“

Kein Schwimmunterricht am KAE Eupen

Die Grundschule des Königlichen Athenäums Eupen hat bereits entschieden, dass in diesem Jahr keine vernünftige Lösung für den Schwimmunterricht zu finden ist: „Bei uns am Athenäum werden wir nicht zum Schwimmunterricht fahren, da die nächsten Schwimmbäder weiter entfernt sind und es wäre eine längere Anfahrt und ein großer Zeitaufwand“, so Schulleiterin Karin Charlier-Plumacher.

„Außerdem glaube ich, dass auch die anderen Schwimmbäder gar nicht die Klassen alle unterbringen könnten. Aus diesem Grunde haben wir festgelegt, dass wir zwei Stunden Sport machen statt dem Schwimmunterricht.“

Hoffnung auf Besserung zum nächsten Schuljahr

Dabei legt das KAE den Fokus bereits auf das nächste Schuljahr, in der Hoffnung, dass bis dahin das Wetzlarbad wieder zugänglich ist. Der Plan steht bereits, schildert die Schulleiterin.

„Es ist ja so, dass man sich als Ziel gesetzt hat, am Ende des vierten Schuljahres soll jeder Schüler schwimmen lernen, also müssen wir die Priorität im dritten, vierten Schuljahr legen, weil die haben schon ein Jahr verpasst und haben eine kürzere Zeit, um das Schwimmen zu erlernen. Deswegen werden wir prioritär die dritte und vierte Klasse wählen. Das erste und zweite Jahr folgt dann im Anschluss und kann auf das Jahr danach verschoben werden.“

Ziel sollte es am Ende sein, die Schüler so gut wie möglich zu unterrichten und das in allen Bereichen. Für den Schwimmunterricht muss also eine Lösung gefunden werden. Entweder durch Priorisierung des Fachs im nächsten Jahr oder eben durch Blockunterrichte in einem Schwimmbad der Region – damit Eltern sich auch in Zukunft keine Sorgen um die Schwimmkompetenz ihrer Kinder machen müssen.

Robin Emonts