Antoniadis: Eupener Covid-Patienten können ins Aachener Klinikum

Die Lage in den belgischen Krankenhäusern ist zusehends angespannt. Am Mittwoch hat das Eupener St.-Nikolaus-Hospital mitgeteilt, dass händeringend nach Partnerkrankenhäusern gesucht werde, die Patienten aufnehmen können. Möglichkeiten eröffnen sich im benachbarten Ausland.

Das Klinikum in Aachen (Archivbild: David Stockman/Belga)

Das Klinikum in Aachen (Archivbild: David Stockman/Belga)

Schon im Frühjahr und zuletzt noch vor gut zehn Tagen hatte das Aachener Universitätsklinikum ausgeholfen, als Patienten aus dem St.-Nikolaus-Hospital auf eine spezialisierte intensivmedizinische Betreuung angewiesen waren, die sogenannte extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO).

„Es gab auch Gespräche zwischen den Krankenhäusern“, sagt DG-Gesundheitsminister Antonios Antoniadis, „dabei erklärte sich das Uniklinikum Aachen bereit, auch Patienten aufzunehmen, die nicht intensiv behandelt werden müssen. Dazu bräuchten sie aber das grüne Licht aus Düsseldorf.“

Gute Kontakte nach Düsseldorf und Mainz

Eigentlich eine Angelegenheit für den föderalen Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke. Dieser habe auch zugesichert daran zu arbeiten, aber, so Antoniadis, „angesichts der Situation habe ich es für wichtig erachtet, selbst Kontakt aufzunehmen. Wir haben sehr gute Kontakte zu Nordrhein-Westfalen und zu Rheinland-Pfalz.“

Staatssekretär Helmut Heller vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales habe ihm am Mittwoch schriftlich bestätigt, dass eine Aufnahme von ostbelgischen Patienten im Aachener Klinikum erfolgen kann – „im Rahmen der verfügbaren Ressourcen“.

Ähnliche Bestrebungen, so der Minister, laufen mit Blick auf die Klinik in St. Vith: „Da habe ich die Leitung gebeten, mir die Krankenhäuser zu nennen, wo sie meinen, dass es Sinn ergibt, Menschen aus der Region unterzubringen.“

Dann werde er auch mit der rheinland-pfälzischen Seite die Gespräche vertiefen, „damit auch dort hoffentlich eine grenzüberschreitende Lösung gefunden werden kann.“

Eupener Krankenhaus am Rande seiner Kapazitäten

sp

2 Kommentare
  1. Lutz-René Jusczyk

    Ein gelungenes Beispiel grenzüberschreitender Solidarität.
    Vielen herzlichen Dank an alle, die dies ermöglicht haben!

  2. Benny Appelt

    Ein positives Signal, hoffentlich kann auch der Provinz Lüttich als ganzes und der Stadt Lüttich geholfen werden, da hier die Lage zu eskalieren scheint. Den Niederlanden hat NRW auch bereits 80 Intensivbetten angeboten, da dort die vorhandenen Plätze noch signifikant geringer sind als in Belgien. Es ist bedauerlich, dass die Monate Juni, Juli, August und September nicht genutzt wurden, hier weitere Kapazitäten zu schaffen.
    Ein Dank an die deutschen Freunde.