Luc Frank: Gut durch die Krise – Kelmis als Schlusslicht bei den Corona-Zahlen

Luc Frank ist seit den letzten Wahlen Bürgermeister von Kelmis. Das Amt hat ihm seitdem einiges abverlangt. Das liegt, wie so oft, maßgeblich an der Corona-Krise. Es ist eine Situation, auf die sich niemand vorbereiten konnte, und doch habe Kelmis sich bisher gut aus der Affäre gezogen. Allerdings werden die wirtschaftlichen Auswirkungen erst in den nächsten Jahren ihr volles Ausmaß zeigen.

Luc Frank (Bild: Olivier Krickel/BRF)

Luc Frank (Bild: Olivier Krickel/BRF)

„Zunächst mal muss man sagen, dass wir insgesamt bisher sehr gut durch die Krise gekommen sind. D.h. wir sind immer Schlusslicht, was die Zahlen angeht. In den letzten Tagen sind wir sogar ‚Letzter‘. Wir waren sehr lange ‚Vorletzter‘ und das ist beachtlich“, findet Bürgermeister Luc Frank. „Kelmis hat immerhin über 11.000 Einwohner und eine sehr hohe Bevölkerungsdichte. Die Leute leben quasi aufeinander und trotzdem sind die Zahlen sehr gut für uns. Es gibt bei uns nicht viele Leute, die das Virus haben.“

Nach der Kirmesfeier gab es keinen sprunghaften Anstieg der Corona-Zahlen in Kelmis. Luc Frank führt mehrere Gründe auf. „Ich glaube, der erste Grund ist, dass die Leute allgemein diszipliniert vorgehen und sich an die Regeln halten – auch auf der Kirmes“, so Luc Frank weiter. Als zweiten Grund nennt der Bürgermeister die gute Vorbereitung auf die Kirmes und die gute Zusammenarbeit mit dem engagierten Sicherheitsdienst.

Karneval im Sommer?

Kelmis ist bekannt für seinen Karneval. In 2021 wird eventuell im Sommer eine Alternative angeboten. Man befindet sich im Gespräch mit Karnevalisten und dem Kölner Karnevalskomitee, um zu erörtern, ob Alternativen für die diesjährige Karnevalssession bestehen. Alles hänge von der Entwicklung der Epidemie ab.

Projekte

Die Finanzlage erlaubt es der Gemeinde, große und kleine Projekte zu stemmen. „Trotz der Corona-Krise haben wir in den letzten zwei Jahren 80 Projekte auf den Weg gebracht. Immerhin 63 Finanzprojekte sind im außerordentliche Haushalt für nächstes Jahr. Wir werden voraussichtlich 7,6 Millionen Euro investieren.

Zu den größeren Projekte zählt beispielsweise auch der Kirchplatz, der jetzt in eine entscheidende Phase komme, so Frank. „Wir gehen davon aus, dass wir noch in diesem Jahr mit den Arbeiten anfangen. Wir werden auch 780.000 Euro in Bürgersteige investieren. Das ist jetzt möglich, weil wir auch von Einnahmen leben, die zwei Jahr alt sind. Wir bekommen die Einnahmen ja erst mit Verspätung. Die Auswirkungen der Corona-Krise werden wir wahrscheinlich erst in einem Jahr, in zwei oder drei Jahren merken. Das hängt auch davon ab, wie gut die Wirtschaft sich erholt oder nicht erholt.“

Kommunikation

In puncto Radikalisierung wünscht Luc Frank sich eine bessere Kommunikation. „Ich bin durch die Presse informiert worden, dass es zur Festnahme eines Terrorverdächtigen gekommen ist. Bis heute haben weder ich noch meine Kollegin Claudia Niessen in Eupen irgendwelche offiziellen Informationen. Auch die Polizei war ja als Ziel ausgewählt und wir wissen nicht, ob es die lokale Polizei war, für die wir ja auch zuständig sind, oder ob andere Polizeibehörden im In- oder Ausland als Zielscheibe ausgewählt waren.“

Chantal Scheuren

2 Kommentare
  1. Ludwig Franck

    Ich finde das Du und deine Kollegen die Sache sehr gut macht.
    Ich wünsche euch weiter viel Erfolg.

  2. Elke Claes

    Wie sieht das eigentlich aus im puncto Bürgersteig….?
    Damals kam Luc Frank von Haus zu Haus fragen was man eventuell in der Gemeinde ändern könnte? Da hatte ich gefragt ob man eventuell auch Radwege machen könnte für die Sicherheit der Kinder aber auch für die Großen! Es sind seid der Krise immer mehr Fahrradfahrer! Es ist gesünder und auch für die Umwelt besser! Na ja, war ja nur eine Frage 🙂 Mfg Elke 🙂🚲