Vernetzte Abfalleimer: In Kelmis sind die Mülleimer intelligent

Überfüllte öffentliche Mülleimer sind nicht nur ein Ärgernis für Passanten. Auch die für die Müllentsorgung zuständigen Gemeinden wollen solche unschönen Anblicke vermeiden. Dabei helfen sollen sogenannte 'intelligente Mülleimer'. Vier Gemeinden in der Wallonischen Region nehmen zurzeit an einem Pilotprojekt teil. Mit dabei ist die Gemeinde Kelmis, wo das System weiter auf die Probe gestellt wird.

Bild: Manuel Zimmermann/BRF

Kelmis ist eine von vier Pilotprojekt-Gemeinden mit intelligenten Abfallbehältern (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

178 öffentliche Mülleimer gibt es in Kelmis. Fast alle sind mit der Gemeinde vernetzt. Ein in der Tonne platzierter Sensor, der mit Solarenergie oder Batterien betrieben wird, sammelt Daten und sendet sie regelmäßig an die Gemeinde.

Die Gemeinde kennt dadurch den Füllstand der Behälter. So könne sie die Abholfrequenz bei Bedarf anpassen, erklärt Günther Havenith, der Umweltberater der Gemeinde Kelmis. Gemeindemitarbeiter hätten Besseres zu tun, als sinnlos jeden Mülleimer anzusteuern. Dadurch spare man langfristig nicht nur die Kraft der Mitarbeiter, sondern auch den Kraftstoff der Müllwagen.

Der Sensor im Mülleimer, misst aber nicht nur das Gewicht des Mülls. „Wir haben einen Hitzesensor darin. Wenn da jemand Feuer reinlegt, erhalten wir auch eine Alarmnachricht – leider nicht in Echtzeit. Aber dann ist schon klar, dass man den Mülleimer wahrscheinlich ersetzen muss“, sagt Havenith. „Wenn jemand den Mülleimer umtritt, was auch regelmäßig vorkommt, bekommen wir auch eine Meldung. Anhand des Farbcodes wissen wir dann, ob jemand den Mülleimer quer gelegt hat.“

Das mit dem Vandalismus sei so eine Sache, sagt der Umweltberater. Havenith glaubt, dass so mancher Mülleimer demoliert wird, weil die Täter womöglich glauben, dass die Mülleimer auch die Nutzer registriert. Dies sei aber keineswegs der Fall. „Da muss man keine Angst haben“, stellt Havenith klar. „Das Ding hat keine Kamera und auch sonst keinen Sensor, der erfassen könnte, wer jetzt gerade diesen Mülleimer nutzt.“

Bild: Manuel Zimmermann/BRF

Getestet wird das Projekt „Wallonie Plus Propre“ seit 2019 auch in der Stadt Namur sowie in den ländlichen Gemeinden Juprelle und Les-Bons-Villers – Kelmis nimmt als halb-städtische Gemeinde daran teil (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

An manchen Mülleimern könnte sich das aber in Zukunft ändern. Dann wird es aber nicht der Mülleimer sein, der Menschen filmt, sondern eine mobile Kamera. Denn immer wieder nutzen Menschen öffentliche Mülleimer dazu, ihren Haushaltsmüll zu entsorgen. Da das nicht erlaubt ist, will die Gemeinde künftig herausfinden, wer sich nicht an die Regeln hält.

„Diese Standorte sind bekannt. Die haben wir erfasst“, sagt Havenith, der solch ein Verhalten ungerecht findet, da die Entsorgungskosten zwangsläufig auf die Allgemeinheit umgewälzt werden. Mit den mobilen Kameras soll sich das ändern. Die Übeltäter sind also gewarnt.

Von den 178 Mülleimern sind bereits 161 mit der Gemeinde vernetzt worden. Alle Mülleimer konnten noch nicht mit einem Sensor ausgestattet werden, da der Hersteller Konkurs anmelden musste. In Kelmis ist man gespannt, wie die Wallonische Region das lösen möchte.

Bild: Manuel Zimmermann/BRF

Neben den 178 öffentlichen Mülleimern hat Kelmis auch noch 35 Hundekot-Mülleimer (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

Manuel Zimmermann

2 Kommentare
  1. Nancy Schmitz

    Dann sind die Mülleimer ja intelligenter als manch ein Leserbriefschreiber aus Kelmis…

  2. Mostert Louis

    Zum Glück haben wir in Kelmis ja eine Nancy Schmitz, die ja anscheinend über alles bestens Bescheid weiß und nicht mit ihren Kommentaren spart wenn es um Herrn Frank und seiner Partei geht.
    Böse ist wer sich dabei was anderes denkt.
    kein weiteren Kommentar dazu !!