Paasch kritisiert Einstufung Luxemburgs als „rote Zone“ – Entwarnung für Grenzgänger

Mit Unverständnis und Bedauern hat Ministerpräsident Oliver Paasch auf die Entscheidung der belgischen Gesundheitsbehörden reagiert, das Großherzogtum Luxemburg als rote Zone einzustufen.

DG-Ministerpräsident Oliver Paasch bei der Pressekonferenz in Eupen, nach dem Nationalen Sicherheitsrat vom 23. September (Bild: Stephan Pesch/BRF)

Wie es in einer Mitteilung heißt, nehme Paasch diese Entscheidung zur Kenntnis. Er argumentierte jedoch, dass Luxemburg eine Strategie massiver Testings verfolge. Die Zahlen aus Luxemburg rechtfertigten nicht eine Einstufung als Risikogebiet. Das sei ungerecht, so Paasch.

Berufspendler und Grenzgänger brauchten jedoch nicht besorgt zu sein. Nach Rücksprache mit den luxemburgischen und belgischen Außenministern sei bestätigt worden, dass Grenzgänger weiterhin ungehindert die Grenze passieren dürfen.

mit/cd

10 Kommentare
  1. Siegfried Kuderer

    Luxemburg ist doch selbst schuld! Warum machen sie so viele Tests, von denen Topvirologen sagen, daß PCR-Tests überhaupt nichts über eine wirkliche Infektion aussagen. Hört nicht auf die Deutschen, daß war nie gut…

  2. Elian Schulte

    Ob PCR-Tests überhaupt nichts aussagen, sei mal dahingestellt.
    Wenn dem so wäre, bräuchten überhaupt keine Tests durchgeführt zu werden.
    Grundsätzlich sind Tests sinnvoll, denn nur so lassen sich infektiöse Personen auffinden und eine Ausbreitung des Virus eindämmen.
    Vor diesem Hintergrund ist vor allem die Einführung von Antigen-basierten Schnelltests sehr sinnvoll. Ich hoffe, dass sie bald auch in Belgien verfügbar sein werden.

  3. Guido Scholzen

    Die allermeisten infizierten Menschen werden nicht erkranken an diesem Corona-Virus, vergleichbar mit Grippe. Das weiss man schon seit April aus der Heinsberg-Studie. Warum dann in dieser Weise massenhaft testen? Um der Politik einen Gefallen zu tun?!
    Wäre es nicht besser, nur zu testen auf eigenen Wunsch (Schnelltest aus der Apotheke für den Eigengebrauch), wenn jemand Atemwegsbeschwerden oder andere Symptome aufweist oder wenn die betreffende Person zum Arzt geht?

    Warum macht man das selbe nicht mit Grippe-Infektionen? In dieser ganzen Corona-Diskussion wird die Gefahr anderer Erkrankungen in den Hintergrund gedrängt.

  4. Elian Schulte

    Um auf Ihre Frage zu antworten: Weil es für Grippeviren einen Impfstoff gibt, für das neuartige Coronavirus jedoch keinen.

    Covid-19 ist übrigens sehr viel gefährlicher als die saisonale Grippe oder haben Sie schon mal davon gehört, dass jemand nach einer Grippe monatelang den Geschmacks- und Geruchssinn verliert und an permanenter Müdigkeit leidet?

  5. Peter Mertens

    Nicht an Müdigkeit oder Geschmacksverlust aber
    Ich habe gelesen das die außergewöhnlich starke Grippewelle 2017/18 nach Schätzungen rund 25.100 Menschen in Deutschland das Leben gekostet hat, wie viele in Belgien ist mir nicht bekannt da ich keine Daten gefunden habe

  6. Jean-Pierre DRESCHER

    Sie haben in vielen Ländern jedes ‚Jahr immer mehr Tote durch harte Grippen und Seuchen bekommen, doch Presse und Politik haben jahrelang alles akribisch totgeschwiegen.

    Genauso wie man in der BRD-Presse kein Wort zu den unzähligen Hitzetoten seit 1990 liest, obwohl inzwischen 40 Grad im Schatten eine echte existenzielle Bedrohung der Bevölkerung darstellen.

    Doch jetzt scheint alles anders. Ich will keinem etwas unterstellen, doch man meint alle Politiker hätten nur drauf gewartet um unter dem Alibi Corona alles durchgesetzt zu bekommen was sonst niemals einfach so gegangen wäre.

  7. Peter Schallenberg

    Herr Drescher: mit Ihrer Einschätzung bin ich in großen Teilen bei Ihnen! Politiker sind Schaumschläger, Opportunisten, Ideologen, die eine Gelegenheit wie Korona erkennen – und ausnutzen. Wozu auch immer.
    Es wird „nach Korona“ nicht mehr so sein wie „vor Korona“! Die Büchse der Pandorra ist geöffnet und könnte schnell als Blaupause für alle möglichen Situationen dienen. Zum Beipsiel was das Einschränken von Grundrechten angeht, mit Korona begründete Erhöhung von Steuern und Abgaben, Weiterbenutzung von Überwachungsmassnahmen wie Korona- App oder betreuter Restaurant- / Schwimmbadbesuch und dergleichen.
    Längst haben sich entsprechend disponierten Volks- Verwaltern die Vielzahl an Möglichkeiten der Überwachung aufgetan, man muss die Menschen nur im Dauer- Panik- Modus belassen. Die Sehnsucht vieler Menschen nach der starken Führung war eine der Begleiterscheinungen währen der Koronaaufführung.
    Wo werden wir in Zukunft die Grenzen ziehen? Schnupfen? Fusspilz? Vielleicht bin ich etwas zu pessimistisch- aber mein Vertrauen in die Politik ist weg!

  8. Lutz-René Jusczyk

    Positionen wie die obigen lese und höre ich immer wieder, sogar im engsten Freundeskreis.
    Dagegen sachlich zu argumentieren, hat kaum Aussicht auf Erfolg; gleichwohl habe ich noch immer eine Resthoffnung, mit Argumenten etwas zu erreichen.
    Ihr mögt mich als naiv abstempeln, aber es geht doch letztlich nur darum, eine Wiederholung dessen, was wir im Frühjahr erlebt haben, zu verhindern und nicht etwa darum, Bürger zu überwachen.
    Schaut euch an, was in Ländern wie den USA, Brasilien oder Indien los ist, wie viele Menschen dort bisher an Covid-19 verstorben sind. So eine Entwicklung muss hierzulande unbedingt verhindert werden!
    Sind die Gesundheit und das Leben nicht wichtiger kurzzeitige Freuden durch Auslandsurlaube und die Teilnahme an Festen und Großveranstaltungen?
    Ist es so schwierig, sich ein paar Monate lang aus Rücksicht gegenüber Senioren und Risikogruppen einzuschränken?
    Generationen vor uns haben viel größere Entbehrungen in Kauf nehmen müssen.

  9. Elvira Hocks

    Zu Lutz René Jusczyk!
    Prima, endlich wieder mal jemand der sich auf Fakten bezieht und über seinen Gartenzaun sieht.Wenn man weltweit die Verläufe anschaut ist es keine kleine Grippe. In verschiedenen Staaten werden die Intensivbetten wieder knapp.

  10. Lutz-René Jusczyk

    Man braucht noch nicht einmal in ferne Länder zu schauen.
    Da man hier keine Links veröffentlichen darf, empfehle ich, nach dem Artikel „Corona zwingt Spaniens Gesundheitssystem in die Knie“ zu suchen.
    Um einen einzigen Satz daraus zu zitieren:

    »Allein am 22. September wurden rund 3000 Menschen in Madrider Krankenhäuser eingeliefert, davon rund 400 auf die Intensivstation. Wir sind am Limit.«

    Der einzige Unterschied zu Spanien ist der, dass wir ein paar Wochen im Rückstand liegen, aber wir sind auf dem besten Wege, dass auch bei uns die Krankenhausaufnahmen massiv ansteigen werden. Daher ist es jetzt wichtiger denn je, die AHA-Regeln (Abstand wahren, auf Hygiene achten und wo nötig eine Alltagsmaske tragen) einzuhalten.
    Bei alledem dürfen wir nicht vergessen, welche katastrophalen Folgen für die Wirtschaft und die Staatsfinanzen ein weiterer landesweiter Lockdown haben würde. Denken wir dabei bitte auch an künftige Generationen, die eine gewaltige Schuldenlast würden tragen müssen, wenn erneut zahlreiche Betriebe heruntergefahren werden.