Schule mal anders: Hybrid-Unterricht am César-Franck-Athenäum in Kelmis

Seit November gibt es in den Sekundarschulen Hybridunterricht. Das bedeutet, dass in der zweiten und dritten Sekundarstufe die Schulklassen halbiert werden und die Schüler abwechselnd eine Woche von zu Hause und in der Schule unterrichtet werden.

Hybrid-Unterricht am César-Franck-Athenäum in Kelmis

Bild: Robin Emonts/BRF

Es ist Stundenwechsel im César-Franck-Athenäum Kelmis. Die Schüler begeben sich in den nächsten Unterricht. Auf den Fluren herrscht jedoch kein großer Andrang, nur wenige Schüler müssen den Klassenraum wechseln. In den Klassen läuft bereits die Vorbereitung für die nächste Stunde.

Deutschlehrerin Sabrina Lander bereitet sich auf ihren Unterricht vor. Nicht wie sonst mit Kreide und Schwamm, sondern mit PC und Lautsprechern. Die Hälfte der Schüler sind ihr am PC zugeschaltet, sie arbeiten von zu Hause und sind trotzdem mit dabei.

Sabrina Lander muss selber zwischen den anwesenden Schülern Platz nehmen. Vorträge stehen an und das zum Teil digital. Zwei Schülerinnen haben Vortrag über das Drama „Woyzeck“ von Georg Büchner, die eine ist vor Ort, die andere hält ihren Vortrag zu Hause.

Eine neue Situation für die anwesende Schülerin. „Vor allem weil ich meine Mitschülerin nicht sehe und wir nicht miteinander interagieren können, aber sonst ist das eigentlich vollkommen ok. Für mich ist das halt ein bisschen einschränkend wegen der Maske, aber sonst ist das gar kein Problem.“

Die Schüler passen sich den Bedingungen an, zu Hause oder in der Klasse haben sie im Deutschunterricht eigentlich einen Kurs wie immer. Auch wenn die Lehrerin in zwei Richtungen unterrichten muss, auf der einen Seite sitzen die anwesenden Schüler, auf der anderen Seite sind die heim gebliebenen Schüler auf einem Bildschirm an der Tafel zu sehen, haben die Schüler kein Problem damit, dass sich die Lehrerin oft umdreht, das ist halt jetzt so.

Der Hybridunterricht habe halt seine Vor- und Nachteile, an die man sich erst gewöhnen musste, findet Sabrina Lander: „Das ist natürlich auch für uns eine neue Situation. Wir lassen uns da aber gerne drauf ein. Ich habe das Gefühl, dass wir technisch ganz gut ausgestattet sind und dass wir das ganz gut durchführen können.“

Es schellt und für die Schüler steht der nächste Unterricht an. Mittlerweile bereitet in unserer Klasse Henri Lenearts seinen Matheunterricht vor. Bei ihm gibt es noch einen kleinen Bonus neben dem Videochat. Henri Lenaerts macht Video-Tutorials.

„Alle Schüler haben sämtliche Dokumente zur Verfügung und können die an ihrem PC oder Smartphone abrufen. Wenn die Schüler hier in der Schule sind, die Präsenzschüler, die schauen sich diese Tutorials auf der interaktiven Tafel an und gleichzeitig sind die Fernschüler hier zugeschaltet, per Videokonferenz und die schauen sich die gleichen Tutorials zu Hause an.“

Hybridunterricht passt sich dabei immer an. In manchen Unterrichten reichen Hausaufgaben für die Schüler, die zu Hause bleiben müssen, in manchen, wie dem Deutschunterricht, braucht es einen Videochat und in manchen Unterrichten, wie dem Matheunterricht, braucht es sogar noch etwas mehr Einsatz für einen geregelten Schulalltag in Corona-Zeiten.

Dass das Konzept wie hier in Kelmis funktioniert, liegt dabei nicht nur an der vorhandenen Technik, zu Hause und in der Schule, sondern vor allem an Schülern und Lehrern, die sich auf den Unterricht unter besonderen Bedingungen einlassen.

Robin Emonts